Der treue Zionswächter
- Journal
- Der treue Zionswächter
- Volume
- 2 (1846)
- Issue
- 9 (3.3.1846)
- Date
- 1846-03-03
- Page
- – (sequence 15)
- Language
- German
- Belongs to
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?s Hört, Brüder, Söhne Israel-! Laßt euch erzählen, oder forschet selbst in der Weltgeschichte, die traurigen Folgen, welche die Neuerungssuchr ehemals unfern Brüdern in Spanien und Portugal zuzog; und schon diese schauderhafte Erinnerung allein möge für uns Motiv genug sein, die nun unter Israel abermals aufkommende Reform- und Neuerungssucht unterdrücken, und von dem uns überkommenen jüdischen Gesetze, dem theuern Erbtheile unserer Väter, nie abweichen zu wollen. Endlich die dritte Veranlassung, wodurch meinen mehrbesagten religiös-moralischen Arbeiten eine allgemein gute Aufnahme zu Theil wurde, ist: e) Weil ich bei Verfassung derselben wohl eingedenk war, daß keine weise Regierung mit Stillschweigen zusehen werde, wenn neue sekrenarlige Lehren der Religion im Staate außgebreiret werden, die zur Freigeisterei, somit auch zum Streben nach Unabhängigkeit und endlich zur Aufwiegelung und zum Ungehorsam gegen die Staatsgesetze führen, und hierdurch den Grund untergraben» auf welchem die Glückseligkeit des gesellschaftlichen Lebens beruht. Daher, alSjich im letzten Werke zweiter Abrheilung über Verordnung und das Verfügen in Rcligionssachen abh'andelte, hielt ich mich hiebei in bescheidener Beschränktheit und setzte zum Befugnisse und zur Vornahme derlei Anordnungen folgende Bedingnisse als unerläßlich fest, als: Sei nur den jedesmaligen wirklich auroristrten Rabbinern, Männern, deren ächte Religiösität, als auch deren gründliche Gelehrsamkeit und richtige Denkungsart allgemein hekannr ist, das Besugniß einzuräumen, zweckdienliche Anordnungen in Neligionssachen einzuführen; und nur sie seien ermächtigt, die religiösen Angelegenheiten , die Gemeinde- und Synagogen - Verhältnisse ihrer Glaubensbrüder so zu ordnen, wie es entsprechend den jüdischen und Staats-Gesetzen, das eigene Wohl der Gemeinden, wie deS Staates selbst erfordert. Würden jene sonach oft bemeldeten deutschen Männer bei ihren Berarhungen in Religions-Angelegenheiten zur Hälfte eingedenk gewesen sein, — es würde ihnen dann nicht einmal eingefallen sein, sich für Zudenchum und Rabbinismus konsiituiren zu wollen, und sich gleichsam als hiezu berufen auszugeben; sie würden ferner um noch viel weniger sich unterfangen haben, solche unrichtige und für bas wirkliche Zudenchum ganz falsche Beschlüsse zu fassen und selbe sogar zu veröffentlichen. Nun aber wie anmaßend und vermessen erscheinen nicht ihre derartigen Unternehmungen an sich schon, bei welchen es sich um das Allerwichkigste, um Angelegenheiten handelt, die Israels Seelenheil betreffen, unser wahres Leben 27^.1 begründen sollen, und zu deren Schlichtung aber gerade diese Unternehmer als hiezu Ungeweihre und Unberufene zu bet»achten seien? Und um wie viel dreister erscheinen sogar ihre hiebei gefaßten Entschlüsse, deren Tendenz aus vielfachen Ursachen als verwerflich und nichtig anzusehen ist? Um so mehr, als diese Männer nichts weniger als wirklich aurorisirce Rabbiner sind, weder gründliche Kenntnisse rabbinischer Schriften besitzen, noch im Rufe ächrer Religiösität stehen; in ihren Beschlüssen ohne Spur des etwaigen Quellenstudiums willkührliche Aenderungen oder Abschaffung der wichtigen und wichtigsten Reitgionsvorschrifcen sowol für dermal, als für stabil vorgenommen; und endlich diese ihre sekririschen Meinungen und ketzerischen Bestrebungen auch noch durch öffentliche Kunde zu verbreiten sich unterstanden, ohne vorher hiezu um deren Anerkennung bei einer der landesfürstlichen Regierungen und höchsten Behörden anqesucht oder sonst die rechtliche Ermächtigung hiezu sich verschafft zu haben. Demnach wöget ihr, theure gläubige Brüder, euch ja hiemit warnen lassen, keine TheNgenossen von jenen rheils zwecklosen, theils unheilbringenden Verhandlungen zu sein; und erlaube ich mir, unmaßgebend euch schließlich noch auf den früher» Vers des Eingangs im gedruckten Aufrufe angesetzten Motto's aus 7X^7.' zu verweisen, daselbst es heißt: dl,7 2212^ 22L'l X71-iSllLN, wer nun die Ermahnungsstimme des Posaunenschalls hört, und hiedurch sich doch nicht warnen läßt, 12^X12 121 dieser dürfte dann die Schuld seiner etwaigen (moralischen) Vernichtung sich selbst zuzuschreiben haben. «17.1 Hingegen der sich allerdings har warnen lassen, 272 12'dü har wohl dadurch seine Person, sein eigentliches Ich vom moralischen Verderben gerettet.