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Der treue Zionswächter · 1846-06-09 · 23 (9.6.1846) · page 7

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Journal
Der treue Zionswächter
Volume
2 (1846)
Issue
23 (9.6.1846)
Date
1846-06-09
Page
– (sequence 7)
Language
German
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back herzliche, ricfergreifende Morre, sie sprachen mit Thränen und mir Thränenströmen erwiederre die anwesende Trauerversammlung. Um 12 Uhr setzte sich der Zug, durch die lobenswerrhen Bemühungen des wackern Bezlrksälresten Moses Sondheimer von Ducken, eines Herzensfreundes des Verstorbenen, mit würdevoller Ordnung in Bewegung. Der eben erwähnre treffliche Herr BezirkSälreste (der achcungswürdige Hr. Bezirksälceste Arnstein zu Werrheim, ebenfalls treuer Freund des Verewigten, war wegen Unwohlsein verhindert, dem Leichenbegängnisse anzuwohnen), so wie die Mitglieder des hiesigen BegrabnißvereinS und Synagogenvorstehcr trugen zunächst abwechselnd die Bahre, die ihnen auch jetzt noch ein Heiligthum enthielt. Dem Sarge folgten zuförderst die Herren Rabbiner von Mosbach und Merchingen, dann Herr Rabbiner Hirsch von Berlichingen und Herr RabbinalScandidat Dreifuß, seit drei Zähren AmtSgehülfe deS Verstorbenen, alsdann die Herrn Vorsänger und Lehrer, begleitet von der Schuljugend mehrerer Gemeinden, und hernach ein unabsehbarer Zug von Männern und Frauen, von Zungen und Alten. Auf dem Friedhofe angelangt, hielt Herr Rabb. Friedderg von Mosbach eine nach Form und Znhalk ausgezeichnete Leichenrede, er sprach die Sprache deS Herzens und in die Herzen aller drang sie, seine Rede alkmete Theilnahme und Liebe, und mir Thränen deS DankeS und der Liebe wurde ihm von allen Zuhörern ohne Unterschied deS Glaubens erwiederr. Darum mußte nun auch daS niederdrückende Gefühl deS Schmerzes über den tiefempfundenen Verlust, dem der Wehmuch weichen und ein Balsam göttlicher Heilung fiel unvermerkt in die verwundeten Gemächer zumal als auch der sehr gelehrte und beredte ehrwürdige evang. Ortspfarrer dahier, Herr Adolph Schwarz vor den Sarg hintrak und mit solcher Znnigkeit und Freundschaft gegen den seligen Rabb. Rothenburger sprach, daß kein Herz ungerührt, kein Auge thränenleer blieb — Seine Worte athmete edle Toleranz und Humanitär. Za dieser hochachrungSwürdige christl. Geistliche hat durch seine musterhafte Rede dargethan, daß man ganz in und mir seinem Dekenntnißglauben leben — und doch den würdigen Mann eines anderen Bekenntnisses, der treulich seines Glaubens lebte, als einen Frommen vor Gott achten und lieben könne; er har durch diesen Acr selbst zur Wahrheit gemacht die erhabenen von ihm gesprochenen Worte deS Weisen »das Andenken des Frommen gereicht zum Segen " Denn wo von den Hirten der Christenheit eine so duldsam liebevolle Sprache gesprochen wird, da wird Liebe gesäet, aus der der Friede und die Versöhnung keimet und wachset. — Und so hac der edle Dahingeschiedene, der bei seinem Leben so viele Tugenden besaß, so viel GureS übte und in so kalter Zeit noch so viele Hunderte für Religion Mrm erhalten har, noch bei feinem Gang zum Grabe die himmlische Saat des Friedens und der Versühnung ausstreuen helfen. — Wohl ihm, sein Andenken ist und bleibt ein Segen! Zhm ist die Erde leicht, er feiert nun die ewige Sabbathruhe, zu der er eingegangen, er lebt bei dem offenbarten lebendigen Gott, denn die wahrhaft frommen sterben nicht. v. P r e u ft e n. Thor». Meine frühere Bemerkung, daß Iolowicz nickt Rabbiner, sondern Lehrer in Kulm sei, hat sich auf's Neue wieder bewährt. Genannter wollte sein thatkräftiges Wirken durch Gründung einer neuen Religionsschule daselbst zu erkennen geben, allein ihm ward von Seiten des Vorstandes Widerstand geleistet, mit dem Bedeuten, daß dies Sacke des Rabbiners und nicht Lehrers sei. Trotzdem wollte sich Zolowicz sein ihm angeblich als Rabbiner gebührendes Recht nicht nehmen lassen, sich darauf berufend, daß er Mitglied der Rabbiner-Versammlung gewesen. Allein der Vorstand wollte dieses Argument nickt gelten lassen, und so mußte unser Herr Lehrer Zolowicz mir langer Nase abziehen. Dänemark. Kopenhagen, im Mai. Unsere, erst vor einigen Zähren erbaute Synagoge, bedarf schon einer bedeutenden Reparatur. Durch Einsinken hat sie nämlich einen so bedeutenden Schaden erlitten, daß sie auf längere Zeit unbrauchbar ist und wir zu einem Privat-Locale unsere Zuflucht zu nehmen genörhigr sind. Wir hoffen jedoch, daß die Wiederherstellung derselben noch vor LMi vollendet sein wird.

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