Der treue Zionswächter
- Journal
- Der treue Zionswächter
- Volume
- 2 (1846)
- Issue
- 4 (27.1.1846)
- Date
- 1846-01-27
- Page
- – (sequence 8)
- Language
- German
- Belongs to
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32 Holstein. Elmshorn, den LL. Zan. Heute fand hier die Einweihung unserer neuen Synagoge starr, die vierte in unserm Lanke. d«e der frommen Freigiebigkeit des sei. Zs. Harrwig ihr Entstehen zu verdanken har. Wir enthalten uns, einen speciellen Bericht über die starrgefundenen Feierlichkeiten zu geben, um so mehr, da sie im Allgemeinen denen der Rcndsburger Einweihung entsprachen. Die Feier war im Ganzen eine sehr erhebende, die TheUnahme der Behörden und der Einwohnerschaft zeugte von grösster Humanitär, der Ritus der neuen Synagoge ist natürlich der gesetzlich vorgeschriebene des orthodoxen ZudenrhumS. Die Weihrede wurde von Herrn Obcrrabbiner Errlinger gehalten. Großherzogthum Baden. Wahrhaft bezeichnend für das aufregende, fast revolutionäre Treiben unserer Reformer ist es, daß ste im Gesammk-Lhor Stichwörter sich gewählt, deren Bedeutung dem größten Theil der Detheiligren selbst durchaus unbekannt, die ihnen aber von einigen Auserwählten, besonders dabei Znteressirten eingegeben, und die jetzt von dem Trosse nachgeschrieen werden. So har man sich in der denkwürdigen Reichs - Versammlung zu Bühl gefallen, Petitionen zu entwerfen, hat es in gleichgesinnten Organen zum hundertsten Male Wiederkauen lassen, har im Großherzvgrhume überall Stimmen gesammelt, um — nicht, wie man vorgab, die wichtige Stelle des geistlichen Mitgliedes im Oberrache von der des Rabbinen der orthodoxen Gemeinde Larleruhe zu trennen — einzig und allein vm den irtzigen wohlverdienten und geschäftskundigen Leiter der geistlichen Angelegenheiten im Oberrathe, der unbedingt ein größerer Theologe, als alle Mitglieder beider R.-V. zusammen, den Herrn Oberrath Eppstein aus seiner jetzigen, so nützlichen, wie wohlthätigen Stellung zu verdrängen. Gegen diesen, allerdings nicht zu verachtenden Gegner hak sich jetzt die Wuch der Zeitstürmer concenrrirt, er har Schuld an allem Ungemach, unter welchem Namen es nur auftreren mag, er verhindert die Morgenröthe der frechellbrmgenden Reform. Deshalb zoll die Stelle des geistlichen Mitgliedes im Oberrarhe alsbald mit einem Rabbinen besetzt, jedenfalls getrennt werben von der Rabbinerstelle der Carlsruher Gemeinde. Fein ersonnen, Parer Lamormain. Schade nur, zu fein, als daß die List nicht bald entdeckt wäre. Der Range des OberrarhS ist, wir haben nie daran gezweifelr. bereits gefunden. Geistreicher Redner tiefsinniger Gelehrter, ReformrHervS, der den Reichstag in der R.-V. und im Mannheimer Reform-Verein ehrenvoll — der „Israelit" giebt ihm „höchst eigenhändig" dies Zeugniß — bis jetzt vertreten. Das ist der Gesalbte, der, einmal im Besitze der höchsten geistlichen Macht im Lande, nachdem er seinen Panier der Reform und die Sonne der Aufklärung mir unwiderstehlicher Macht über die Dunkelmänner alle. über das ganze Land verbreiten wirb. Freilich über die Carlsruher Gemeinde dürften sich die Strahlen seines segcnbrmgenden Lichtes nicht erstrecken, denn da giebt's einen Oberrarh Eppstein, da giebl's ein Decemfahrer nur »o fort, aber täuschet wenigstens nicht die unwissende Masse, als ob cs Euch um Prinzipien zu khun sei, wo mchrs als Persönlichkeit, Ehrgeiz, kurz Egoismus vorwalret. Der har aber noch nie über Wahrheit gesiegt. Das merket Euch. Briefwechsel. M.