Der treue Zionswächter
- Journal
- Der treue Zionswächter
- Volume
- 2 (1846)
- Issue
- 6 (10.2.1846)
- Date
- 1846-02-10
- Page
- – (sequence 8)
- Language
- German
- Belongs to
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48 'Die Zudenheit seit beinahe zweitausend Zähren im Exil, deren Lehrer gerade so lebten und handelten, wie Diejenigen, die man heut zu Tage O'O'U nennt, (denn sie haben ja das Zeremonialgesetz nicht abzuschaffen gesucht,) diese Zudenheit hat allen Verfolgungen und Verlockungen getrotzt und das Zudenthum durch alle Stürme unversehrt getragen und gerettet. Kaum sind es aber zwei Decennien, seitdem Zhr Eure Thärigkeit entwickelt, und die Meisten/ die sich zu Euch halten, haben alles Jüdische bis auf die letzte Spur abgestreifr. Der alte Rabbiner verstand es zwar nicht, zierlich und schöngeistig zu reden, aber er redete wahrhaftig, vom Herzen zum Herzen. Der alte Jude lernre seine Glaubensartikel nicht auswendig, aber er fühlte sie innerlich und besiegelte seinen Glauben mir seinem Blute. Wisset Zhr, warum mancher orthvdore Jude selbst das bessere Neue zurückweisck? Weil es von Leuten kommt, die sich dem Zudenthume feindlich zeigenvon Leuten, die mitunter einen Eisenmenger im falschen Denunciren übcrbicten; weil man ihm mit der einen Hand zehnfach nehmen will, was man ihm mit der andern bietet; weil man ihm Chorgesang und Predigt als Surrogat für Alles, was ihm heilig war, unterschieben will. Wollet Zhr den neuen sog. Verbesserungen bei den rechtgläubigen Juden Eingang verschaffen, so lebet erst selbst rechtgläubig, und man wird mit Liebe und Vertrauen das wahre Gute und Bessere adoptiren. Nun, mein lieber „Oberschlesier", Sie sehen, ich habe Ihre werrhe Person ganz aus dem Spiele gelassen. Sie werden mir eS sicherlich aber Dank wissen, daß ich Zhnen hiermit Gelegenheit gegeben, die Feder wieder zu rühren und Ihrer Galle Luft zu machen. Leben Sie wohl, wir sprechen uns sobald nicyr wieder. S. H... Literarische Notizen Wir machen unsere Leser gefälligst aufmerksam auf folgendes Werk: Bei S. Anhuth in Danzig ist so eben in Commission erschienen: Schulchan Much, Mach Chajim Ceremonial-Gebräuche -er Israeliten. Für Haus und Synagoge, mit vielen neuen Anmerkungen. Gr. 8. Geh. 43- Bog. Da dieses Werk an die deutschen Buchhandlungen nur auf Bestellung versandt wird, so ersucht der Verleger Diejenigen, wclcbe sich für dasselbe intercssiren, bei der zunächst gelegenen soliden Buchhandlung ihre Bestellung zu machen. Die Redaktion. Zm Verlage der C. H. Beck'schen Buchhandlung in Nördlingen ist erschienen und durch alle Buchhandlungen zu beziehen: Eine Volksfchrifr für Israeliten, verfaßt von Simon Krämer, Lehrer an der israelikisch-deutschen Schule zu Altenmnhr. Auf diese interessante Volkeschrisr, die in anregender, leicht faßlicher Sprache besonders der israelitischen Jugend zu empfehlen sein möchte, machen wir besonders aufmerksam. Die Netaction. Briefwechsel.