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Der treue Zionswächter · 1846-04-28 · 17 (28.4.1846) · page 9

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Journal
Der treue Zionswächter
Volume
2 (1846)
Issue
17 (28.4.1846)
Date
1846-04-28
Page
– (sequence 9)
Language
German
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z« M LS des . t V euen Z» r ons - W ä ch t e v s. der jüdischen Schule zu Halberstadt, abgehalteu bei Gelegenheit der 50jährigen Jubelfeier dieser Anstalt. Wenn imsre Gemeinde nicht zu der großen Anzahl derer gehört, welche die jüdischen Organe dazu benutzen, durch die Suada der hundertköpfigeu Fama ihre Angelegenheiten schrittweise vor den Augen der Welt zu betreiben, denen oft selbst der leidenschaftlichste Zeitungsleser kein Interesse mehr abgewinnen kann, so möge man nicht glauben, daß hier die Ruhe eines Kirchhofes herrsche. Es wird dafür schon durch die eifrigen Bemühungen einiger Mitglieder unserer Gemeinde, welche leider! nichts weniger, als friedlich zu nennen ist, gesorgt. Doch, davon werde ich Ihnen vielleicht nächstens mit einigen Pröbchen aufwarten. Heute werde ich Ihnen streng nach dem Grundsätze „kspta loqurmtur" ohne Posaunenschall und Prunk, ohne Reflexionen und Noten einen praktischen Beweis liefern, zu welche schönen Resultaten eine sattelfeste, orthodoxe Richtung führe. Die Factionen in unserer Gemeinde drehen sich um die Pole der Verwaltung der größeren und kleineren Gemeinde, d. h. der Gemeindeverwaltung und Schuladministration. Es werden aus allen Ecken und Enden Uebelstände hervorgesucht, auch fehlt es nicht an Insinuationen und Invectiven, deren leicht zu erratheuder immomenter Hintergrund immer derselbe ist, nämlich: die Verwaltung ist eine zu orthodoxe. Bei dieser so prinzipiellen Triebfeder des Kampfes müssen sich die Scharmützel natürlich zu Legionen häufen, und die Geschichte desselben muß ebenso ermüdend, wie undankbar sein. Ich will Ihnen dafür heute lieber ein treues Bild entwerfen, welches mehr als Millionen Phrasen das Zeugniß ablegt, wozu es führt, wenn die Orthodoxie sich nicht irre machen läßt, Redensarten mit Thaten zu erwiedern. Wenn eine kleinere Gemeinde, wie die unsrige, bereits länger als zwei Jahrhunderte ihren weitverbreiteten Ruf behauptet, so hat sie den Grund dazu in der praktischen und theoretischen Frömmigkeit ihrer Mitglieder zu suchen. Erstere sichert ihr ihre Idealität nach innen, und wird bedingt durch gemeinsamen Eifer zur Förderung des Gemeinwohls durch unbeugsame Gewissenhaftigkeit in der Uebernahme eines Amtes. Letztere verschafft ihr ganz vorzüglich Anerkennung nach Außen, und wird erreicht durch eine allgemeine Wissenschaftlichkeit und besonders durch eine Liebe zur jüdischen Wissenschaft. Die Aneignung dieser unsrer Nationalliteratur zeichnete ganz besonders eine Familie unsrer Gemeinde aus, die ihre vorzüglichen Senkreben hinaussandte in die fernsten Gegenden, damit zu beglücken die größten Gemeinden Preußens, Polens und Ungarns. Je mehr eine solche Anerkennung

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