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Der treue Zionswächter · 1846-03-03 · 9 (3.3.1846) · page 9

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Journal
Der treue Zionswächter
Volume
2 (1846)
Issue
9 (3.3.1846)
Date
1846-03-03
Page
– (sequence 9)
Language
German
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Beilage zu N des treuen Zions-Wächters. Hamburg, den 3. Marz 1846. des Herrn Rabbinen Naftali Benedict zu Schaff« in Mähren an seine Glaubensgenossen. „Als vor mehreren Zähren ich mich aus wichtiger Veranlassung zur Verfassung zweier meiner Religions¬ und Sittenbücher anschickte, so unter Anleitung und Aufsicht meines gottseligen Herrn Vaters, Markus Benedict geschah, wurden mir von eben diesem hochgelehrten, einsichtsvollen Manne drei der wichtigsten Ansichten, und zugleich mir hiebei anbefohlen, daß darnach mein Augenmerk vornehmlich und dergestalt gerichtet sein solle, daß solche den bearbeitenden Werken zu Grunde liegen mögen. — Zch gehorsamer genau diesem Aufträge, und siehe! der lohnende Erfolg hievon war, daß, als eben diese meine, mit einer Markus Benedicrischen Begutachtung versehenen Werke, unter dem Titel: „Emunath Israel!" und-br-w'i.iwv rn (Wien, bei Anton Strauß 1827) zu Tage gefördert wurden, dieselben deshalb von jeglichem redlich gesinnten Leser, ohne Unterschied der Konfessionen gleich beifällig ausgenommen worden sind. — Diese so gewichtigen 3 Punkte, wodurch sich meine besagten religiös-moralischen Bücher, denen siezu Grunde gelegtwurden, des allgemeinen Beifalls hauptsächlich zu erfreuen hatten, sind: a) Weil die daselbst vorherrschende Ansicht keine andere war, als klar darzurhun, daß ein gründlicher Vortrag der positiven und geoffenbarten Glaubenslehre, welche besonders der jüdischen Nation eigenrhümlich ist. ein wesentliches Erforderniß sein dürfte, den Wahrheiten der Moral unter den Zsraeliken Autoritär und Konsistenz zu geben. Diese Ansicht scheine aber in den neuern Zeiten nicht nach Verdienst beachtet zu sein; — und es laßt sich sonach die bescheidene Vermurhung wol aussprechen, daß es den hochweisen Behörden nicht gleichgültig sein möge, ob die Moralität einer ganzen Nation auf den lockeren Stützen einer allzuoft durch individuelle Fähigkeiten, Verhältnisse und Tempramente modifizieren Natur- und Vernunfrreligion (so mehrere andere ans Licht getretenen israelitischen Sittenbücher durch ihre bloss moralische Tendenz zu unterrichten scheinen) oder auf die breite und feste Basis der positiven und geoffenbarten Glaubenslehre gegründet werde, — und es mag sich dann die allgemeine Sage wol behaupten: daß kein leichtgläubiger Jüraelit als echt braver Mensch gegen Menschen gelten könne; so wie kein ungläubiger Christ ein redlich consequenter Christ gegen andere sein dürfte. Wer genuß- und gewinnsüchtig ist, immer lebenslustig sein will oder sonst eitel genug ist, auf nichtige Dinge, auf vergänglich irdisches Gut einen allzugroßen Werth zu setzen, und daran mit heißer Inbrunst saugt, wer aus Hang zur Gemächlichkeit die göttlichen Ceremonialgebote unterläßt, aus Hingebung zur Lüsternheit dessen heilige Verbote Übertritt, und sonach die Pflichten gegen Gort und dessen Lehre nicht beachtet, wird, dem Egoismus huldigend, auch jene gegen feine Nebenmenschen unberücksichtigt lassen; er wird keineswegs geneigt sein, wahrhaft moralisch handeln zu wollen, und noch viel weniger zur Förderung des WohlS und Heils Anderer etwas von seinem irdischen vermeintlichen eigenen Wohls aufzuopfern gedenken; — worauf aber schon Salomo mit den Worten hindeutet: ."imrr «,22 (1"2 -21 (Die Seele eines Gottlosen hat eine unedle Neigung, einen Trieb zum Bösen, so daß bei einem solchen auch sein Nächster auf keme Begünstigung rechnen kann). Wie ein ganz entgegengesetztes System läßt sich aber aus den uns vorliegenden Protokollen jener unberufenen Richter entnehmen. Es scheint aus dem verderblichen Geist, der diese ihre Verhandlungen durchweht, als wollten sie sagen: immerhin seien nur die Glaubenswahrherken von der Erhabenheit Gottes, um dar-

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