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Der treue Zionswächter · 1846-12-15 · 50 (15.12.1846) · page 7

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Journal
Der treue Zionswächter
Volume
2 (1846)
Issue
50 (15.12.1846)
Date
1846-12-15
Page
– (sequence 7)
Language
German
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ZciLyMgKRKchrichten. Berlin. Die Leipz. Deutsche Allgem. Ztg. hatte kürzlich von hier gemeldet, daß, da nur 75,000 Thlr. zu dem neuen Synagogenbau im Schooße der israelitischen Gemeinde gezeichnet, 100,000 Thlr. aber dazu erforderlich wären, — 50,000 Thlr. gehen nämlich für dle Baustelle ab — die Gemeinde, nach eingegangener Genehmigung der höchsten Staatsbehörden , zum Bau eine Anleihe machen werde. Diese Nachricht entbehrt jedoch wol aller Begründung, denn einmal steht über den Bauplan noch gar nichts fest, es läßt sich über den Kostenpunkt demnach durchaus keine Bestimmung machen, andererseits hat die mit Thurm und Orgel gezierte neue St. Matthäus-Kirche nur 46,000 Thlr. im Ganzen gekostet. Die jedenfalls ohne Thurm und aller Wahrscheinlichkeit nach ohne Orgel zu bauende Synagoge muß also viel weniger kosten. Aber auch ganz abgesehen davon, sind die nöthigen Fonds von den Gemeinde-Abgeordneten genehmigt und schon in Bereitschaft. Der Berichterstatter der D. Mg. Zeitg. sagt aber auch, das viele „Altjuden" (diesen Unterschied kennt hier Niemand) dieAnwendüng her Orgel in der Synagoge für eine „Entweibüug" halten, weiß aber nicht, daß es sich höchstens darum handeln kann, ob die Orgel an Sabbathen und Feiertagen von Nichtjuden gespielt werden darf. Die Orgel wird aber um so weniger eingeführt werden, ass sich namhafte musikalische Autoritäten dahin ausgesprochen haben, daß der künstgemäße Kirchensang durch Orgelspiel keineswegs gehoben werde. Der Berichterstatter erzählt schließlich, daß der Rabbiner, Dr. Sachs, den sogenannten Reformjuden Vas Trauen in der Synagoge nachgeahmk Dies ist wiederum irrig, denn einmal hat vr. Sachs gleich bei seiner Herberufung zu Ende des Jahres 1844 den Vorschlag dazu gemacht, andererseits hat er die Ceremonie in die Synagoge nicht eingeführt, vielmehr ein Kaufmann im Juni d. I. bei der Trauung seiner Tochter die nach immer Neuem strebenden, als in jener reformbeyiffenen Zeit Eingang gefunden hat. Bewilligung der Synagoge als sein Recht verlangt und der GemeiNdevörstand ihm dies bewilligt. .. (H. E.) - Saden. Mannheim, Ein Beweis, welchen Empfanges die projectirte, hier äbzuhaltende vierte Rabbiner- Versammlung sich zu erfreuen haben wird, laßt sich aus der Achtung entnehmen, in welcher der Fürsprecher jener Versammlung, der hinlänglich bekannte Rabbiner W. hier, stehet. Nachdem derselbe den schon längst in Fetzen zerfallenen Reformverein, welcher nur bei außerordentlichen Gelegenheiten, und mit größter Mühe zusammengebracht werden kann, versammeln und sogar höhnend diese Versammlung auf '5L' 2"' anberaumte, mit dem ausdrücklich hinzugefügten Bemerken«, die Sitzung solle um so mehr am '5L' L2"» stattfinden, als er selbst die Protokolle führen , öffentlich und ausdrücklich sein wollte, war dieses Resultat selbst bei seinen eifrigsten Anhängern nicht zu erlangen. Nun sollte ein Circular wenigstens die Unterschriften herbeischaffen, allein mir nicht besserem Erfolge, und außer den Unterschriften einiger Kraftgenies die schon längst die Sabbathschandung sanctionirt, wurde keine neue Akquisition gemacht. Sie sehen also, daß hier kein Terrain für jene ambulanten Ritter cke ln 51r»uo!iL zu gewinnen, da die Emanciparion sich schon langst weit über das Gefammr- Judenthum hinausgewagt, der größte Theik der Gemeinde indeß viel zu vernünftig und einsichtsvoll ist, sich durch dieses lockere Treiben blenden oder gar fesseln lassen. Einen bei dieser Gelegenheit in der Karlsruher Zeitung erschienenen, interessanten>Aufsatz werde ich mir nächstens erlauben, Ihnen zur Veröffentlichung zuzufenven. Altona. Dieser Tage hat sich hier ein sv - genanter Lern-, verbunden mit einem Coüversarionsvereine constituirt. In religiöser Beziehung der gesetzlichen Obliegenheit, des SchriftstudiumS in humaner, dem längstgefühlteu Bedürfnisse eines jüdisch - socialen Vereinigungspunktes Genüge zu leisten, dieses waren die leitenden Prirmpien, d»e besagtem Vereins zu Grnnde tagen. Urber die Nothwendigkeit der sogenannten Lernvereine im

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