Mannheim
Compact Memory

Der treue Zionswächter · 1846-03-24 · 12 (24.3.1846) · page 8

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Der treue Zionswächter
Volume
2 (1846)
Issue
12 (24.3.1846)
Date
1846-03-24
Page
– (sequence 8)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
94% known words query
IRI
…/2625941-2626092-2626105--0375-2627895
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

No entity mentions on this page.

OCR text

101 Pole aufsuchen, in beide Hemisphären sich verliefen, und des Vaterhauses darüber vergessen? Nein, da liegt gewiß ein bedeutendes Mißverständniß oder gar Verläumdung zu Grunde! Doch. mein lieber Herr Damascenus, ein Vater verläumdet nicht, ein Mißverständniß ist nicht leicht denkbar, wo ich die eigenhändig geschriebenen Worte vor mir liegen habe Daß somit ein Lehrer einen solchen unmoralischen Schüler — nicht von 14, sondern von 16—17 Zähren — bei dem alle Ermahnungen fruchtlos geblieben, daß ein Rabbiner einen , von welchem er evident wußte, wie solcher keine mehr legte, nicht mehr als Schüler anerkennen wollte, und dieser, der Verachtung verfallen, dadurch veranlaßt war M. zu verlassen, werden Sie bei genauer Erwägung nicht auffallend finden können. Von polizeilicher Verfolgung konnte übrigens um so weniger die Rede sein, da e6 hier noch in frischem Andenken ist, wie im Gegenrheil H. Rabbiner E. seine Schüler gegen solche Verfolgungen, Seitens nevlogischer Intoleranz imperrirt, zu beschützen hatte, wie dieses damals sogar im „Allgemeinen Anzeiger der Deutschen" veröffentlicht worden. Wenn Sie endlich das wissenschaftliche Studium damals in M. als verpönt ausgeben, so beweist dies, seinen ralmudischen Studien nichts eifriger trieb, als eben jene verpönten Humaniora? Also abermals ein Zrrlhum. Doch — nichts für ungut! Großherzogthuii, Hessen. Darrnstadt. Dieser Tage ist wieder eine Verfügung des großhcrzogl. Minist, des Znnern zu Gunsten israelitischer Geld- und Gürer-Verhälrnisse erlassen Was aber die erfreulichste Erscheinung hiebei, ist, daß mraends das Opfer der Religion selbst für solche Erleichterungen gesorocrr wird, daß gerade im Gegenrheil durch die Pflichttreue, mir der Nabbinen und Gemeinden in überwiegendster Anzahl dem orthodoxen Zudenthume anhängen, durch die musterhafte Ordnung, in der sich Synagoge, Schule und sonstige Gemeinde- Institute überall befinden, jene günstige Stimmung bei den Behörden hcrvorgerufen, und das würdige und gemessene Auftreten des Landrabbinen, unter den Augen der höchsten Landes-Behörden, in der Residenz selbst nicht wenig dazu beigerragen, jene Stimmung zu erhöhen und zu befestigen. Preußen. Berlin. Zn einer der jüngsten Sitzungen des Gemeinde-Vorstandes wurde der Plan zur Erbauung einer neuen, großartigen Synagoge nach langen Debatten definitiv festgestellt, unter der Voraussetzung jedoch, dass das zu solchem Baue nöthkge Kapital auf dem Wege der Actien-Zeichnung zu decken sei. Durch diesen Synagogenbau, der vorzüglich im Interesse der gemäßigten Reformer und unter besonder« Auspicien des vr. Sachs vorgenommen wird, glaubt man am Gunsten der Reformer Vorbeugen zu können. Sollen wir unumwunden unsere Meinung aussvrechen, so scheinen derartige Hoffnungen auf argen Täuschungen zu beruhen, und dürfte somit der Zweck jenes Baues ein durchaus verfehlter sein. Denn daß vom Reform- Verein kein Rückschritt zur Synagoge zu erwarten, ja nur möglich sei, darüber möchte wohl kaum eln Zweifel obwalten. Aber auch im Sckooße der Gemeinde selbst möchte jener Bau. anstatt zur Vereinigung der Getrennten beizurragen. diese Trennung nur mehr befördern, und für die Folge unheilbarer machen. Die beiden altern Mitglieder des Rabbinats, und mir ihnen fast der ganze Mittelstand der Zudenheir Berlins — das 6ros der Gemeinde — f"'d allen religiösen Neuerungen entschieden entgegen. Schon einmal war das Verhälmiß mir Or. S. gestört, und nur mühsam gelang es, den Frieden, die nvrhwcndige einmal in einem bestimmten Sinne entschieden, gewiß zu giößern und bedauerlichen Zerwürfnissen führen, als cs das Unterbleiben des ganzen Planes thun würde. gefaßten Bescdluß noch nicht zu verwirklichen jedenfalls aber zuvor es noch mal reiflich zu erwägen ob nur auf solche Weise den Anforderungen eines großen sehr gro- -p ch - ff Briefwechsel. M tl l

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.