Mannheim
Compact Memory

Der treue Zionswächter · 1846-04-07 · 14 (7.4.1846) · page 7

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Der treue Zionswächter
Volume
2 (1846)
Issue
14 (7.4.1846)
Date
1846-04-07
Page
– (sequence 7)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
95% known words query
IRI
…/2625941-2626092-2626107--0392-2627914
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

No entity mentions on this page.

OCR text

Und nr den frohesten Stunden seines Lebens sieht der dortige Zude gerne den Bocher um sich und theikt gemächlich seine Freude mit ihm. Am Sabbat will sogar dem Hausvater, wie die Sage ist, das Essen nicht behagen, wenn er keinen Bocher bei Tische hat. Kurz, ein Zeder, selbst der Minderfromme, trägt gerne sein Möglichstes bei, ihre talmudische Akademie nur aufrecht zu erhalten, dem Talmudisten es möglich zu machen, daß er nur seinem Talmud obzuliegen brauche. Zch kann nicht umhin, bei dieser Gelegenheit auf den Impuls hinzuweisen, den die dortige Zugend durch ihre am Bocher bewirkten Wohlcharen dem Talmud giebr. Wunderbar ist es. wie sich dort die Liebe zum Talmud vom Vater auf den Sohn vererbt. Selbst die jungen Leute bestreben sich, die Lage des armen Bochers zu verbessern, und da sich seit Kurzem unter den reichen Bocherim ein Verein gebildet, der wöchentlich 94- Mahlzeiten an ihre armen Kollegen verrheilt, und dies allgemeine Belobung erhielt, folgten zwei junge Leute, aufgemunterr durch das Vorangehen der reichen Docherim, dem guten Beispiele und redeten einige junge Leure für die Sache an, worauf sie dem Vereine eine Summe von etlichen IM Gulden überreichten. O mögen doch die guten Keime, die sich im Herzen der dortigen Zugend entfalten nie ersticken; mögen sie vielmehr zur ernsten Reife herangedeihen; und mögen aber auch die Seufzer und Gebete des vom Dank erfüllten Herzens des dortigen Bochers für das siere Wohl jener guten Leute zum Himmel steigen, vor dem Höchsten Anklang finden. Möge er doch ausgießen das Füllhorn alles irdischen Glückes über die Häupter jener frommen und wohlkhätigen Gemeinde, und lsiöge der Glaube und die Anhänglichkeit an unfern heiligen Talmud nie auS ihrer Mitte ziehen, und mögen endlich verstummen die Lügenredner, die von Gerechten Ungerechtes schwatzen! (Fortsetzung folgt) - - ZeiLrmgsnKchrrchten. Aursiirstenthum Hessen. Cassel, den 22. März, Man ist hier allgemein der Ansicht, daß die hiesige Rabbinerstelle nicht hmge mehr unbesetzt bleiben werde. Gestern hat Herr vr. Wassermann, Rabbiner zu Müdringen im Würrembergischen, hier eine Probepredigt gehalten, und Herr Rabb. Fasse! soll zu gleichem Zwecke nach NOS hier einrreffen. Hannover. Hannover. Die Beiträge für unser Seminar nehmen überall im Lande den erwünschten Fortgang, und es ist besonders rühmlich zu erwähnen, daß sowohl hier, wie in Provinzial-Städten auch von angesehenen Christen Beiträge bewilligt werden. Der junge Rothschild zeichnete während seiner Anwesenheit Hieselbst 300 Thlr. _ Preußen. Berlin. Der in meinem Jüngsten geäußerte Wunsch, es möchte der Beschluß zum Dane einer neuen Synagoge tür s Erste noch, nicht verwirklicht werden, ist G. s. D. seitdem eine Wahrheit geworden. Die letzte in dieser Beziehung zusammenberufene Sitzung harre das Resultat» daß man sich über die wesentlichsten Punkte nicht einigen konnte, und lieber vorzog. Alles in statu quo zu belassen. Zst dieser Beschluß an und für sich selbst unter bewandren Umständen gewiß der richtigste, so beweist derselbe von der andern Seite, wie warm und standhaft unsere streng-orthodoxe Partei , mag sie sich übrigens in der Majorität oder Minorität befinden, ihre Ansichten zu vercheidigen weiß. Denn daß den Reformern solch halb-moderner Gottesdienst nicht unlieb, ist leicht zu begreifen, indem, wo dieser einmal eingeführt, Stillstand nicht mehr möglich, und jeder erste Schritt außerhalb der Synagoge am Ende zuversichtlich in der N.-V seinen Ausgang findet. Daß es demnach den wahrhaften Vertretern der Orthodoxie gelungen, trotz R -V. und den jogenannten gemäßigten Reformern jenen Beschluß herbeizuführen, begrüßen wir als ein freudiges Ereigniß, das, da jener Plan keineswegs damit aufgegeben, uns noch mehr auffordern soll, wachsam zu sein'; denn der erste Schritt ist hierbei der entscheidende, eine unabsehbare Folge anderer herbeiführend. Berlin. Noten ohne Text, für jeden verständlich, der zwischen den Reihen zu lesen vermag.

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.