Der treue Zionswächter
- Journal
- Der treue Zionswächter
- Volume
- 2 (1846)
- Issue
- 37 (15.9.1846)
- Date
- 1846-09-15
- Page
- – (sequence 2)
- Language
- German
- Belongs to
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<sM 31Ä thürme, dreiLLchtstrahlen in das Dunkel, seiner Leiden stets gesen^t< Üyd, in diesem Sffne spricht tröstend. verheißeuH'^d/P Proph^Iesaiph chm, /Ende unserer: heute gelesenen Haftora: ^D^-,'.ViZ..WQA . Nüj?2 „Hört-mir zu, die Ihr nach.Tstgend strebt, „.uyH den Ewigen sucht. Blickt guf jen^y.Fels, aus dery^ 2hr, gehauen, schauet nach hem.Brunnen,, aus dem 2hr gegraben §eid,'. blickt. auf. Abraham,. Eueru Ahn-. Herrn. auf.Sarah hin. Eure, Urerzeugcrin; einzeln war er, als ich ihn berief, ich segnete und machte zahlreich ihn. So bedenkt der Herr Zion einst,, bedenkt ihre Trümmer, schafft ihre Wüsten in Eden, die Einöden in Gottcsgärten um, Wonne und Freude weilen da, alles tont Dank- und Lobgesang. (Ief Kap- 31 V. ^1—3.) . ' . . Erhaben schön stellt der Prophet hier die. zwei Endpunkte -Jsraels'-Geschichte gegen einander über. Da, wo es irr seinem ersten Stammvater seinem Urquell entstiegen; ausgehauen ward, wie der Marmor zum Kunstgebilde, aus hohem Felsen» hier knüpft der Faden seiner irdischen Geschichte stch an; und La,, wo der Herr wieder nach Zion zuruckkchrend, dessen Trümmer in Palläste, dessen Einöden in Paradiese umwandelt, da hat Israel das Endziel seiner Geschichte, so weit sie dem Irdischen angehyrt, erreicht. . Mer zwischen beiden Grenzen, zwischen Vergangenheit und Zukunft, liegt eine Gegenwart der buntesten Farben. . Die rosige Farbe der Freude, .. die grüne Farbe Der Hoffnung ,.. die.schwarze Farbe der Trauer, die rothe Farbe der Sünde- und die weiße Farbe.der Unschuld lieget buntgemischt in Der dreitanscndjährigen Geschichte Isracls, von seinem Ausgange aus EgypMl. an, bis herM auf unsere Zeit. Und für alle diese verschiedenen Zustände sollte Israel Mittel der Ausgleichung finden, im Hinblicke auf den Felsen, aus dem es gehauen worden. Es sollte dadurch 1) im Glücke veredelt, L^im Dlnglück, getröstet, . . . 3) im Tugendle.ben befestigt, 4) aus dem Taumel der Sinnlichkeit,.ge-, . weckt und . . . - - 5) im Hoffen bestärkt werde». Unsern heutigen Betrachtungen sei es Vorbehalten, zu erörtern, wie aus diesem einzigen Gedanken stch diese wohlthätigen Folgen alle entwickeln. . 'N 'PP2V -VM spricht der Prophet. „Hört mir zu, die Ihr nach Tugend» strebt, und den Ewige» sucht, blickt auf jenen Fels, aus dem Ihr gehauen, schauet nach dem Brunnen, aus dem Ihr,> gegraben seid." Man hört oft im Leben die Sprache des Ahnenstolzes, oder glaubt sie wenigstens in der Lebensweise manches Verachteten zu vernehmen. Da, wo^man in Vergnügungen sich wiegt , und dabei mit den Verdiensten der Väter sich brüstet, wo man Religion und Tugend mit Füßen tritt, und ruhmredig das Panier des Familiennamens schwingt, der nur durch Gottesfurcht glänzt; da, wo min bei e'gner Untätigkeit jeglicher Art, Ansprüche auf die segenvolle Thätigkeit, der Väter gründet, wo man bei eigner Unwürdigkeit, der Vorfahren willen geehrt unD höher gestellt sein will, als die Würdigen alle, die ihrem Selbstwirken Achtung und Ruhm verdanken : da erkennt man den Ahnenstolz, der sich selbst verzerrt und lächerlich macht, da vernimmt man eine Sprache , die der Edle und Vernünftige verabscheut. Aber, wenn dieser Ahnenstolz vom Propheten des Herrn selbst heraufbeschworen wird, wenn er, wie in unserm Terte, ein Sporn sein soll für das Streben nach Tugend, für das Suchen nach Gott, da muß es wol ein andres Gefühl sein, welches uns vorschweben soll, als das des Hochmuts; da muß wolein andresBewußtsein in uns hervorgerusen werden sollen, als das einer edlen Abstammung. Nicht lange aber haben wir zu suchen, um dieses zu entdecken, denn schon der angegebene Zweck dieses Schauens nach unserer Abkunft» giebt den Maaßstab an, den wir curlegen muffen, sie zu beurteilen, um unsre Bestrebungen nach der Erreichung dieses Ziels zu lenken. Das Gluck, nach dem so viele Arme, sich ausstrecken, dem alle Wünschelruten winken, ach!., wiegst entspricht' es seinem;Namen nicht; wie, oft ist es nur. eine schöne Maske,. die ein häßliches Innere, birgt» wie oft ist es nur die äußere liebliche Hülle die einen bitteren Kern, umschließt. Wie oft tm Leben wird das Glück zum Grabe der Zufriedenheit und Ruhe, wie oft wird es zum schneidenden Instrumente, die zärtlichsten Familienulid Freundschaftsbande zu lösen,; wie häufig wird es zur Wunde, an der Glaube und Tugend sich verbluten. Dieselben Erscheinungen aber, die im Leben des Einzelnen sich Herausstellen, sie finden