Der treue Zionswächter
- Journal
- Der treue Zionswächter
- Volume
- 1 (1845)
- Issue
- 27 (30.12.1845)
- Date
- 1845-12-30
- Page
- – (sequence 7)
- Language
- German
- Belongs to
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223 die Heranbildung zum Letztem dem späcern Unterrichte des Geistlichen der Cönsesr sion überlassen kann; der Schullehrer soll keine Dogmen lehren, sondern eine Religion ohne irgend ein konfessionelles Kolorit (vielleicht Hegel'scbe Religionsphilofophie? ). Nur durch eine solche Religionslehre wird (welcher Scharfsinn!) dem Conflikte zwischen den Kindern der verschiedenen Confessionen vorqebeugr und eine universelle Liebe zwischen den verschiedenen Confessionen erweckt^ rc. Herr Formstecrer will also alle konfessionellen For, men aus der Schule verdrängen und nur dann, wann die Kinder zu ihm, in den s. g. Constrmanden-Unrerrichr kommen, die Formen siechen nach seiner Arr. Wenn also die Offenbacher jüdische Jugend in der Schule vom Zudenthume nichts, bei Herrn Or. F. vom Iudenrbume nichts erfahrt: so wird es dem Herrn vr. gelingen, eine Generation zu bilden, welcher — wie ihrem Meister — eine christliche Köchin ökonomischer erscheint, als eine jüdische, und die Verbote Nnicht viel zu schaffen machen. Aber glaubt denn der Herr Or., daß er alle hiesige Gemeindealieder schon so lief zu sich herabgezogen, daß sie ihre Kinder, wenn diesen bis zu 13 Jahren und Fasttag, von Koscher und Treifa, von Zizilh, Tfillin, Mesussa, vom „Höre Israel" rc., ,,damit dem Conflikte zwischen den Kindern der verschiedenen Confcssionen vocgebeugr werde"? oder daß sie ihre Kinder an dem öffentlichen Gottesdienst, d-r doch gegenwärtig — wo die Srgelröne des Herrn Or. seichte Predigten noch nicht.einschließen wollen — ganz konfessionell ist, nicht thcilnehmen lassen werden? Von Vielen freilich läßt sich dies glauben, aber gewiß — und der Hr. Or. muß es wissen — cs giebr noch viele Elternhäuser in unserer Gemeinde, deren relig-öi'e Erziehung ihrer Kinder in offenbarem Widers» uche mir der fraglichen allg. Religion stehr, denen schon deshalb der ganze Vorschlag, die positive Religion in der Schule zu ignoriren, als ungereimt und ^cheriicb Vorkommen muß, als sie wissen, daß Schule und Haus und Gottesdienst in Bezug auf die religiöse Bildung der Jugend sich zu vereinigen und zu ergänzen haben. — Es «st hier das Destruktive, den Leichtsinn, den gänzlichen Mangel an pädagogischer Erfahrungdie sich darin offenbaren, nachzuweijen f es genügt vielmehr der Msiand, daß e«n christlicher Geistlicher «m AnguWft'desselbiisi Blattes daraus schließet, daß es den modernen Juden mit den heiligen Lehren des alten Testamentes nicht gedient zu sein scheine, und sie nicht ahnten, wie schon in den frühesten Jahren der Kindheit, sobald das Kind nur religiös angeregt werden kann, der positive Glaube in sein Gemüth gelegt werden modernen Nabbinen, daß man in ihren Conrroversett mit christlichen Geistlichen über Angelegenheiten der Religion den Letzter» von ganzem Herzen beistimmen und mit dem Propheten "I'riiQIll "25 1^21 ansrusen muß. Frankreich. Paris. Kaum sind es einige Wochen her, daß ich Ihnen über die hiesigen Conttsiotial-Wahlen Cremieux berichtete, und schon habe ich Ihnen ein Ereigniß mitzucheilen, das hier Sensation, ja soll ich mich des richtigen Äusdru^eS bedienen, Indignation hervorgebracht hat. Als ich damals über die äußerst geringe Majorität sprach, mir der Cr. erst nach dreimaligen vergeblichen Abstimmungen ins Consistorium gewählt wnrde, äußerte ich mich (f. No. 20. d. Dl ) daß „der Grund dieser auffallenden Erscheinung klar und deutlich vor uns liege, sobald wir alle Umstände näher ins Auge fassen. So ausgezeichnet als Mensch und Staatsbürger Cr. dastehe, so ivie er in seiner Stellung als Depurirter und Advokat zur Zierde derer, denen er durch Geburt angehürt, gereiche, so wenig sei Cr. im Consistorium an seinem Platze. Hier gelte nicht sowol der gewandte, unerschrockene Redner, der murhvolle Vercheidiger gekränkter Unschuld, gewaltsamer Unterdrückung, hier gelte vorzüglich und zuerst der Jude. Aber alles Andere fei Cr. mehr, als eben Jude." Dies mein Urrheil vor kaum einigen Wochen. Wie richtig dasselbe war, gehr aus meiner heutigen Mttcheilung hervor, daß nämlich Cr. dieser Tage alle seine Kinder habe taufen lassen. Wenn dieser Schritt, obwol nie entschuldbar, von Männern begangen wird, weil in ihnen längst jegliches religiöse Gefühl erloschen, sie das eigene Interesse höher schätzen, als die Stimme des Gewissens, wenn unter äußerlich niederdrückenden Verhältnissen, wo dem Wirken der Geisteschäligkett