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Der treue Zionswächter · 1846-04-28 · 17 (28.4.1846) · page 15

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Journal
Der treue Zionswächter
Volume
2 (1846)
Issue
17 (28.4.1846)
Date
1846-04-28
Page
– (sequence 15)
Language
German
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der erfreulichen Erfahrung, es ausfprechen, daß die Schule trotz der Entwendung doch die schönsten Früchte zu Tage fördere. Er schloß darauf mit einem innigen Wunsche daß dieses Vorurtheil bald ganz aufhören möge, und fügte dem Ganzen ein Gebet für die Schule, die Gemeinde, die Stadtbehörden, die Regierung zu Magdeburg hinzu, welches Alles diese Stunde zu einer sehr feierlichen machte. Auch trugen sehr sinnreiche, im Anfänge und in der Mitte dieser Rede von der Schuljugend ausgeführte jüdische Cantaten, so wie am Schluffe ein vondemHrn. Oberlehrer verfaßtes deutsches Jubellied zur Steigerung dieser höhern Weihe sehr viel bei, und wird uns Allen diese. Stunde gewiß unvergeßlich bleiben. Auch die. hohen Gäste waren sichtlich gerührt, und hielten nur deshalb eine augenblickliche Danksagung zurück, um die Ausführung des Programmes, nach welchem Herr Samuel Baer noch eine Schlußrede halten sollte, nicht zu verzögern. Derselbe begann auch nach Beendigung des Jubelgesangs seine Rede, die ebenso wie die deS Herrn Lasch, Nichts zu wünschen übrig ließ. Er begann mit einer kurzen Geschichte dieses Institutes, machte darauf aufmerksam, wie sehr sich die materiellen Verhältnisse trotz der leider unverhältnißmäßigen Abnahme der Schüleranzahl durch Umsicht und Sparsamkeit der Herren Administratoren gebessert haben, fügte darauf eine kurze, aber würdige Anerkennung aller an der Anstalt mitwirkenden Lehrer hinzu, entgegnete vermöge seiner Function eines Administrators die Anklage: die Administratoren wüßten nicht. waS sie wollten, mit einer wahrhaft klassischen Darlegung der Idee dieser ganzen Schule, ging darauf zu der unglücklichen Differenz zwischen der Schule und dem Hause über, machte einige Vorschläge zur Ausgleichung derselben, fügte einige Desideria zur Förderung der Schule überhaupt hinzu, und schloß mit einem herrlichen Gebete für die Schule, die Gemeinde, die hohen Stadtbehörden, und besonders die Familie des Herrn Oberbürgermeisters, die Negierung und den preußischen Staat. Hiermit endete die Feier des Tages, die Aufregung war aber aufs Höchste gestiegen, der Herr Probst und geheimer Regierungsrath stand sogleich auf um dem Redner mit einem warmen Händedruck im Namen aller Anwesenden seinen innigsten Dank abzustatren; ebenso unterließ er nicht, dem Herrn Lasch in gleicher Weise seinen hohen Dank zu zollen. Der Herr Regierungsrath Hahn bedankte sich mehrmals für die schöne Rede, der er mit großer Aufmerksamkeit gefolgt sei; desgleichen die Herren Direktoren und Lehrer, die Herrn Baer noch besonders ersuchten, die andeutungsweise angeführten leitenden Gedanken über den Elementarunterricht späterhin einmal auszuführen. Ich erfuhr in diesen Tagen noch mehrere Ausdrücke der Begeisterung, die die Anwesenden, besonders aber der Herr Probst und Regierungsrath gegen viele Direktoren und Behörden über diese Anstalt und ihre würdigen Lehrer geäußert haben sollen. Nach dem Beschlüsse wurde die sämmtliche Schuljugend für die Mühen des Tages durch einen sinnlichen Genuß entschädigt und belustigt; ihre Leistungen jedoch durch Vertheilung von Prämien nach Verhältniß ihrer Tüchtigkeit gewürdigt. Ich enthalte mich nun aller weitern Bemerkungen, die Sache spricht für sich selbst. Wohl aber würde es mich sehr freuen, wenn ich vielleicht dazn beigetragen habe, durch diesen authentischen Bericht Böswilligkeiten entgegenzuarbeiten, die in unsrer Gemeinde noch hin und wieder auftauchey. Mögen diese doch bald gänzlich verschwinden.

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