Der treue Zionswächter
- Journal
- Der treue Zionswächter
- Volume
- 2 (1846)
- Issue
- 30 (28.7.1846)
- Date
- 1846-07-28
- Page
- – (sequence 2)
- Language
- German
- Belongs to
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sehr wenig'bedeuten will. Der Schritt machte damals Sensation, der Chorus der Gleichgesinnten und /Schwachsehen.dcn ließ einen unendlichen Jubel ertönen, freilich .Viele nux auch, weil sie es als eine Denwnsiratlvn gegen die Rabbiner-Versammlung betrachteten, -er sie die Züchtigung vom Herzen gönnten. Jndeß die tiefer Blickenden, die strengen Anhänger orthodorer Principicn im Judcuthume, wie ließen sie sich bei dieser Gelegenheit vernehmen? In diesen Blättern wurde ausdrücklich erklärt, der ganze Protest F's habe für das orthodore Judenthum auch nicht die geringste Bedeutung, da demselben der talmudischc Boden gänzlich fehle, mehr geleugnet, als zugegeben werde. Und als kurz darauf von verschiedenen Seiten her. Dank- und Beifalls-Adressen cingefandt wurden, hörte man in befreundeten Organen wvl darüber klagen, daß von streng orthodoxer Seite jener Schritt nicht gehörig gewürdigt, aufgefaßt würde. Allerdings wurde er das, freilich in einem andern Sinne, als man es von gewisser Seite her gerne wünschte. Der Plan also im Schooße der Rabbiner-Versammlung selbst und durch dieselbe eine neue Partei zu begründen und sich zum Haupte derselben zu erklären, war mißlungen. Jetzt mußte man also direct zu Werke gehen, und kein anderer Weg blieb hierzu übrig als die Berufung einer eigenen Versammlung? Welches wird, welches kann die einzige Tendenz dieser Versammlung sein? »Eine Opposition gegen Las orthodore Judenthum," sprechen wir frei und feierlichst hiemit aus. Das orthodore Judenthum hatte in seinem Proteste seine Grundsätze, seine Neligions-Principien offen und ohne Rückhalt bekannt. Die Majorität aller verhandenen Rabbincn haben diese Grundsätze,— wenn dies überhaupt noch nvthig — durch eigenhändige Namens-Unterschrift für die Ihrigen, für die einzig wahrhaft jüdischen anerkannt. Deutsche, Französische, Holländische, Ungarsche — jetzt sogar sämmtliche Rabbinen Palästina's — haben wenigstens eine Autorität aufgestellt, die an Bedeutung, an Zahl, sobald von kciner ähnlichen Vers, paralysirt werden möchte. Dem vr. Frankel war derselbe Protest, wieman ganz gut weiß, ebenfalls zur Unterschrift vorgelegt; er verweigerte die seinige. Und zwar nicht etwa auS äußern, persönlichen; nein, einzig und allein ans principiellen Gründen. Damit war es klar und deutlich ausgesprochen, daß jenes orthodore Judenthum nicht dasseine sei, daß er ein anderes, ein neues wolle. Das ist nun derselbe, der jetzt den Aufruf zur Theologen-Versammlung erlassen. Wer sind die Hauptfördcrcr, welche Namen werden als Lockspeise gebraucht? In den Reihen jener protcstirendcn Rabbiner suche man sie nicht. Im Gegcntheile! Auch ihnen wurde den Protest größtcntheils vorgelcgt, auch sie verweigerten ihre Unterschrift, beurkundeten dadurch, daß das orthodre Judcnthum der Majorität, nicht das ihrige sei. Damit aber har diese ganze Partei ein für allemal durchaus eine entschiedene Stellung angenommen. Wir wollen nicht verdächtigen, wollen überhaupt unsere Prognose nicht auf zu lange Zeit voraus stellen; aber nahe liegt es nach solchen Prämissen, nach solchen bewährten Thatsachen, nach offen genug ausgesprochenen Grundsätzen, daß O'pO',2 nicht ferner die Autorität jener beabsichtigten Theologen- Versammlung sein werden. Der bisherigen soll eine quasi - talmudischc Autorität' entgegengesetzt, starr und der gemäßigte Fortschritt maßgebend werden. Wenn auch nicht in diesem Sinne und Umfange gleich in der ersten Versammlung ausgesprochen — man muß natürlich behutsam anftreten —; das ist ohne Zweifel der Weg, den man gehen muß. — Wir sind zum Ziele. Der Aufruf zur Bildung der Theologen-Vcrsammlung, ist nicht im Geiste des orthodorcn Judenthums erlassen; entschieden muß dasselbe sich von ihm lossagen. Mögen Einzelne der früher» Protestirenden jene Versammlung besuchen; nun gut! ihre Absicht dabei mag gerade so sehr OL"? O'22' sein, als der gewisser Anderer beim Besuch der Rabbiner-Versammlung; treulos den früher von ihnen ausgesprochenen und besiegelten Grundsätzen, wird wol kaum ein Rabbiner werden. Jenes unabänderliche, ewige Judenthum aber steht so fest, daß es auch durch diesen neuen Kampf in Nichts erschüttert, siegreich wie bisher ans allen Stürmen hcrvorgehen wird, gewaffnet gegen offene wie gegen versteckte Angriffe, eine heilige, eine ewige, eine ganze Gottes-Religion.