Der treue Zionswächter
- Journal
- Der treue Zionswächter
- Volume
- 2 (1846)
- Issue
- 1 (6.1.1846)
- Date
- 1846-01-06
- Page
- – (sequence 8)
- Language
- German
- Belongs to
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8 England. Loads». Ein neuer, sehr wichtiger Schritt zur Gründung und Förderung bcS religiösen Lebens, des südlichen Elemente in unserer Mitte, ist dieser Tage vün unfern verehrten Oberrabbinen unternommen worden. Wir memen nämlich die Vorlage des Planes zur Gründung eines englischen Rabbiner- und Lehrer- Seminars. Seit Zähren schon war man von der Norhwendiakeir dieser Einrichtung als sicherstem Hülfewrttel zur Erhaltung des religiösen Volksgeistes überzeugt, seit Jahren schon fühlre man, wie gefährlich es sei. zumal bei der auf dem Contineute sich hie und da kundgebenden NeuerungSsuchr, stets in Bezug auf Rabbmen und Lehrer auf eben diesen Conrinent angewrdriyer Ideen auch auf unsere Gemeinden harre überrragen werden können. Deshalb war schon längst d«e allgemeine Stimme in diesem Sinne laut geworden, waren Mittel zu diesem Dchufe vorbereitet. Allem unserm würdigen jetzigen Seelsorger blieb es Vorbehalte,, den allgemeinen Volkswunsch der Verwirklichung enrgegenzuführen. Kaum in seinen neuen Wirkungskreis eingeweihet, beschäftigt sich derselbe unablässig mit der Sammlung von Material zu diesem mehr als wichtigen Werke, und so entstand denn nach und nach ein Plan, der so umfassend, wie entsprechend Epoche machen, mir der göttlichen Hülfe ein Werk zu Tage fördern wirb, das nur der englischen Zudenheit möglich, die, durchgängig von streng religiösen Grundsätzen beseelt für dieselben keine Opfer, am wenigsten Geld-Opfer scheuer. In der vorvorigen Woche berief vr. Adler die Vorsteher sämmtlicher Londoner Synagogen zu sich, und legre ihnen seinen Entwurf zur Gründung eines Rabbiner- und Lehrer-ScminarS für England vor. Die Specialiräten dieses Entwurfes sind dem Publikum noch nicht bekannt, «aS unS indeß da. rn aus glaubwürdiger Hand mitgetheilt. beweist zur Genüge, daß es eine geniale, großartige Schöpfung sei, die hier vorbereitet wird, daß zwar sehr bedenkende Mittel für dieselbe m Anspruch genommen und bewilligt werden müssen, daß aber zweif.l.-ohne der Hauptzweck erreicht werden wird, und der ist kein anderer, als Gründung eines Instituts, vollkommen dazu geeignet, die unter uns herrschenden Grundsätze wahrhaft jüdisch religiöser Frömmigkeit mit allen ihren Segnungen auch auf unsere Kinder tpnd Nachkommen zu überrragen, der Religion in unserer Mitte eine Stühe zu gewähren, die erhaben über die Ereignisse des Tages , nur ihrem eigenen Berufe lebt, nur in ihrem eigenen Sinne zu streben, zu wirken bemühet ist. Sobald die Details dieses Unternehmens bekannt sein werden, werden wir gewiß nicht verfehlen, solche den Lesern dieser Blätter ungesäumt mirzukheilen. Vermischtes Der zum Dezirks.Nabbiner in Burgpreppach »n der Stelle seines Bruders des jetzigen Aschaffenburger Rabbiners erwählte Lehrer und Rabb. Landidat H. Adler ist von der Regierung als solcher bestätigt worden. Unter Gcigrr's großartigen Reformen nimmt gewiß die nicht den letzten Rang ein, daß in neuester Zeit der Bräutigam während der 'OiN keinen „Kittel" tragen darf, vielmehr schwarz costümirt erscheinen muß. Durch Circular-Schreiben har der Oberrabbiner zu Paris sämmrlichen Gemeinden eS mltgetheilr, wie er eigenmächtige Abänderungen der bestehenden Gebet« Formen höchlichst mißbilligen müsse, noch weniger erlauben könne, daß in anderer Sprache, als in der jüdischen, gebeier würde. Briefwechsel neren bewahrt werben soll, den zu rcalisiren wir ,-^"2 gegründete Hoffnung haben wenn auch natürlich nicht für den Augenblick. Ihrer geehrten Antwort wird entgegengesehen. Unsere Veröffentlichung entschuldigen Sie. doch hielten wir sie für nothlg. — G L. in,H. Ihre stete Mitwirkung wäre uns natürlich erwünscht, doch befürchten wir, daß das Diesmalige, von unfern» Standpunkte aus. zu vielen Mißdeutungen Anlaß geben könnte, und wäre daher eine nicht unwesentliche Abänderung in diesem Senne zuvörderst erforderlich. — G. L. in B Die beiden Kritiken lassen Sie jedenfalls unbeantwortet; auch sind sie nicht s» arg. als Ihre Phantasie sie Ihnen ausmalt. Die Zusage des Herrn Rabb. R. sehr erwünscht, dahingegen können wir mit S>. so lange derselbe nicht sich ganz und entschieden zu unS bekennt, in kein näheres Berhältniß eintrctev.