Der treue Zionswächter
- Journal
- Der treue Zionswächter
- Volume
- 2 (1846)
- Issue
- 13 (31.3.1846)
- Date
- 1846-03-31
- Page
- – (sequence 3)
- Language
- German
- Belongs to
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Gelegenheiten, sie auszubilden, von oben gegeben werden; die Ausbildung der Verstandeskräfte jedoch, so wie der Erwerb von Kenntnissen, daS edle Werk eigner Anstrengungen ihres Besitzers sind, uw so verdienstlicher für ihn, da sie selten im Leben volle Anerkennung finden. Darum mußte der Herr unter Verkündigung der Ehrfurcht seines heiligen Namens warnen „Ehre den, der Weisheit sich erworben, und bezeige damit Ehrfurcht vor deinem Gotte, denn ich, der Ewige, befehle dieses." Und diese 3 Klassen von Vorzügen, deren Verehrung an ihren Besitzern das Gesetz befiehlt, sind die 3 Kronen, von welchen unser Tert spricht. Tie Krone des Priesterthums, welche ohne alle eigne Mitwirkung, durch die Geburt allein erreicht wird, vertritt die Ehre der körperlichen Vorzüge, welche 'ebenfalls durch die Geburt verliehen sind; die Krone der Herrschaft vertritt den Ruhm, welchen Rang, Ansehen und Reichthum schafft, und die Krone der Tora die Verehrung, welche Lehre, Weisheit und Erkenntniß ihrem Besitzer erwerben. Aber alle 3 Klassen von Vorzügen, welche in der menschlichen Gesellschaft Geltung haben, waren mehr und minder vom Herrn verliehen, und zwar nach geregelten Abstufungen. Am meisten sind Geschenke des Herrn die Vorzüge, welche am Körper haftend mit der Geburt entstehen, vertreten durch die Krone des Priesterthums, welche ohne alles menschliche Hinzuthun erworben wird. Mehr schon durch eigne Mitwirkung entstehen die Vorzüge des Rangs, vertreten durch die Krone der Herrschaft, und sind daher ehrwürdiger. Am meisten aber entstehen durch eignes Verdienst die Vorzüge der Weisheit und Kenntnisse, welche die Krone der Tora vertritt, und sind daher die ehrwürdigsten unter ihnen. „Durch mich regieren Könige, herrschen edle Fürsten der Erde," läßt Salomo die Weisheit sprechen. Zum Zeichen dafür, daß diese 3 Kronen, diese 3 Klassen der menschlichen Vorzüge, Himmelsgaben seien, und daher einerseits weil sie vom Herrn verliehen sind, an ihren Besitzern geehrt werden sollen, andrerseits eben darum aber auch diese selbst nicht mit Hochmuth erfüllen dürfen, zum Zeichen dafür, sage ich, befahl der Herr, diese 3 Kronen au den 3 Gerüchen des heiligen StiftzelteS anzubringen, des Abbildes seiner Schöpfung, welches er zum irdischen Throne seiner Herrlichkeit bestimmt. Auch die Grade der Ehrwürdigkeit dieser 3 Arten menschlicher Vorzüge waren bezeichnet durch die Orre, an welchen die sie vertretenden Kronen im Hciligtume prangten. Im äußerer» Theile des Stiftzeltcs glänzte die Krone des Priesterthums am Näucheraltare '2^2 kW2 (ü - weil die'Vorzüge der Geburt unter den ehrwürdigen die unterste Stufe einnehmen. Im innercrn Theile des Heiligthums glänzte die ehrwürdigere Krone der Herrschaft am goldenen Tische des Schaubrotes. Und endlich im Atterheiligsten glänzte die ehrwürdigste dieser Kronen, dr> Krone der Tora und Weisheit an der Bnndcslace des Zeugnisses. Höher aber, m. V., als diese drei Klassen, steht die vierte Klasse menschlicher Vorzüge, die Vor» züge des Tugendlebens, welche in dem guten Rufe ihres Besitzers sich kundgeben, und welche unser Tert mit der Krone des guten Namens bezeichnet- Ihr glänzte kein Zeichen im Tempel des Herrn, weil diese Vorzüge auch in seiner Schöpfung nicht von ihm verliehen werden, sondern der alleinige edle Erwerb ihres Besitzers sind, nach dem Ausspruche unserer Weisen, „Alles steht in Gotteshand, die Ehrfurcht vor ihm allein ausgenommen, welche nur von des Sterblichen Wille abhängig ist." Am schönsten schimmert daher diese Krone eines guten Rufs, der Tugend und Frömmigkeit entstammt, unter den übrigen Kronen, welche Erdenkinder schmücken, und mit Recht sagt unser Tert, „die Krone eines guten Rufs überragt sie allsammt." — Sie ist ihres Besitzers alleinige Schöpfung, während alle übrigen mehr und minder von Gott mit verliehen werden. Darum dichtete auch der weise König — LIL' 2it2 inr2 — Besser guter Ruf als köstliches Del, womit Könige und Priester gesalbt, womit Herrschaft und Priesterthum ausgezeichnet wurden. Besser ist guter Name, als selbst das reine Del, dessen Licht als Bild der heiligen Tora auf dem goldnen Leuchter des Tempels brannte. Mögen Reiche sich nicht erheben, ob ihres Reichthums. Vergänglich sind Erdengüter; schnell fliegt Neichthum dahin. Helden mögen nicht mit ihren Siegen sich brüsten; der heutige Sieger unterliegt vielleicht morgen als Besiegter schon. Der Weise erhebe sich nicht, wenn des Lobes Weihrauch ihm duftet; ein