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Der treue Zionswächter · 1847-05-18 · 20 (18.5.1847) · page 16

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Journal
Der treue Zionswächter
Volume
3 (1847)
Issue
20 (18.5.1847)
Date
1847-05-18
Page
– (sequence 16)
Language
German
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Orthodoxen, die eS unter ihrer Würde hielten sich mit der Löw.'Ferrel'schen Clique herumzubalgen und die eingerissene Gesetzlosigkeit fürchtend, haben den Ort, wo ihre Ahnen gelebt und an den sie tausend Erinnerungen knüpfen, verlassen«, sind nach den benachbarten Gemeinden übergesiedelc. Viele irren in der Fremde herum; weil ihnen in Papa, wo die Karbatsche, so wie in Rußland die Knute eigenmächtig und mir größter Fertigkeit ger handhabt wird, eine zwar unverdiente, aber nicht gar schmerzlose körperliche Züchtigung droht; sie werden vielleicht nie wieder heimkehren. Einer der Am führer der Orthodoxen schmachtet seit Monaten im finstern Kerker, in eiserne Fesseln geschlagen. Warum? Darüber gibt eine Correspondenz in der „Allq. Z. d. Z. " No. 7 a. e. Aufschluß. Sie erzählt wie „zwei listige Genossen der obscuren Partei in die frühere Diöcese des Herrn Löw reisten und daselbst 6 Zeugen und den Hr». v. Hollemcyer, einen Or. der Philosophie und Geschwornen des löbl Szalader Comitats, wiethen wollten, falsches Zeugniß gegen Herrn Löw abzulegcn. Dir 6 Zeugen kamen dann nach Papa und enthüllten vor dem betreffenden Gericht die Schurkereien der erwähnten zwei Emissäre, und der vr. xlül. und Geschworncr des löbl. Czalader Comirats, Herr v. Hollemeyer legte bei der Behörde zwölf Stück Ducaten nieder, mit welchen man ihn bestechen wollte — und bat dieselben auf die vom Rabr binen Löw zu begründenden Klcinkinderbewahranstalt spenden zn dürfen; einer der Emissäre ist entsprungen, der Andere ist im Arrest und stehet ihm ein strenges, wohlverdientes Urtheil bevor. —" Gewiss, dieser Feitel har nur einen sehr untergeordneten Geist, oder einen seltnen Muth, oder er leidet schon an einem beginnendem Wahnwitze, wie könnte er sonst wagen, ein vernünftiges Publikum auf eine so dumme Weise mystificiren zu wollen „Herr von Hollemeyer, Or. und Geschworner, legre zwölf Stück Ducaten nieder, mit welchen man ihn bestechen wollte. Ist es glaublich, daß jene zwei listigen Emissäre dem Or. der Philosophie zwölf Stück Ducaten im Voraus gaben, ehe er noch sein falsches Zeugniß ablegre; oder har der Or. wirklich den falschen Eid abgelegt und dann später aus Gewissensbissen das empfangene Sündengeld einem wohlthätigen Zwecke geweiht? Feitel läßt uns im Dunkeln darüber. Ünd was ist mit den sechs andern Zeugen, haben die auch Sünderlohn empfangen? haben sie ihn auch zurückgegeben? Doch hier steht uns ein authentisches Aktenstück zu Gebote, welches alle jene Fragen beantwortet. — Der löbl. Vorstand der ZSraeliten-Gemeinde zu Groß-Kanischa ließen dieser Zeugenangelegenheit folgendes Schreiben an den Vorstand zu Papa ergehen; »-An einen ehrsamen LSr. Gemeinde-Vorstand in Papa. Groß-Kanischa am I. Februar 1817. Obwol wir unS in die inner« Angelegenheiten Ihrer Gemeinde nie gemischt haben, und auch in der Folge nie einmengcn werden, sehen wir uns doch veranlaßt. Gegenwärtiges au Sie zu richten. Wir erhielten in einem Schreiben einiger Ihrer Gemcindemitglieder die Mittheilung, daß einige hiesige Jnvisollen cs solche Personen sein, die in unsrer Gemeinde wenig beachtet werden, ja feile Menschen, die zum Auswurf der hiesigen Einwohnerschaft gezählt werden. Um fernere Übel zu zu nehmen und zeichnen in aller Achtung u" w.« Wie konnte man also auf die Aussage solcher Zeugen einen braven und rechtlichen Mann in Ketten legen? Wie konnte man — aber wozu so viele Fragen; sagen wir es gerade heraus: jene Zeugen sind im Interesse der Löw-Feitel'schen Partei veranlaßt worden ein solches Zeugniß gegen jene zwei Genossen der obscuren Partei abzulegen. Dadurch wollte man ein Doppeltes bezwecken: 1. Die orthodoxe Partei durch die Beraubung ihrer zwei Anführer entmurhigen und schwächen. 2. Und darauf war es hauptsächlich abgezielt, von vornherein jedes Zeugniß gegen Herrn Läw'S moralische und religiöse Aufführung zu verdächtigen und für ungültig zu erklären. Aber wozu der vielen Worte? kueta lotjuunlur: Es ist eine vor aller Welt liegende Tharsache, daß Löw, vermöge der Grundsätze, die er in der Einleitung zum „v'Zips?!>'" niedergelegr, sich von dem orthodoxen Judenchum kosgesagr har; Thatsache ist es, daß eine bedeutende Majorität in 8er Papaer Gemeinde gegen seine Anstellung protcstirre; Thatsache ist es ferner, daß er mit Hülse der rohen Gewalt sich in das Amt einsehen ließ; Thalsache ist es. daß Löw jetzt als Denunciant gegen die Moral des alten IudenrhumS und der alren Juden ausrrirt, und wir fragen abermals: Was soll bei einem solchen Treiben eines Seclenhirren aus der Errungenschaft des Jahrhunderts der Aufklärung werden? Sollen die Religions-Schlachtereien des Mittelalters wiederkehren? Hat die Menschheit noch immer nichts gelernt und nichts vergessen? Doch eilen wir zum Schluß; was für ein Schluß? Nun, die Orthodoxen sind nach wie vor die erklärtesten Gegner des Herrn Löw — wahrlich, daS neunzehnte Jahrhundert hat auch seine Märtyrer! — und sind entschlossen, ihre gerechte Sache bis zu den Stufen der höchsten Instanz, ja des Thrones selbst zu recurriren. Die orthodoxe Partei verlangt nichts als Gesetz und Recht, und das Gesetz, es wird sie schützen, Recht wird ihr widerfahren, so lange, deß sind wir gewiß — daß es eine höhere Macht im Lande der Magyaren giebt, als Heiducken, Präfecten und-. Schließlich haben wir nur noch den Einen Wunsch: Möge Papa in Bälde von den zwei großen Feinden seiner Ruhe befreit werden! — Ein Pa—er; Papa, den 20. April 1847. Druck von Gebrüder Bonn in Altona.

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