Der treue Zionswächter
- Journal
- Der treue Zionswächter
- Volume
- 3 (1847)
- Issue
- 2 (12.1.1847)
- Date
- 1847-01-12
- Page
- – (sequence 8)
- Language
- German
- Belongs to
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Da hat man in der hiesigen Gemeinde, und vielleicht nur hier, den richtigen Tact gefunden. Der Kgl. Gnadenact stimmte auch uns zur Freudenfeier, die wir, nach jüdischer Sitte, durch ein Syuagogcufest äußerten, aber eben nur, weil wir uns dazu gestimmt fühlten nicht aber, weil wir christlichen Ohren solche zeigen wollten. Man lud daher nicht Einen Christen in die Synagoge, und behelligte auch den Herrn Nabbinen nicht mit Zumurhungeil, denen er nicht entsprechen könnte. Er hielt eure geistreiche Rede in seinem gewöhnlichen Dialekte, die ihre günstige Wirkung auf seine blos jüdischen Zuhörer nicht verfehlten, und es freut uns sehr, daß sich eine tüchtige Feder traf, die diese Rede in schöner deutscher Form umarbeitcte und zum Druck beförderte, den sie (durch Censurverzögert) erst diese Woche unter dem Titel verließ: Festrede, gehalten von S. W. Schreiber, Oberrabbiner der Preöburger Jsraeliten-Gemcinde; deutsch herausgegcben von S. L. Schick, befugtem Rabbinen. Jeder, der die bisher erschienenen Toleranzreden mit der fraglichen vergleicht, wird mit uns das 5'5n hier am Platze finden. Es tritt uns hier eine Fülle der Gedanken, ein warmes, tiefempfundenes Gefühl der Freude wie des Dankes der Unrcrrhancnspflicht, wie der innigen Anhänglichkeit am Glauben entgegen, wie in keiner ähnlichen Arbeit; und .der gelehrte Herr Schick, der auch in d. Bl. schon manches schöne und kräftige Wort zur Wahrung der ergiebigen, aber rohen Stoff zu bearbeiten. Er theilte die Rede in vier Theile; die Einleitung bespricht den eigentlichen Gegenstand des Festes, nämlich den Tar - Erlaß mit schönen, ergreifenden Worten, und schließt begeistert: oö'a, '? ocv ono 15?iwL-i. Der zweite Theil, „die Freude", diesen Vers aufnehmend und erläuternd, lehrt die gehörige Richtung der Freude, erklärt geistreich eine'hierauf bezügliche Midraschstelle, macht auf die göttliche Einwirkung und den göttlichen Segen aufmerksam, wozu der erste Theil des Tertes, Psalm 112, benutzt wird und schließt mit Hinweisung auf die Pflicht zur dankenden Freude. Der dritte Theil, „der Dank", bespricht die eigentliche Art der Dankesäußerung durch Erläuterung des zweiten Theils des Tertes, ibitl. 113, hebt als besondern Dankes werlh hervor die ungehinderte Ausübung der Religion nach altväterlicher Weise, wobei sehr passend der VerS: 5vvoo öd 22, Pw '25 oh hl' angewandt wird, und schließt mit Aufforderung zum Dankgebet, das im „Schluß" kurz, einfach und kräftig für König und Herrscherhaus ausgesprochen ist. Die trefflichen Erklärungen der Bibel- und Midraschstellen sind Eigenthum des Redners; wer aber, wie Schreiber dieses, selbst Zuhörer war, wird auch das Verdienst des Herausgebers zu schätzen wissen; wir legten die Brochnre befriedigt aus Händen und wünschen ihr auch in ferneren Kreisen Verbreitung und günstige Aufnahme. Sie ist Eigenthum des Herausgebers. 2. F- Anzeiger. Derselbe nimmt jüdisch religiöse Mitibcilnngen gegen l j Sgr. Gebühren für die gespaltene Zeile aus. Die Nedaction. V a c a n z. beträgt, außer freier Wohnung, an FitM Cl.A 100 und an Nebc.isporteln (5t.20tt. Die Vorsteher der mosaischen Gemeinde zu Frievrichstadt. Vokabularium zu den Psalmen und den Morgengebcten des Sabbaths. Für Schulen und zum Privatgebrauch bearbeite: von Joel Nathan. iSracl Lehrer Zu Danzig. B r ie fw e ch s c l.