Der treue Zionswächter
- Journal
- Der treue Zionswächter
- Volume
- 2 (1846)
- Issue
- 10 (10.3.1846)
- Date
- 1846-03-10
- Page
- – (sequence 1)
- Language
- German
- Belongs to
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2- Jahrgang Der L« Organ zur Wahrung -er Interessen vr. Enoch, Unter Verantwortlichkeit der Herold'sche Buchhandlung des orthodoxen Indenthums Von diesem Blatte erscheint wöchentlich einmal, Dienstags, auf miIahr ist?^ Ct^(2 Thlr! pr., 3Fl. 30Xr.) Man abonnirt bet allen löbl. Postämtern, soliden Hamburg, den 10. 'März 1816. Lntzalt. Das Schisma. Von vr. I. Stimme eines Orthodoxen. Von S—r, Rabbiner. (Beschluß ) Toleranz modenier Nabbinen. Das Schisma. Von vr. Z. Seit langer Zeit ist dem Schreiber dieses wohl kaum eine gelungenere Arbeit zu Gesichte gekommen, als die kürzlich in diesen Blättern mitgetheilte des Herrn I-l B—k unter dem Titel: „Die Aufgabe des orthodoxen Judenthnms in der Gegenwart". Und zwar nicht sowohl deshalb gelungen, weil sie sich etwa im äußern Glanze vollendeter Formen dem Leser darstellt, oder weil sie geistreich und treffend ihren Gegenstand im blendendsten Lichte ohne Schattenseite zu malen versucht, sondern vorzüglich deshalb, weil der Verfasser bei einer glühenden Wärme — nicht für sein Thema, vielmehr für seine Ueberzeugung — mit Kraft und Energie anftritt, weil er es wagt, ohne Rücksicht die Dinge bei ihrem wahren Namen zu nennen; weil er ehrlich ist, weil er den Muth der Meinung besitzt. Wer von uns, der es wahrhaft treu mit dem Glauben meint, der für dessen Untergrabung ein Herz, für dessen Förderung und Belebung einen Willen hat, hat es nicht mitempfunden, wie wahr der Verfall geschildert, hat es in seinem Innern sich nicht fest gelobt: Das muß anders werden, und Du selbst darfst nicht müssiger Zuschauer bleiben! Nein, Du mußt mitkämpfen, mußt mitstreben, daß eine Veränderung bewirkt werde; das ist Deine Pflicht, das fordert Deine Religion von Dip! Ja, an der Zeit wäre es, dieses träge Hinstarren, dieses müssige Zuschauen abzulegen; laßt uns in dieser Beziehung von unfern Gegnern lernen. Sehen wir sie nicht mit einer Beflissenheit, Emsigkeit zu Werke gehen, als handelte es sich wahrhaft um was Anderes, als — um Zerstören und Auflösen? Strengen sie nicht ihr ganzes Sinnen und Trachten an, um diesen Phantasmen nachzujagen, um, wenn auch nicht ihrer Ueberzeugung, doch wenigstens ihrer Eitelkeit, ihrem Egoismus überall Proselyten zu verschaffen? Und wir sollten dies Alles ruhig hinnehmen, sollten allein bei der nach allen Seiten hin herrschenden Beweglichkeit und Rührigkeit schweigen und dulden? Wir sind allerdings die Erhaltenden, die Hemmenden; allein Widerstand besteht nicht in todter, unbeweglicher Ruhe, nein! groß ist die Kraft des Angreifenden, größer aber noch die des Vertheidigenden. Und vertheidiLen wollen, vertheidigen müssen wir die so hart bedrängte Religion, deshalb lassen wir es an Ausdauer nicht fehlen, wählen mit Umsicht die geeigneten Mittel des Widerstandes. bedienen uns derselben mit Ausdauer und Beharrlichkeit. Wie wir aber im Leben des Einzelnen, und der Gesammtheit, die allgemeine Möglichkeit von der spe-