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Der treue Zionswächter · 1846-02-03 · 5 (3.2.1846) · page 7

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Journal
Der treue Zionswächter
Volume
2 (1846)
Issue
5 (3.2.1846)
Date
1846-02-03
Page
– (sequence 7)
Language
German
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39 spalt täglich überhand nehmen , was endlich zu einer gänzlichen Auflösung aller bestehenden religiösen Verhältnisse hinführen müsse. Deshalb hat man denn in jüngster Zeit in diesem Sinne zu handeln angefangen, und die Bitten um Sicherung des Friedens und der religiösen Interessen der orthodoxen Zudenheit Breslaus har sich jetzt einer günstiger» Beürkheilung der Behörden zu erfreuen, günstig selbst, wo es gegen bisherige Prinzipien anstoßen hieße. Das ist der wahre Tharbestand; die Orthodoxie stand nie kräftiger da, als jetzt, und wird eS hoffentlich recht bald in einem noch höheren Grade. Aus der Rheinprvinz. Ztekroloq. (Verspätet.) Bonn, im November 1816. Am 3. November (s) '2) verscbied dahier nach kurzem durch Altersschwäche veranlaßten Krankenlager der emerrirre Oberrabbiner und Präsident des Königl. israelir. Conststoriums der Rhein- und Mosel- Devarremenrs, Herr Abraham Aiterbach, in einem Alter von 85 Zähren, wovon er über 60 Zahre daS Amt eines Rabbiners bei verschiedenen franz. u. deutboren im Z. 1760 zu Dußweiler im Elsaß, wo sein Vater — ein intimer Freund und Lehrgenosse deS alS scharfsinniger Talinudist rühmlichst bekannten N. Wolf Dußweiler — Rabbiner war, ward er schon früh im zartesten Kindesalker von Varer und Mutter, die beide kurz nacheinander in der Blüthe ihres Lebens das Zeitliche verließen, verwaist. Sein angeborner frommer Sinn und seine religiöse Geistesrichtung waren jedoch schon in diesem Alter so stark und vorherrschend, daß er einen Theil seiner Erbschaft des nicht unbedeutenden Vermögensnachlasses seiner Eltern, gegen die Geistesproducte seines Vaters — der bereits über alle Hauptwerke der klasstsch-rabbinischen und kabbalistischen Literatur gehaltvolle Abhandlungen, und eine Menge Nechtsgutachren (wovon mehrere in gedruckten zu finden) verfaßt hatte — seinen Geschwistern freiwillig abtrat. Mit diesem Schatze, wie er diese Schriften stets bezeichnere, und den er auf das Sorgfältigste durchs ganze Leben bewahrte, zog Abraham als Knabe von kaum 10 Zähren aus seinem Vaterlands und reiste zu seinem Großvater, R. Hirsch Auerbach nach Worms, wo Letzterer schon damals über 40 Zahre als 2", fungirre Obwohl dieser bereits im hohen Greisenalrer stand, so wtrkre sein Unterricht und sein Beispiel noch mächtig genug auf den wißbegierigen und für alle höhere Eindrücke von Natur empfänglichen Knaben, daß er diesen Großvater, wie er sich oftmals äußerte, sich zum Muster und Vorbild nahm durchs ganze Leben, und er hielt keinen öffentlichen gottesdienstlichen Bortrag, ohne ein sinnreiches Wort aus den Schriften desselben daran zu knüpfen. Die Kunde von seinen ausgezeichneten Fortschritten in der Neltgionslehre rV'22 gelang sehr bald zu seinem Onkel, seiner Mucker Bruder, dem nachmaligen dr'I-72 und Präsidenten des Central - Consistoriums zu Paris, R. David Sinzheim, welcher damals auf einem Landguts seines Schwagers, des bekannten Finanziers H. Cerf Beer in Lothringen, und später in dem von Letzterem zu Bischheim bei Srraßburg gestifteten N'2 lebte, und sich dort hauptsächlich mit der Gorresgelehrsamkeir beschäftigte. (Beschluß folgt.) Bayern. Über Talmud-Tora. Von Al. Man liest mit Vergnügen in dem segensreich wirkenden „treuen Zionswächter", wie bereits allenthalben das hereingebrochene Unheil des Unglaubens und Abfalls in seiner Entstehung erkannt, und schon zu dessen Beseitigung der rechte Weg betreten wird. Es wäre in der That auch zwecklos, auf dem Standpunkt eines ewigen Kampfes wider die Revolutionäre und gegen ihre arbirrarischen Mutationen und Abrogationen in der Sphäre unserer göttlichen Dogmen und Ritualgesetze daS Heiligkhum unserer schriftlichen und traditionellen Lehre zu schützen. Dieses steht ewig fest und unwandelbar, wenn auch die Vorsehung dem gottlosen Treiben der Neuerer langmüthig uachsiehr. Endlich schwindet die Sündhaftigkeit, Frevler sind nicht mehr, und die Orthodoxie, in ihrer etymologischen Bedeutung, wird wieder, wie noch immer nach den Stürmen fanatischer Umtriebe, die einzige und bleibende Norm werden, welcher das Volk und seine Vertreter huldigen. Lasset uns nur, soweit wir zur Abhülfe berufen sind, die Quelle jenes eingetretenen Unheils verschließen, d. h. die Zgnvranz im Gebiete der Religion beseitigen.

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