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Der treue Zionswächter · 1846-09-01 · 35 (1.9.1846) · page 7

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Journal
Der treue Zionswächter
Volume
2 (1846)
Issue
35 (1.9.1846)
Date
1846-09-01
Page
– (sequence 7)
Language
German
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Unbeschreiblicher Jubel herrscht in unserm Lande; unsre Kammer hat die Emanciparion der Juden ausgesprochen, und zwar nichr eine halbe, verstümmelte, nein, eine ganze und völlige Emancipation, gänzliche rechtliche und bürgerliche Gleichstellung mir den christl. Staatsangehörigen. Das ist ein Resultat, das, abgesehen von allen religiösen Beziehungen, jetzt, nachdem es einmal vollbracht, gewiß jeden badischen Juden mir Freude und Hochgenuß erfüllt- Gilt es doch einer Genugthuuna, einer Ehrenerklärung, dem Namen Juden gebracht. WaS aber bei dieser Angelegenheit besonders für den Leser d. Bl. interessant sein möchte, sind die Aeußerungen, die von den verschiedenartigsten Seiten bei dieser Gelegenheit laut geworden sind. Christ, der landesherrliche Commissar beim Oberrathe der Israeliten, hone zuerst das Wort. Er setzte auseinander, wie es der badischen Kammer unwürdig gewesen, Beschlüsse, wie die bisherigen, in der Folge der Iuden-Emanciparion zu fassen; man habe immer von den Juden verlangt, daß sie einen Theil ihrer Religions - Gesetze und Gebräuche der bürgerlichen. Gleichstellung zum Opfer bringen, und so einen Tauschhandel machen sollten," der jedes Menschen unwürdig,- und den sie zu ihrem Rubme immer mir Indignation zurückgewiefen hätten, Welchen Beschluß W Kgwmep, faffoy möge, n ü r. diesen st» ö g e s i e st i chc mehr f a ssen, da er ebenso ent eh ren d.a isunausführbar se i, worüber er, als Borstand' der Hö rsten jüdsschen Behörde, am Besten, umheiten köone^ Er wies statistische nach, dass die Z^h^ der Verbrecher unter den Juden eine im Verhältniß klMere, als unter den Christen sei; daß ferner die Zahl der Unehelichen Kinder in keinem Verhältnisse mit den christlichen Lonfesstonen Badens stehe. Er wolle , zwar zur Beruhigung der ängstlichen Christen Beschränkungen in der Uebersiedelurrg »n Gemeinden, die noch keine Juden haben, stimmt aber dem Commissionsantrage bei. — Bassermann widerlegte die- Vorwürfe, die man den Juden macht, und berief sich auf die Zeugnisse der holländischen Minister, wovon er daS vom Minister des Innern voriaS. Er bewies dami , daß erst durch Aufhöpen des Druckes, der auf den Iudeu lastet, hie noch Zurückgebliebenen sich auf die Höhe der Ze»r schwmgen würden. Er wies darauf hin, wie noch kein jüdischer Arzt. Advokat oder Soldat wegen deSSabbathS seiner Pflicht nicht nachgekommen fei, und daß man. keine Ueberflügeiung von den. Inden zu. fürchten hätte, die am Sonnabend und Feiertag ihren, Handel nicht betrieben, es diesen im Gegenrheil schwer sein würde, mir den christlichen Kaufleuten zu concürr»reü. Man werfe den Juden auf dem Lande den ViehuNd Norhhandel vor und schncids ihnen die Mürel und Wege zu einem andern Erwerbe ad^ -schließe usie von der edelsten Laufbahn im bürgerlichen und staatlichen Leben au<S. In erster kleinen Gememde sitzen oft viele jüdische Familien, die ssch'' nich't'-älke' dmch' ''Handwerke ernähren können, beisammen, der Böden gehöre seit langer Zeit den christlichm Bewohnern, für die er manchmal nickt ausreiche, und nahe dabei feien Orre, die keinen Juden aufnehmen, ein großer Theil Vierer Gemeinden wandere aus, die Juden wollen zum Behufs des Bebauens die Güter kaufen nnd werden abgewiesen; welcher specielle Fall im Wahlbezirke des Sprechers sich ereignet, zum Nachtheile der Inden einerseits, die dadurch gezwungen waren, den Nvchhandel sortzutreiben, und der auswandernden Christen andererseits, die ihre Güter wegen Mangels an Käufern nicht auf den Werth bringen konnten. Er ipracy gegen den Egoismus, wegen des zu gebenden AnrheNs an Almenden re, die Bürger anderer Confession nichr in Gemeinden aufnehmen zu wollen, und bewies, wie gerade die Städte, die keine Juden hätten denen man den Handetsgeist und die Rührigkeit nickt absprechen könne, in Verfall gekommen. Zum Schluffe sprach sich der streng kirchlich gesinnte Buß gegen den Antrag aus. Wenn es nun freilich nicht zu verkennen, daß in einer Aeußerung: „das Volk sei, wie in allen Lonfesstonen, so auch bei den Juden, streng gläubig, nur der reichere Theil sei vom Schwindel der Zeit ergriffen; es

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