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Der treue Zionswächter · 1846-01-27 · 4 (27.1.1846) · page 1

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Journal
Der treue Zionswächter
Volume
2 (1846)
Issue
4 (27.1.1846)
Date
1846-01-27
Page
– (sequence 1)
Language
German
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2 Jahrgang. Der 4. Organ zur Wahrung -er Interessen Rcdacteur: des -rthodoren Iu-cnthnms, Herold'sche Buchhandlung auf ein Zahlst 5 A Ct. (2 Thlr. Hamburg, den 27. Januar 18^!6. Lntzslt. Gegenwart. Die schülerhafte Nathlostgkeit des Herrn vr. S. Holdheim im Gebiere ralmudischen Wissens. Bon vr. Auerbach. Land- Die Aufgabe des otho-oxen Judenthnms Ln der Gegenwart. Von J....l D...ck. 22 ->2!^ r^dk iresi'i" Ivsr- N7P5-. 'n -21^ „Das Judenkhum ist krank, sehr krank," sagen die Reformisten, und der Arzt muß sich entschließen, wenn ihm auch dabei das Herz zu brechen droht den lieben Patienten in eine ernste, schmerzliche Cur zu nehmen.*) Wir Kimmen diesem Satze in seinem ganzen Umfange bei, nur sagen wir, daß nicht das Judenkhum. sondern die Judenheir krank sei; dieser Unterschied ist nicht etwa eine pedantische Wortklauberei, sondern er ist der Unrerscheidunaepunkr der Reformisten vom orthodoxen Judenrhume. Denn wäre das Judenkhum durch die Veränderung des Klimas, durch Aufnahme fremdartiger Elemente, und durch Altersschwäche erkrankt, so müßte allerdings eine klimatische Diät verordnet, der Krankheitsstoff ausgeschieven, und ein neues, junges Leben eingeimpfr werben. Letzteres natürlich in progressiver Dosis, von Kirchenmusik anaefangen. und bis 2» gemischten Ehen fortgeschritten; die Cur istschmerz- ») Die N.-D. und ihre Tendenz v. vr. G. Salomon, S. 86. lich, das fühlen auch die Reformisten, und selbst die verhärresten Praktiker gestehen, baß ihnen das Her; dabei zu brechen drohet. Allein bei so bewandten Umständen bleibt ihnen keine andere Wabl. Nach unserer Behauptung erfreuet sich aber das Judenkhum einer vollkommenen Gesundheit und jugendlicher Lebensfrische, trotzend der Zeit und dem Klima, und bloß die Judenheir, das Haus Jacobs ist erkrankt; darum halten wir alle die Mittel, die für das Judenthnm angewendet werden, nicht allein für zwecklos, sondern auch dem eigentlichen Patienten nachrheilig, und dieser muß nach unserer Meinung in eine ernste schmerzliche Cur genommen werden. Die Heilmittel können aber in moralischen, so wie in physischen Uebeln zweierlei Art sein, entweder radikale oder paliative. W>r nennen paliative Mittel solche, die bloß die heftigen Ausbrüche der Krankheit zu beschwichtigen bezwecken, und so den Krankheitsstoff verhüllen, unbekümmert, daß derselbe nach wie vor im Körper ungehindert fortwuchere. Daß sülche Mittel bet unheilbaren physischen Uebeln anwendbar seien, ist ein allgemein bekannter medizinischer Grundsatz, denn eist die Pflicht des Arzres, die Leiden des Patienten, die er nicht Heden kann, doch wenigstens, so viel die Kunst vermag, zu lindern; bei moralischen Uebeln aber sollen solche Mittel n»e angewandt werden; am allerwenigsten aber sind sie bei conragiösen moralischen Uebeln zu entschuldigen, wo durch Verhüllung und Verheimlichung der Krankbeic Tausende von Gesunden Gefahr laufen, angesteckt zu werden. Wir können abcr leider die Seelenärzre des orthodoxen Judenrhums von dem Vorwurfe nicht freisprechen, daß sie seit der Entstehung dieser Krankheit wenn sie einmal eine Cur vorgenommen, immer nur paliative Mittel angewender haben. Um dies« unsere Anklage zu motiviren, und die schädlichen Folgen, welche dieses Verfahren herbeigeführr hatte, deutlich zu zeigen, sehen wir unS genöthigt, unsere Blicke auf die

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