Der treue Zionswächter
- Journal
- Der treue Zionswächter
- Volume
- 2 (1846)
- Issue
- 11 (17.3.1846)
- Date
- 1846-03-17
- Page
- – (sequence 6)
- Language
- German
- Belongs to
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94 und Midrasch auf's Nachdrücklichste anempfohlen und unumwunden bekannten, daß sie über den Reichthum seiner Ideen und die originelle Auffassung der esoterischen Agada's wahrhaft erstaunt waren. Bedarf es daher, in Ansehung dieser N1Q2O."!, nicht erwähnt zu werden, dass der Standpunkt des Verfassers in den avegirren Schriften der des orthodoxen Iudenthums ist*): so dürfte, um die wesentliche Richtung der besagten Schriften kurz zu bezeichnen, die Bemerkung nicht überflüssig sein, daß solche in linguistischer Hinsicht die Tendenz Weffely's verfolgen und dessen Werken würdig an die Seite gesetzt, wo nicht als ausgebildetere betrachtet werden können; in philosophischer Beziehung aber das Ziel des illlQ in gesteigerter Weise sich versetzen, indem sie Nachweisen, wie alle wahrhaft moralischen und politischen Prinzipien und deren praktische Anwendung in der Tora vorhanden, und wie grundlos die zu den verschiedensten Zeiten von dem superstitiösen Heidenthume, wie von der herrschenden Kirche und dem flachen Nationalismus an der schriftlichen und mündlichen Lehre gemachten Ausstellungen seien. Noch bei Weitem größere Beachtung verdienen die angezeigren neuen Schriften, in welchen der Verfasser sich zur Aufgabe setzte, nachzuweisen, wie wenig die Illusionen in den Systemen des sogenannten Naturrechts bis jetzt in ihrem Lichte erkannt worden seien, und wie nur die traditionelle Tugend- und Rechrslehre eine feste Basis habe. An diese Materie knüpft er eine äußerst geistreiche Apologie der von verschiedenen Seiten'an den biblischen Heroen gemachten Ausstellungen, wie auch eine von vorzüglicher Belesenheit im Talmut, Midrasch und in den religionsgefchichrlichen und philosophischen Werken des Alterrhums überhaupt zeugenden Kommentar über die schwierigsten Stellen im Buche Hiob. Wie die früher» Werke des Verfassers, sind auch die angezeigten in sehr zierlicher und geschmackvoller (hebräischer) Sprache geschrieben, und bieten schon in dieser Beziehung das wärmste Interesse aller Freunde und Kenner der hebräischen Sprache. Die Uneigennützigkeit des Verfassers ist so allgemein bekannt, daß fast unnörhig, zu bemerken, daß seine Werke an Bemittelte für einen äußerst billigen Preis, an Unbemittelte aber unentgeltlich abgegeben werden. ») Trotzdem ^müssen wir bekennen, daß einzelne Stellen uns. Zeitungsnachrichten. Großherzogkhum Baden. Einen überaus wok^thuenden Eindruck hat im ganzen Großherzogthum die Enthüllung der Machinationen hervvrgebrachr, die, von Seiten der Reform- Partei überall künstlich gegen den würdigen Oberrath Epstein angeregt, ein Cvrrespondent in No. 4 d Bl. so wahr und richtig geschildert. Ganz einverstanden sind wir damit, daß, weil gerade die jetzige Stellung des Herrn Oberraths Epstein als eine nützliche und wohlthätige für die Gesammt-Zudenheit des Großherzoglhums sich die allgemeinste Anerkennung verschafft, eben deshalb von jener Seite nichts unversucht bleibt, denselben aus dieser einflußreichen Stellung zu verdrängen, ihn den Behörden und dem Publikum gegenüber zu verdächtigen und zu verläumden. Wie wenig aber solche Manöver nützen, wie sie im Gegen- Tage wieder den sprechendsten Beweis gehabt. Oberrath Epstein ist von der Regierung zum Mitglieds des großherzogl Ober-Studien-Rathes ernannt. Wir begrüßen diese Ernennung als eine überaus erfreulichc, und zwar in einem doppelten Sinne. Daß ein Jude, einer hohen Staats-Behörde ernannt wird, deren Wirksamkeit sich auf die wichtigsten Interessen der GesammtrVolksbildung eines ganzen Landes erstreckt, ist sicher ein schöner Beweis daß unser allvcrehrter Großherzog, human und liberal im edelsten Sinne des Wortes, wahre Tüchtigkeit überall zu schätzen, zu ehren weiß; daß. im Bereiche jeder im Staate cxistirenden Religion wahrhaftes Festhalten an deren Dogmen, strenge Befolgung der Religions-Vorschriften nicht sowohl ein Hinderniß, vielmehr eine Empfehlung für die Ehrenhaftigkeit und Biederkeit des Betreffenden sei. Aber was uns ferner bei dieser Ernennung über Alles erfreut, ist. daß darin zugleich die Anerkennung und Billigung der bisherigen Amtsführung des Herrn ObercarhS liegt; daß das, was zeitlang für jüdische Schule und Synagoge, für Gemeinde-Wesen überhaupt gelhan, sich des ferner» Schutzesder höchsten Staats- Behörde zu erfreuen haben, daß besonders bei der jetzigen wichtigen Krise, in der sich die jüdischen An-