Der treue Zionswächter
- Journal
- Der treue Zionswächter
- Volume
- 3 (1847)
- Issue
- 20 (18.5.1847)
- Date
- 1847-05-18
- Page
- – (sequence 1)
- Language
- German
- Belongs to
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Wer Organ zur Wahrung -er Interessen des orthodoren Iudenthums * 3. Jahrgang. Mit Königl. Dänischem Privilegs. Verantwortlicher Redaeteur. Vr. Grroch, Altona, -en 18. Mai 1847. 20. Von diesem Blatte erscheint wöchentlich einmal, Dienstags, ein Bogen. Das Abonnement auf ein Jahr ist 5 A Ct. (2Thlr.pr.,3Fl.30Xr.) Man abonnirt bei allen löbl. Postämtern, soliden Buchhandlungen und Zeitungs-Erpevitionen. Inhalt. Von A ...0?.- 151 Lehrerlebens.." 155 Abraham Aben-Esra." l56 Zeitungsnachr. aus Berlin, Königsberg, Jerusalem -157-160 Der Bundesschluß am Smak. Predigt - Skizze des Oberrabbinen Ettlinger zu Altona. Gehalten -vin -)27VI T'w '? Gott redete zu Mosche in der Wüste Sinai." So beginnt unsere heute gelesene und das nach ihr benannte vierte Buch der Schrift. In der Wüste Sinai harre der Herr sich offenbart und an Mosche für Israel sein Gesetz gelehrt. Dorr, wo nackte Felsen ihr gezacktes Haupt bis in die Wolken emporheben dorr, wo die ewige Stille nur durch das Gebrüll hungriger Löwen und Tiger, durch das Gezisch giftiger Schlangen unterbrochen wird, wo glühender Sand die Erde deckt, daß jede- Gesträuch verdorrt und jedes Gras versengt am Boden tiegr, dorr war es, wo die beseligende Erscheinung de- Atigürigen uns geworden. Das leere Blatt wählt der Künstler sich, seine Farben aufzutragen, damit kein Nebengemälde, und wäre es auch noch so zierlich, den Plan seines Kunstwerks störe» das seine Vollendung in sich trägt und keiner weiteren Ausschmückung bedarf. So harre auch die öde, kahle Natur der Allgütige sich erkoren, in sie jene große Begebenheiten zu zeichnen, durch welche er seinem Schöpfungswerk die Krone aufgesetzt. Es bedurfte nicht lieblicher Auen und kühlender Bäche, bedurfte nicht duftender Dlüthen und des Gesanges muncern Gefieders im schattigen Hain» oder was sonst die Namr Freundliches zu bieten vermag, den Einzug des Herrn in die Pforten seiner Erdenwelt würdig zu feiern; seine Majestät war sich selbst genug, um Wildnisse zu freundlichen Gärren, Einöden zum Paradiese umzuwandeln; zu laben mir Thau, dem Himmel enrträufelt. und mit himmlischen Lüften liebliche Kühlung zu säuseln in die heiße Sonnengluch. So großartig aber auch der Welrenschöpftr durch Verwandlung der Nacur sein Erscheinen kimdgegeben, so hatte doch nicht jene Wunder, welche d«e Tradition erzählt, die Schrift verzeichnet; sie waren Nebenumstände, gehörten nicht zur Vollendung jenes großen Weltgemäldes, dessen