Der treue Zionswächter
- Journal
- Der treue Zionswächter
- Volume
- 2 (1846)
- Issue
- 13 (31.3.1846)
- Date
- 1846-03-31
- Page
- – (sequence 6)
- Language
- German
- Belongs to
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110 Fcuerschkunde unaufhörlich lodern, entdeckt, es euch aber keineswegs gelungen, selbe im Busen eurer Leser »veiler anzuzünden: halte ich es doch nicht für ganz nutzlos, so manche eurer losen Legenden zu behellen, und dem verehrten Publikum zu zeigen, wie ihr nur auf Unkosten des Glaubens und der Wahrheit eure Späßchen fabriciren konntet. Wir übergehen nun eine scharfe Kritik über den Unsinn, der in den M. u. Sch. über „Nasireu", „Synagogen-Ritus", also weiter richten: Nachdem nun die saubere Sippschaft das religiöse Leben des Juden mit ihren Krallen von innen und außen schon umklammert, und mir ihrem atzenden Gift seine süßen Familienfreuden sowohl, als dessen Glaubens- und Gewisscnsruhe zu vergällen sucht; nachdem endlich der Klubb das Haus umzingelt, welches nach ralmudischer Lehre lebt und waltet, beschloß er, sich auch nach dem Hause zu begeben, von »bo diese Lehre auSgeht, wo es gelehrt und geforscht wird, wie man nach ihr zu leben und zu walten habe. Die Hallen wollte er niederreißen. die schon so manchen Stürmen und Angriffen entgegentrotzten, um auf deren verfallenen Ruinen seiner spottenden Gewalt Trophäen aufzupflanzen. Denn, denkt er sich, jene Mauern sind doch eine bewahrende Festung des orthodoxen Glaubens, eine treue Schutzwehr sämmtlicher gvttesfürchrigen Gemeinden. Was nützet also all unser Würhen und Toben gegen das Religions-Gebäude, so lange »vir nicht jene Festung zertrümmert haben? Und so läuft er daher auf diese Mauer los und greift sie mit allen Leibeskräften von allen Seiten an, und rüttelt und pflanzt auch an allen vier Winkeln dieser Mauer seines Spottes Fackel auf, und läßt sie hochflackernd in den Lüften knistern, auf daß die Welt bei diesek Flamme all die finstern Hallen sehe. Doch es prasselt und prasselt, die Flamme verdüstert sich allmählig; nun wirft sie noch einigemal ihre falben Flämmchen auf die noch immer unerschürrerre Mauer zurück, bis «ndlich auch das letzte erlischt, und das Auge des Bevbäcbteäs, soweit die Aussicht reicht, nichts als eine finstere rauchende Woikensaule siche, die um und um den goldenen Horizont des Glaubens schwarz, ihn aber doch nicht zu verdunkeln vermag. Ich will nicht Ihr »vcrthes Blatt, Herr Red., »nie so vielen Sätzen und Excerpten aus dem Schnokes- Magazine verunglimpfen, und Ihre Leser mögen sich bequemen, nur meiner Schilderung zu folgen, wo »vir schon die von uns besprochen »verdenden Schnokes, wenn auch nicht wörtlich, doch dem Sinne nach wiedergeben »verden. (Fortsetzung folgt.) Moderne Wahrheitsliebe und Interpretation. Von Censorinris. Vor nicht gar langer Zeit wohnte einer meiner Bekannten, ein schlichter Landbewohner, bieder an Geist, gesund an Gemüth, seiner Religion treu ergeben, während der Messe zu B. dem Gottesdienste in der dortigen Synagoge, und somit auch der Predigt H.'s bei. Zweck dieser Letztern war, da der Redner, wie er naiv gestand, sich vor so gemischtem Publikum lieber auf neutralem Gebiete bewegen wollte, zu beweisen, daß das Lesen der nicht mehr hebräisch, sondern deutsch stattfinden, wenigstens das Institut der wie die R.-V. solches beliebt, eingeführt »verden müßte. Sich über dieses Thema »veiler verbreitend, wurde unter Andern» geltend gemacht, als leitender Gedanke dann beibchalten, und die eigenen Worte des Talmuds mehrfach angeführt: ^7« rirr^L' MXQ xiL" Diese Gesetze und Bestimmungen sind unwiderruflich vergessen, und was uns übrig geblieben, sind Bruchstücke. In diesem Sinne gings weiter fort. Mein ehrlicher Landsmann »vurde nachdenkend. Jenes waren die eigenen Worte des Talmuds, worauf ein Rabb. so manche und wichtige Consequeuzen gebaut. Endlich konnte er nicht umhin, seine Gedanken einem befreundeten mitzutheilen. Der überzeugt ihn denn gar bald, daß jene Stelle einen Nachsatz habe: »5p p I'Dprr, dessen der Rabb. freilich mit keiner Sylbe während der ganzen Rede erwähnt hatte. Gleißnerisches Heuchler- Geschlecht das! ruft er in entbrannter Zornesgluth aus; aber das soll mir wenigstens die Lehre geben, »venu einer Eures Gelichters »nir fernerhin sagen