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Der treue Zionswächter · 1846-09-08 · 36 (8.9.1846) · page 6

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Journal
Der treue Zionswächter
Volume
2 (1846)
Issue
36 (8.9.1846)
Date
1846-09-08
Page
– (sequence 6)
Language
German
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»W 306 Mo nicht auf mich — zieh hin, wo Du Vergehung finden kannst—, zieh htn»^vo Du> -DichÄikderBenfanünÄcosta's Sohn umneu darfst»« Und alsder: Greis.also gesprochen»drückte ex einen heißen Kuß auf des, Kaballerp. Stjrye ,und , wankte wefter. Der. Andre aber stand, wie festgcbannt,' und blickte die ganze Nacht nach der Gegend deS Palastes, wo erden Brief empfangen. Als' aber der' Morgen anbrach, stieß er einen wilden Fluch' aus und' eilte'' davon.' -.- ./. ./AU, — Und es warenildrei-Zahre, verflossen, da stand Uriel Acosta in einer -Mcht wieder vox einein Hause, , das war aber keine spanische Nacht, sondern eine holländische, und die kalten, nebligen Winde, die aus Amsterdam's Kanälen a'ufstiegeo. tobten um des Harrenden Ohren- W war gestützt "an eine Kanal» säule und bMte tzar? vor fichhin.: Er hatte' gebüßte' — das zeigte sein Antlitz- — er' hattekeinen Frieden' erlangt,'-- — das zeigte sein unheimlich blitzendes Augeseine höhnisch aufgeworfene Hippe. »Ihr sollt.mir's büßen»« mmmelte er- »Männer der gottseligen Stadt Arnstcrdam, Ihr,sollt mir zahlen fiir die Stunden martervoller Pein» Ihr wollt mich wiederum verstoßen, nachdem ich die Tritte Eurer Füße geduldet, nachdem ich mich anspeicn ließ von Eurem Munde, Ihr wollt mich aus, treiben, weil ich mich nach Euren Gesetzen nicht fügen kann, weil der Caballero noch im Juden schlummert?« Die grauen Wolken huschten am Himmel vorüber, und wenn der trüb glänzende Mond die lange, in einen Mantel tief verhüllte Gestalt beleuchtete. so gewahrte man das Zucken des Antlitzes, auf dem Schmerz und Lust wild vorüberjagte. Siche, jetzt lag die Jugendzeit darauf mit dem Guadalquivir, und den heiligen Worten der göttlichen Lehre und den Granatbäumen Scvilla's, mit den Quellen des Alhambra und der himmlischen Verzückung des göttlich begeisterten Knaben- — jetzt: die Jünglingszeit'mit dnchittern. todcsschwangeru Zweifelsmiene, der Kampf des Glaubens mit dem Drange der neuern Zeit und des neuen Lebens. Ha, da jagt auf dem Gcücht die herrliche, stürmische Nitterzeit vo über, Lanzen und Sperre, Kampfpreise und holdes Lächeln. Und jetzt wieder trübe Wolken, die Nacht in den Straßen Madrids, und das Grad des Vaters und der Mutter, die beide im Herrn gestorben. Immer finstrere Wolken beschatten die düstern Brauen — da ist der:Tag. wo die Buße vollzogen ward» und die Geißel ist geschwungen über des Sünders Rücken, — ,es ist. vorüber, die Menge schreitet über ihn weg und speit ihn an; er hat gebüßt. Doch sein Gesicht bleibt düster. Diese Nacht blitzt in ihm, diese Nacht malt sich in seinen wildlodernden Augen. Er hört das Knarren einer Thür, und eine Stimme: »ich kehre bald wieder, meine Sara, ich will in die Synode unserer Gemeinde.« »Mich zu richten!« schrie Acosta, und stürzte sich auf den Rabdinen Amsterdam's zu. riß ein Pistol aus dem Gürtel, und feuerte es ab; es verfehlte sein Ziel. »Auch hierin Unglück — dann genugsprach er zu sich selbst, riß ein zweites Pistol heraus und in einem Augenblick lag er zerschmctter- Die Wogen brausten dicht nebm ihm dahin, der Mond trat M.-aus den Wolken hervor, .die. zitternd äm Himmel anseiflanderstohell...! Dglag er, - Miel VMosta ,->?r/Hüde, - der Wter,. hex^Düßer,. /der: Selbstmörder»^..Der Haufe,-stand. um ihn. und blickte ihn scheu an». .''Aber^ein Jüngling beugte sich schluchzend Mer.ähn und'seufzte: »Erbarme Dich seiner Seele, vHerr,"'eru hat viel geduldet'« Nnä dieseruJüngling war Spinoza, der' auch' einst' bsuten sollte / vom- Zweifel zerrissen, der hier bei seinem Lehrer trauerte und noch nicht ahnte, was ihm. die. Zeit bewahrte. M k * Spinoza hat auf seinem Grabe geweint. — : ü Altona. Es liegt uns wieder ein Schreiben aus Jerusalem vor, das. uns die traurige Nachricht giebr/ daß die Hungersnorh noch nicht gemildert ser» vielmehr sich noch vergrößert habe.. Jerusalem, den 8. Tamus 5606- Ihr Schreiben vom 4. Sivan d. I. haben: wir erhalten. Sie können sich keinen Begriff von der Freude machen, mit welcher uns dasselbe erfüllte, da wir daraus entnahmen, daß unseren Birren und Wehklagen wegen der herrschenden Hungersnoth ein aufmerksames Ohr geliehen wurde, daß. man das Eiend, das. unsere armen Brüder betroffen, nach Kräften zu mildern sucht Unser, vom steten Anblick der/Mühseligkeiten unserer Glaubensbrüder niedergedrückte Geist lebte wieder auf, als wir diese frohe Botschaft empfingen. Heil Ihnen die Sie dies alles bewirkt. Gottes Segen möge Ihnen dafür in reichlichem,Maße zu Therl werden, und Ihnen die Herzen der Mildthätigen unsere Volkes zuwenden, damit Sie noch ferner unfern dürftigen Brüdern Hülfe zu leisten vermögen. Unfern Antheil an der veranstalteten außerordentlichen Sammlung, weicher diesmal 3600 türk beträgt, und welche Summe wir, Ihrem Schreiben zufolge von einem Handlungshause zu Beirut in Empfang nehmen sollen / gedenken wir nächste Woche zu erheben, und alsbald unter unfern leidenden Brüdern, nach herkömmlicher Wei,e, zu vertheilen Zugleich können wir Ihnen die Versicherung geben, daß wir, Ihrem Wunsche entsprechend, künftigen in unserer Syuagage ein besonderes Geber für Alle, welche zu Lies. r Sammlung beigetragen haben, abhalren werden, um fürste Segen des Himmels zu erstehen. Möge der ÄUgü igc die

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