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Der treue Zionswächter · 1846-04-14 · 15 (14.4.1846) · page 7

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Journal
Der treue Zionswächter
Volume
2 (1846)
Issue
15 (14.4.1846)
Date
1846-04-14
Page
– (sequence 7)
Language
German
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men und beschlossen diese Feier. — Bei dieser Gelegenheit zeigten unsere sämmklichen verehrten Vorstands-Mitglieder ganz besonders ihren Eifer für daS religiöse und friedliebende Verfahren, und wie ihr Bestreben vorzüglich dahin gerichtet fei, den bei uns vorherrschenden Geist des religiösen Sinnes, wie der Friedfertigkeit, stets als Richtschnur ihres Verfahrens gelten zu lassen. Preußen. BreSlair. Die Nachricht, daß Geiger hoffentlich und G. s. D. für den berliner Reform-Verein ganz gewonnen werden dürfte, haben Sie in öffentlichen Blättern bereits gelesen; allein den Zusammenhang dieser Angelegenheit, so zu sagen, die Seele, die innersten Beweggründe der Handelnden sind dabei nicht angegeben, und diese sind es, dle ich Ihnen hiebei mittheile. Daß etwas Besonderes Vorgehen mußte, konnte man schon daraus entnehmen, daß in der letzteren Zeit die Vorstands - Satzungen so rasch auf einander folgten, daß man fast sagen konnte, dieses Collegium habe sich permamenr erklärt. Bald kam es denn auch an den Tag, daß zwei unserer geachretsten Vorsteher, die Herren Levy und Millich, beide als Execuroren des Fränkel'schen Testaments jetzt noch von besonderen Einflüsse, beide früher entschiedene Anhänger G.'s, sich in offene Opposition gegen denselben gesetzt hätten. Und zwar nicht etwa äußerer und persönlicher Verhältnisse halber, sondern einzig und allein aus principiellen Rücksichten. Beide Herren, obschon der aufgeklärten Partei, doch immer dem Zudenthume angehörig, hatten die feste Ueberzeugung gewonnen und ausgesprochen: lasse man G. gewähren, so würde dieser in sehr kurzer Zeit keinen Anstand mehr nehmen, Prinzipien, wie Abbringung der Verlegung des NIL? öffentlich auszusprechen und zu empfehlen. Da war es denn endlich höchste Zeit, dem verwegenen Steuermanne, der mit Riesenschritten und Dampsesgewalt aus dem Zudenthume heraussteuerre, enrgegenzurrecen, damit nicht die Gesammcheic zu Schaden käme. Das entschiedene, offene Auftreten dieser beiden Herren, der Abfall zwei so bedeutender, einflußreicher Freunde mochte G. denn wohl belehren, daß seine Rolle hier zu Ende gespielt, daß es sich jetzt nur noch um einen ehrenvollen Rückzug handle. Glauben Sie ja nicht, jene beiden berliner Reform-Herren seien wie Oeus ex muekma in die offene Scene hineingefallen? Nichts weniger als das. Mehr als viermonatliche Unterhandlungen sind diesem Schritte vorangegangen; allein einen Geistlichen wollte und mußte man haben, deshalb mußte man sich denn entschließen, zwei Abgesandte eigendö hieher zu schicken. Die Unterhandlungen sind, wie wir Ihnen gewiß versichern können, im besten Fortgänge, allein keineswegs definitiv abgeschlossen. Mit Zittern und Schrecken denken wir an die Möglichkeit, daß etwa unvorhergesehene Hindernisse diese Verhandlungen scheiterst ließen. Denn darüber herrscht jetzt nur eine Stimme hier, daß die Hieherberufung G.'s ein entsetzlicher Fehler gewesen fei, der sich durch seine Folgen arg gerächt habe. Wie ist der Frieden aus unserer sonst so ruhigen Gemeinde gewichen, wie ist der Saame der Zwietracht und des Mißtrauens in die arglosesten Gemächer gestreut. Das war vordem unter unfern würdigen RabbinenTiklin, Vater u. Sohn, doch ganz anders. Doch lassen wir das Vergangene, und sprechen es zum Schluffe nur noch unverhohlen aus, daß wir kein Heil für unser Zudenrhum erwarten, biwa noch ein oder zwei Dutzend deutscher Nabbinen zu solchen Predigern resp. Reform-Vereine ernannt werden. Denn damit sind sie aus dem Zudenthume ausgeschieden, und zugleich für die Gemeinden, für die alten Stamm- und Mutter - Gemeinden sowohl, wie für neuere, unschädlich gemacht. Zu gleicher Zeit liegt aber darin für Gemeinden und Rabbinen eine ernste Lehre, sich nicht sogenannten „unschuldigen Reformen und Neuerungen" hinzugeden. Wer diesen Weg einmal betreten, kann nicht still stehen, weniger noch rückwärts schreiten; rastlos eilt und jagt er vorwärts, bis er endlich dem Judenrhume ganz entsagt, auf fremdem Gebiete sein Heil versuchen muss! Eine ernste Lehre! Aus dem Mecklenburgischen. Zur Beruhigung für die Leser Ihres Blattes, die nach der jüngsten Entscheidung unsers Landes-Rabbiners, hinsichtlich des Genusses der Hülsen - Früchte am NOO, glauben möchten, es herrsche hier zu Lande wirklicher Mange! an Lebensmitteln, verfehle ich nicht. Ihnen mitzutheilen, daß O. s. D. die ersten Lebensbedürfnisse so hinreichend vorhanden sind, daß die von unfern Gutsbesitzern auf dem jüngsten Landtage aus freien Stücken bewilligte Lieferung von Naturalien

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