Der treue Zionswächter
- Journal
- Der treue Zionswächter
- Volume
- 2 (1846)
- Issue
- 6 (10.2.1846)
- Date
- 1846-02-10
- Page
- – (sequence 1)
- Language
- German
- Belongs to
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s. Jahrgang «. LSSNS Der Ä A 2 WLsütSs» Organ zur Wahrung -er Interessen Redacteur: des vr. Enoch, 177^^77" ortho-oren Iu-enthnms. - Verlagshandlung: Herold'sche Buchhandlung;u Hamburg. Von diesem Blatte erlche-nt wöchentlich einmal. Dienstags, ein Bogen. Das Abonnement aufein Jahr ist ö K Ct. (2Thlr. pr., 3Fl. 3<)Fr.) Man abonnirt bei allen löbl. Postämtern, soliven Buchhandlungen und Zeirungscrpcdikionen. Hamburg, den 10. Februar 18 l6. Lntzatt. Die Aufgabe des orthodoxen Judenthnms in der Gegenwart. Von B...ck. (Fortsetzung). Die schülerhafte Ratlosigkeit des Herrn vr. S. Holdleim im Gebiete talmudischen Wissens. Von vc. Auerbach, Landrabbiner zu Darmstadt. (Fortsetzung ) Zeitungsnachrichten aus: Rheinprovinz (Nekrolog. Forts.) Bayern (über Talmud-Tora, Beschluß). Fürth. Oberschlcsien. Literarische Notizen. Briefwechsel. Anmerk. Eingetretencr Hindernisse wegen kann die Novelle: «Auch eine Dorfgeschichte» von B- Bertholdy nicht fortgesetzt werden- Die Aufgabe des orthodoxen Judeuthums Ln der Gegenwart. Von J....l D...ck. (Fortsetzung.) Noch entscheidender ist die Krise in unserer Zeit, in der der frankfurter Reform-Verein, die berliner Genossenschaft, die Rabbiner-Versammlung sich öffentlich von den Gesetzen der Tora lossaqen. Jetzt konnte der jüdische Gesammtkörper sehr leicht gerheilc werden das Uebel selbst hat eine sehr heilsame Krise herbeigeführt. indem es die kranken Glieder zur Absonderung vom Körper gereift hat. Der Sturm, der so lange gewüther, hak endlich einen Riß gemacht und einen Sumpf gebildet, in welche aller jüdischer Unrath abfließen könnte, wenn nun unsere Rabbinen sich nicht bemühen wollten, diesen Sumpf zu verschütten und den Riß zu überrünchen, damit der Unrarh nach wie vor das Haus Jacob verunreinige So sahen wir das Rabbinar zu Frankfurt am Main in aller Welt rabbinische Gutachten sammeln, die mir einem erstaunlichen Aufwand von Gelehrsamkeit bewiesen, daß ein Jude — beschnitten sein müsse; mehr als die Deschneidung verlangten sie nickt, unv harre der Reform- Verein die Beschneidung nachgegeben, odeix wäre derselbe vom Senate da,u gezwungen worden, jo hätte das Radbinar geglaubt-, der Bruch in Israel se, geheilt. Ja, einer der begutachtenden Rabbiner gab geradezu die Speisegesrhe und den Sabbar auf, und zwar Letzten: aus dem religiösen Grunde, weil in unserer gläubigen Zeit kein Mensch mehr an einer Welkschöpfung aus NichrS zweifele.*) Wer doch dem frommen Rabbiner in seiner Klause so was weiß gemacht haben mag. Die vereinigten 1L6 Rabbinen sind zwar schon energischer ausgetreten, und suchten schon das ganze System, die ganze Richtung zu bekämpfen, aber immer nur gegen die offen ausgesprochene Meinung der Rabbiner-Versammlung und noch immer nicht gegen das häusliche unjüdische Leben der Meng--. Suchen wir aber den Grund, warum alle diese hochwürdigen, für unsere heilige Religion erglüheren Männer ihre ganze Thätigkeit darauf richten, die Krankheit in Israel zu verheimlichen, statt solche vom Grund aus zu heilen, so finden wir, daß es die eingebildete Furcht vor einem Schisma ist, die ihre Kräfte läkm'. In was aber das Furchtbare eines Schisma besteht, haben wir bis jetzt bloß von dem hochwürdigen Rabbiner Rappoporc etwas erfahren. Hören wir also, was er vorbringr. Im § 14 seines Sendschreibens an die frankfurter Rabbiner-Versammlung redet er dieselbe folgendermaßen an: „Wenn es Euch gelingt, die Gemeinde zu trennen, so wird solches ein großes Uebel zur Folae haben indem dadurch die Gemeinde-Ausgabe zur Besoldung eines Rabbinen. Schächters, Vorsängers rc. bloß auf einen Theil der Gemeinde fallen wird." *) Siehe das Gutachten des R. Hirsch in Luxemburg. 65. rabbinische Gutachten S. 56.