Der treue Zionswächter
- Journal
- Der treue Zionswächter
- Volume
- 2 (1846)
- Issue
- 2 (13.1.1846)
- Date
- 1846-01-13
- Page
- – (sequence 1)
- Language
- German
- Belongs to
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s Jahrgang. r«MM Der S. Organ zur Wahrung der Interessen orthodoxen Iudenthums Berlagshanolunz: Herold'sche Buchhandlung Von diesem Blatte erscheint wöchentlich einmal. Dienstags, auf ein Jabr ist 5 A Cr. (2 Thlr. pr.. 3 Fl. 30 Xr.) Man abonnirr der allen löbl. Postämtern, soliven Hamburg, den t3. Januar 1816. Ln-att. Mährische Zustände. (Fortsetzung.) aus rem Elsaß, Paris. Briefwechsel. Berichtigung. Mährische Zustande. (Fortsetzung.) Boscowitz gehört zu den größten Gemeinden Mährens und hat an ihrer Spitze Herrn Abr. Prerau zum Rabbinen einen Mann, der seiner Glaubensstärke und Treue nach, noch dem vorigen Jahrhunderte angehört, an den die neue Zeit mit all ihren kränkelnden Ausfällen nichts Makelhaftes anhängen konnte, der glaubensstarken Sinnes und aufrichtigen Herzens seine Bahn verfolgt. Er wird zu den Cclebritären talmudischer Gelehrsamkeit gezählt, welches er auch verdient. Nur fallt es auf, daß in einer so großen Gemeinde, die gerade zu den begüterten gehört, noch keine organisirte Schule zu Stande gekommen ist. Freilich ist die erste Frage ^52 Aber auch dieses wäre herbeizuschaffen, und ich bin so frei, hier zwei Mittel anzugeben, die en praxe ausgeführr worden sind. Eines, eine Schule auf Aktien zu errichten, welches der sehr gelehrte Herr Daniel Frank, Rabbiner in Neu-Collin in Böhmen zur Ausführung brachte, wo die Actie auf 20 Gulden Münze kam, ja man könnte sogar 6 pEt. zahlen, da man rechnen kann, daß in einer Gemeinde, wie Boscowitz, 150 Kinder zahlen können, und so würde das jährlich 3600 Gulden Münze geben, wenn wir das monatliche Honorar für ein Kind auf 2 Gulden Münze setzen. Zweitens, wie es der Herr Jak. Pollak, Rabbiner zu Großmeseritsch in Mähren, machte, daß er eine gewisse Summe aussetzte, die Zeder zu zahlen hat, wenn er seine ihm theuern Angehörigen und Freunde , die zum ewigen Leben «nd Frieden eingegangen sind, mit unter Denjenigen aufgezählt wissen will, die bei jedem Trauergottesdienste nivL?) der Gnade Gottes besonders empfohlen werden. Ein solches Beginnen braucht allenfalls nicht dazu zu dienen, Unsterblichkeit feil zu bieten, und es ist immerhin doch ein Verdienstliches, die religiöse Wissenschaft im Iudenthume gefördert zu haben. Leider daß diesem Beginnen des Herrn Rabbiner Pollak mehrere Hemmnisse sich in den Weg stellten, und vorzüglich, da so Viele daran betheiligt, auch verschiedenarttge Interessen mit im Spiele sind, und die Schule bis jetzt ein Projekt geblieben ist Man muß dem Wirken des Herrn Pollak Anerkennung zollen, wenn man es nur an ihm würdigt, eine ganze Gemeinde in Friede und Eintracht zu erhalten, und das sichtbare Bestreben bei ihm, daS Volk durch Lehre und Thal zu sich emporzuheben. — Durch Gelehrsamkeit und literarische Arbeiten