Der treue Zionswächter
- Journal
- Der treue Zionswächter
- Volume
- 2 (1846)
- Issue
- 17 (28.4.1846)
- Date
- 1846-04-28
- Page
- – (sequence 1)
- Language
- German
- Belongs to
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Per Organ WM« zur Wahrung der Interelsen des orthodoxen Indenthums. Mit Königs. Dänischem Privilegio. Verantwortlicher Redaeteur. vr. Enoch, 2. Jahrgang. Altona, den S8. April 184«. 17» Von diesem Blatte erscheint wöchentlich einmal, Dienstags, ein Bogen. Das Abonnement auf ein Jahr ist 5F Ct. (2 Thlr. pr.,3Fl. 30Xr.) Man abonnirt bei allen löbl. Postämtern, soliden Buchhandlungen und ZeitungS-Erpeditionen. Inhalt. Israels Zeitrechnung nach Mondesumlauf. Vom Oberrabbiner Ettlinger in Altona. (Fortsetzung.) Der Eid mors Mäste«, rc» Von I- Pollak, Rabb. zu Trebitsch. (Fortsetzung.) lieber ernstes Bibel-Studium. Von I. Löwenstein. (Fortfetz.) Schilderung des berühmten Oberrabbincn S. W. Schreiber zu Preßburg. Zeitungsnachrichten aus: Mühlhausen, Breslau. Prcßburg, aus dem Mecklenburgischen- Anzeiger. — Briefwechsel. Israels Zeitrechnung nach Moudesumlaus. Vom Oberrabbiner Ettlinger in Altona. (Fortsetzung.) Priester im Tempel der Aufklärung! Hast Du noch nie den Vollmond bewundert, wenn er als Silberscheibe am Firmamente glänzt, Lichtschimmer über die Erde ausgkeßend, und Dir vielleicht dabei gedacht, um wie viel glücklicher, doch find die Bewohner jenes Himmelskörpers — wenn es deren giebt — als wir, da sie stets in lichter Sphäre wohnen, während wir uns mit einem nur schwachen Abglanze seines Schimmers begnügen müssen; und hast Du, Lichtdürstender, diesem Gedanken nicht eine Thräne der Wehmuth geweiht? Doch nein; Du bist ja Priester der Vernunft; bist eingeweiht in die Geheimnisse der Natur. Du weißt, jene Mondscheibe ist nicht auS lichterem Stoffe gebildet; sie ist dunkel, wie unsere Erde, und empfängt ihr Licht von der Sonne, wie sie; und wird unsere Erde den etwaigen Mondbewohnern ebenso als glänzende Himmelsscheibe erscheinen, ihr nächtliches Dunkel zu erleuchten, zur Zeit, wo sie des Sonnenlichtes entbehren. Darin aber erblicken wir daS getreue Bild des Lichtes, womit die selbstsüchtige Aufklärung dem Glauben gegenüber sich brüstet. Gewiß ist die Vernunft der Menschheit Adel; sie ist der ihr aufgedrückre Stempel der Ebenbildlichkeit Gottes. Doch trägt Vernunft ihr Licht nicht selbstständig in sich; sie wäre dunkel, wenn sie nicht von Strahlen göttlicher Allweisheit erleuchtet würde. „Gott verleihet Weisheit, aus seinem Munde ströme Kennrniß und Vernunft." (Proverb. 2.) Gott allein ist der Welten Leuchte. Er allein ist die große Sonne deS Alls, sein L,chr selbstständig in sich tragend.*) Alles außer ihm ist dunkel, und wird, theils mittelbar, theils unmittelbar, durch ihn erleuchtet. Lehre und Vernunft sind seine Geschöpfe, sind beide von ihm eingesetzt, das geistige (1'2 '7! p!2 VQI? '2 *)