Der treue Zionswächter
- Journal
- Der treue Zionswächter
- Volume
- 3 (1847)
- Issue
- 3 (19.1.1847)
- Date
- 1847-01-19
- Page
- – (sequence 2)
- Language
- German
- Belongs to
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18 der mir Einsicht die Kraft der Ueberzeugung, die Macht des Willens und der Thar verbindet, einen ernsten Mahnruf ergeben zu lassen, die Schlummernden zu erwecken, den Sorglosen die Gefahr zu zeigen, die drohend und gewitrcrschwer nahe über ihren Häuptern hangt. Zwar muß ich gleich Anfangs bekennendaß: ich, in unserm Falle, auch nicht im Entferntesten für unsere jüdische Religion selbst besorgt, vielmehr hinlänglich davon überzeugt bin, daß diese inner» Werth und Stärke genug besitzt, um noch ganz andern Gefahren zu trotzen, ihnen, unter göttlichem Beistände, siegreich die eiserne Stirn zu bieten. Allein in einer Zeit, wie die unsriqe, die so häufig will, ohne zu wissen, handelt, ohne zu denken, der der Zweifel Glaube, das Nichts das höchste Ideal ist, in einer Zeit, wo der Zweck Alles, die Mittel höchst gleichgültig sind, in einer solchen Zeit einem Gegenstände gegenüber, der nicht irdische«, menschliches Interesse vertritt, wo es sich um Göttliches handelt, darf nicht gezögert, gewartet werden, bis die Gefahr wirklich eingetreren, müssen, sobald die erste Ahnung, die Möglichkeit eines Angriffes nur vorhanden, alsbald so zeitig Mittel zur Beseitigung desselben angewandt werden, daß von einer Gefahr gar nicht die Rede sein kann. Deshalb halten wir es denn auch hier für nöthig, in Bezug auf beregten Gegenstand nicht zu zaudern, nicht erst wirkliche Bedrohung abzuwarten, sondern derselben zeitig genug zuvorzukommen. Daß es im Allgemeinen falsch sei, politische Begriffe und Beziehungen auf die religiösen Verhältnisse zu übertragen, haben wir bereits erwähnt. Denn abgeser hen davon, daß der religiöse Begriff an und für sich selbst so selbstständig und sich genügend, daß er durchaus keiner fremden Beimischung, sei sie übrigens, welcher Arr sie wolle, fähig ist, kann solche Beimischung um so weniger gestattet werden, falls sie unter dem heuchlerischen Scheine von Dienstbefliffenheit dazu dient, das Ansehen, die Bedeutung jenes nach und nach zu untergraben, gänzlich aufzuheben. Daß es aber jüdischer Seils mit den sogenannten Emancipationsbestrebungen keinen weitern Zweck habemöchte nicht schwer einzvsehew sein? Auch - wir wünschen Befreiung von unverdient uns ausgebürdekem Druckeauch wir möchten von den Wohltharen der übrigen Staatsangehörigen nicht ausgeschlossen sein. Aber nichr um den Preis eines Heiligen und Göttlichen wollen wir jene Vortheile erkaufen. Wir wollen unsere Gesittung, unsere Cultur, unfern Bildungsgrad gerne dem der übrigen Staatsangehörigen anschließen und gleichstellen, aber um keinen Preis wollen wir unser Bewußtsein, unsere Religion selbst zum Opfer bringen. Im Gegcnrheils kann unserm Dafürhalten nach nur die Emanciparion statt daS bisherige Bewußtsein aufzuheben, gerade dieses als Grundbasis für ihre fernere Wirksamkeit beibehaltend, selbiges als mächtige Triebfeder anregr zur Lösung der eigenen Aufgabe. Die Vaterlandsliebe des streng religiösen Juden ist gewiß nicht minder, im Gegenrheil, sie ist viel inniger und wahrhafter, als dir des mit seinem Patriotismus unaufhörlich sich brüstenden sogenannten Liberalen, und zwar deshalb, weil sie in den ewigen Wahrheiten heiliger Gorreslehre fußt, deren Uebertretung zugleich gegen menschliches und göttliches Recht verstößt. Wir dienen unserm Vaterlande, unserm Fürsten gewiß auf das Treueste und Anhänglichste, da wo das allgemeine Wohl oder specielle Nothwendigkeic unsere Kraft in Anspruch nimmt, dann sogar mit Hintenansetzung religiöser Obliegenheiten, weil die Religion selbst dann solches Opfer empfiehlt und gebietet. Aber wir warten, bis man unserer Kräfte wirklich bedarf, bis man uns die geeignete Stelle anweist, wo unsere Mitwirkung ersprießlich und nöthig-. aber nur begehen keine Doppeltäuschung, indem wir vom Staate sprechen und uns selbst meinen, unsere Dienstferngkeit und Fähigkeit bis in den Himmel erheben, beide aber nur unserm Egoismus, unserer Eitelkeit zum Deckmantel dienen. Doch mözet Ihr, Euch täuschend mir selbstgeschaffenen Bildern Eurer eigenen Schwächen, immerdar jeden beliebigen Götzendienst, jede Anbetung Eurer eigenen Persönlichkeit treiben; wrtzu aber der Täuschung Anderer, Umvissender, .Harmloser? : Ihr wsüt .Euer» Geist dem Volke einhauchen, es beleben für Eure Trugschlüsse und Phanrasiegemälde deshalb hascht Ihr nach dem Iudenthume durchaus fremdartigen, mir demselben in keiner Beziehung stehenden Begriffe, um die Leidenschaften der Menge zu erregen, um sieihrer selbst unbewußt, in jenem Zeitsirudel gewaltsam mit hereinzureißen, bei der eSvorzüglich auf den Ruin aller und jeder Religion abgesehen ist. Soll ich es Euch in klaren, einfachen Worten sagen, worauf jetzt all Euer Sinnen und Trachten gerichtet ist, was Ihr durch die verschiedenartigsten Momente zu erreichen sucht? Die Neichen, sogenannten Gebildeten haben sich, wenigstens ihrem grössten Th eile nach, bereits facti sch emanciptrt.