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Der treue Zionswächter · 1846-08-04 · 31 (4.8.1846) · page 5

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Journal
Der treue Zionswächter
Volume
2 (1846)
Issue
31 (4.8.1846)
Date
1846-08-04
Page
– (sequence 5)
Language
German
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Skizzen einer Rede des Herrn Rabbiners Lipfchntz. (Fortsetzung.) '. Hier geben wir abermals als des Redners eigene Worte wieder. „Sehet (Luch frei die Welt an, und „mit Wehmuth kehret Ihr Euren Blick von außen „nach innen zurück. Hat die Menschheit nachdem sie „schon so lange sich abgemüher, so vrele Versuche und „Anstrengungen gemacht, so viele Kämpfe in sich und „unrer sich und mit dem Element' der Natur und dem „Schicksale von außen durchgefochten, nachdem sie alle „Höhen erklimmt, in alle Tiefen gestiegen, hat sie ihr „Ziel erreicht, ihr Gemürh beruhigt? — Ist der Sturm „in ihrer Brust schon stille, weher der sanfte Früh- „irngshauch schon in ihrem Herzen, daß sie sich ernennt, und sich liebt iu allen ihren Gliedern, und „sich mit allen ihren Theilen anschließt, rührend, warm, „ihrem Vater im Himmel? Oder ist nicht vielmehr „eine schwache leicht zerreißbare Decke gebreitet über „die alten, weil klaffenden Wunden, und darunter „saust's und fiammr's noch fort von 'einem wirrigen „Trieb, der das Herz nach allen Seiten zuckt, und so „das Herz zerreißt? — Glaubenssätze hat sie ange- „nommen und hat das treu Geglaubte wieder weg- „qeworfen, sie ist eine Familie im großen Vaterhause „der Welt, und entzweit sich Kleinigkeiten halber, ein- „mal, beim Thurmbau, har sie es versucht sich brüderlich zu vereinen, da kommt eine irrige Idee in den „Kopf, und zerschmeißt und zerwirft die Theile in „alle Weltenden, daß sie sich noch heute wieder gesammelt. Ach! die Theile, die Glieder der großen „Familie sehen sich an, schauen wehmüthig gen Him- „mel, strecken die Hände sich sehnsuchtsvoll entgegen, „suchen alle Eins, Gott und die Wahrheit, und doch „kann keine Verständigung, keine Vereinigung und „Liebe unter ihnen aufkommen, gleichsam, als liege „die Liebe wie in Ketten gefesselt nieder. Müssen dem „Betrachter hier nicht heiße, heiße Zähren aus den „Augen fließen, Seufzer seinem Herzen entbrechen, fle- „hend vom Himmel Heilung dieses kranken, bedauerlichen Zustandes? — Nun siehe, ein Wort spricht „es aus, diese Heilung, diese Genesung und Beruhigung des Ganzen! „Messias," der soll erstehen am „Tage der Versöhnung des Weltfriedens, unter feigem Zepter wird die zerstreuere Menschenheerde sich „sammeln in Einem Geist und Glauben, von diesem „ihrem Regenten und Hirten in den Tempel der „Dahrheik geführt. Dieses Führers Macht aber wird „nicht allein Waffen noch Kriegesyeer sem, sondern bloßer „Wink' und Hauch der Lippen^ siö zeigen auf die Bahn „der Wahrheit, des Rechtes, der Tugend »Nisi des „Gortesglaubeüs hin, Und hte damals' belsuchtere „Menschheit folgt sofotc ohne Widerfianksi Solchen „Weltschmerz, solche Weltliebe und Welthoffnnng um „das Heil der ganzen Menschheit hegt unser Volk in „seiner Brust, Juda k das Weh der Menschheit tief „fühlend, sagt, Messias ist noch nicht gekommen, er „muß, er wird erst kommen, und eS blurere ob dieser „Hoffnung, ward auf Scheiterhaufen darum verbrannt, „und gab sie dennoch nicht auf. — Das kann es auch „nicht ohne Zerstörung seine-ganzen Glaubens. Denn „glaubt es an einen Gott der ganzen Welt, nun so „muß es seinem Gotteewalten einen Plan unrerlueiten, „der die ganze Welt umfaße, glaubt*- an ein Gesetz „der Seele, das für die Seele das ist, was Natur „für den Körper , nun so muß die Verwirklichung „dieses Gesetz und sein Triumph in der Weit eine „über die ganze Menschheit hindringenve Thar sein, „nicht aus einer getrennten Na ionalirat hervorgehend „und darin untergehend, sondern auf die Allnakwna- „lität der Menschheit sich ' beziehend. Das- Ziel ist „schön, ist glänzend; aber die Sprache har nicht so „viele Worte, als es Hindernisse dagegen giebr, dke „jenes Ziel fast unmöglich machen. Da . siehe! das , ist der Glauben schuldig, wenn nicht Gründe anzu- „geben, von Dem, was er sagt, doch Das waS er „sagt ganz und nicht halb zu sagen, errathe der „Menschengeist das Weitere, ahne, dickte er dunkel „das Tiefere, das er zu wissen Nörhige hört er." Hier gehet Redner zu dem mit dem Glauben an die Ankunft Messias nach seiner Ansicht zusammenhängenden Glauben an eine obere Läuterung — Belohnung und Bestrafung — und eine untere — das Weltgericht der Geschichte — wie an die Verjüngung und Auferstehung beider Träger des Gottesgesetzes, der Menschheit und Israels, die am Auferstehuugemorgen Eins sein werden. (Beschluß folgt.)

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