Der treue Zionswächter
- Journal
- Der treue Zionswächter
- Volume
- 3 (1847)
- Issue
- 5 (2.2.1847)
- Date
- 1847-02-02
- Page
- – (sequence 8)
- Language
- German
- Belongs to
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als Product fortgeschrittener Weltbtldung, allgemeiner Humanitäts-Entwickelung auszngeben. Wir wollen, freilich. darHer nicht rechten, inwiefern jene Behauptung begründet, vorzüglich in welchem Sinne jene Wohlthätigkeits-Erzeugnisse Ln der Regel gespendet werden. Mer um so mehr halten wir es für Pflicht, überall wo jener milde Wohlthätigkeits- Sinn, sonder Zweifel dem Keime achter, wahrer Religiosität entsprossen, solche Facta um so mehr, der Oeffentlichkcit zu übergeben, als dadurch nicht nur zu ähnlicher Musterung angespornt, sondern zugleich die wahre Triebfeder solch' sittlich religiöser Gesinnung in ihrer wahren Gestalt dargestellt wird. Wir sind es längst gewohnt, uns von gewissen Seilen her stets geschmähet und gelästert zu sehen; wir bleiben überall zurück, wir, die Bewohner der Residenz. Nun, dies Mal waren wir doch die Ersten, Freilich gatt es nur einer unbedeutenden Kleinigkeit; es sollte nämlich dem Nothstande der armen Elasse, der übermäßigen Theuerung cntgegengewirkt werden. Nichts desto weniger fanden sich alsbald würdige und fromme Juden genug, die eine allgemeine Eollecte veranstalteten, um während ganzer sechs Monate ihren armen Mitbrüdern die notwendigste Nahrung zu den allerniedrigstcn Preisen zu überlassen, steuerte, als die Eollecte nicht ganz ausrcichte, die Eiemeinde-.Casse aus eigenen Mitteln das Fehlende hei, und Dank dieser Fürsorge! unsere Armen sehen ruhig und getrost stets dem nächsten Tage entgegen; wissen, sie doch, daß religiöses Mitgefühl der Noch gesteuert, ehe selbige noch wirklich eingetreten. Wir brüsten uns nicht einer dringenden Religions.pflicht solchergestalt nachgekommen zu sein , nur möge selbige überall von Gleichgesinnten beherzigt und so der Menschenliebe einem doppelten Trjumph gesichert sein. Mähren Austerlitz, den 17. Januar 1817. Am30sten December 1816, um 8 Uhr Abends, ist Herr Gerson Buchheim, hiesiger Rabbiner, nach 37jährigcr Amtöbekleidung, im einem Alter von 83 Jahren vonhrnnen geschieden. Durch dessen schmerzlichen Hinlritt erlitten nicht nur seine thenern Angehörigen, als: eine Schaar Enkel und ein. 106jähriger Bruder einen harten Schlag und einen unersetzlichen Verlust, sondern, es verloren auch in ihm: die Armen einen Wohlthäter, die Leidenden einen Netter, die Waisen einen Vater, die betrübten Wirtwen einen Tröster, und die ganze Gemeinde verlor in ihm ihren biedern und ehrwürdigen Sitten- und Religions-Lehrer, ihren treuen Seelenhirten und eine mächtige Stütze des orthodoren Judeuthums. *) Er galt für einen mit göttlichem Funken der Vernunft und Weisheit begabten Mann. Jeglicher Schritt in seinem Wandel zeugte von seiner Vernunft, in seinen Worten und Handlungen lebte und webte Weisheit— kurz, es waren in ihm Schätze, der Vernunft und Weisheit, der Tugend und Frömmigkeit, der talmudischen Kenntnisse und der übrigen guten Eigenschaften, wie in einem sorgfältig verschlossenen Gemache nie- Sein Name, so wie sein Sinnbild: ->'5o c>7t> /wA, ,'n wird in dem Gedächtniß Aller, die ihn kannten, stets fortleben. Friede seiner Asche! ') Auch fehlte sein Name nicht unter der Zahl der tt6. Briefwechsel. E. R. R. in W. Wir hielten es für den Augenblick nicht rathsam; zur rechten Zeit würden wir nichts verfehlt haben. Aber die Bitte!! Es ist bereits zu spät. — Tin A- Ferneres. — I- A. Da wir ohnedies eine pädagogische Arbeit bereits ehrpfangen hatten, mußten wir warten- Zndeß sind wir ganz mit Ihnen einverstanden, daß besonders die Orthodorie nicht oft genug auf das Gebiet der Pädagogik eingeben müsse, und werden daher in der nächsten No. Zhrmr'Punsche nachkommeg. Druck: Gebrüder Bonn.in Altona. .