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Der treue Zionswächter · 1846-04-28 · 17 (28.4.1846) · page 10

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Journal
Der treue Zionswächter
Volume
2 (1846)
Issue
17 (28.4.1846)
Date
1846-04-28
Page
– (sequence 10)
Language
German
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unsrer Vaterstadt zur Ehre gereicht, desto mehr hatte diese die Verpflichtung, durch eine wahrhaft jüdische Erziehungsanstalt für die stete Erhaltung dieser Zierde zu sorgen. Dies machte in dem letzten Decenium des I8ten Jahrhunderts in dem hochherzigem sel. Hirsch Borchert den Wunsch rege, durch seine eignen Mittel hier eine Schule zu gründen, welche zunächst Jünger der jüdischen Wissenschaft heranbilden solle, aber auch die Anforderungen nicht zurückweise, welche die Humanitätsstudien uuabweiSlich an uns richten. Wie lebendig diese Idee in ikm lebte, mit welcher Aufopferung er dieselbe zu realisiren strebte, wie er Alles, was er sein ELgenthum nannte, dieser Idee,, seinem wahrhaften Eigenthume, freudig opferte, dafür zeuget jede Zeile seines ewig denkwürdigen Testamentes. Es spricht sich darin eine solche Lauterkeit des Gemüthes und Begeisterung für diese sittliche Idee aus, wie sie sicher nicht größer zu denken ist, und wie sie nur bei einem Manne möglich war, der einen Gedanken mit solcher Lebendigkeit aufzufassen vermochte. Das von ihm gegründete Institut nun ist ein Spiegel seines erhabnen Lebens. Wie er selbst mit allen physischen und geistigen Kräften seinem Volke und seinem Glauben zugethan war, so hielt er auf den Grundsatz fest, daß eine jüdische Schule zunächst und ganz vorzüglich das Element des Jüdischen enthalten müsse. Wie ihm aber auch seine bürgerlichen Pflichten und seine allgemein menschliche Stellung nicht entgingen; so hielt er auch dafür, daß eine jüdische Anstalt auch den Saamen ächten Bürgerthums und wahrhafter Humanität ausstreuen müsse. Unsre Schule hat daher nach den unzweideutigen Bestimmungen deS Testators vorzugsweise für das Studium des und zu sorgen, und die Zöglinge darin so weit zu fördern, als es nur immer möglich ist; für den übrigen Elementarunterricht wurden von ihm einige Stunden wöchentlich bestimmt. Die Anstalt sollte demnach Fundamentalschule der jüdischen Wissenschaften und Elementarschule alles Wissenswerthen überhaupt sein. Der sel. Herr Testator bestimmte selbst die von ihm für nöthig erachteten, Lehrgegenstände, und beauftragte 7 Administratoren hiesiger Gemeinde mit der gewissenhaften Ueberwachung derselben?) Mit dem Wie schon früher dieses Ehrenamt nur mit den wür- Sommer 1,796 begann die Realisation dieses Institutes, mit der Erziehung zweier Knaben beginnend, und denselben Wechselfällen der Entwickelung unterworfen, wie das Erziehungswesen der neueren Zeit überhaupt. Dazu kam, daß die ersten 25 Jahre seiner Geschichte fast ganz in jene stürmischen Zeiten des preußischen Landes fielen, die dem Wachsthume einer so jungen Anstalt nicht sehr förderlich sein konnten. - Außerdem ist die Eutwickelungsgeschichte jener Zeit mit der Geschichte unserer Gemeinde überhaupt so sehr verwebt, daß ich bei der Auseinandersetzung desselben auf viele minutiöse Kleinigkeiten entgehen müßte, welche höchstens von localem Interesse sein könnten. Da ich mich aber so allgemein wie möglich halten will, so gehe ich sogleich zum Jahre 1820 über, seit welchem dasselbe sich der Leitung des würdigen Lehrers und jetzigen ^Oberlehrers, des Herrn Lasch zu erfreuen hat. Der strengen Religiösität, dem rühmlichen Eifer und der nnermüdeten Aufopferung desselben verdankt das Institut ganz besonders die hohe Stellung, welche es jetzt in der Reihe der hiesigen Elementarschulen einnimmt, und Schreiber dieses, der demselben auch die Elemente seiner Ausbildung verdankt, nimmt mit großem Vergnügen diese Gelegenheit wahr, demselben im Namen vieler seiner Commilitonen hiermit öffentlich seinen innigsten Dank zu zollen. Jeder, der nur einigermaßen mit den Bedingungen einer guten Elementarschule vertraut ist, weiß, wie nothwendig es sei, daß sich ein Gedanke durchdieselbe hindurchziehe; daß gerade die Einsicht und Umsicht des Oberlehrers die Leistungen aller einzeln witwirkenden Lehrer zu einem harmonischen Ganzen verbinde, und die mechanische Zusammensetzung zu einer organischen Totalbildung erhebe. So wurde uns durch dessen praktische Religiösitat stets lebendig erhalten, waS seine Belehrung unserm Geiste mittheilte; so drängle sich unserm jugendlichen Geiste durch die wissenschaftliche Tüchtigkeit desselben immer mehr die Ueberzeugung digsten Männern der Gemeinde besetzt wurden, so sind auch jetzt die achtbarsten Gcmeindeglieder dazu erwählt, und besteht das Collegium jetzt aus: dem Herrn Nabb.-Asscssor Mathias Levian, dem Senior des Vorstandes. Herrn Alexander» den beiden Klausgelehrten Hrn. Jo.scph Eger rnd Hrn- Gerson Josaphat, dem Hrn- Kaufm. E> Heller, dem Hrn. Kanfm. Joseph Hirsch u. dem Hrn- Spndikatssecretär Samuel Bär.

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