Der treue Zionswächter
- Journal
- Der treue Zionswächter
- Volume
- 1 (1845)
- Issue
- 26 (23.12.1845)
- Date
- 1845-12-23
- Page
- – (sequence 1)
- Language
- German
- Belongs to
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1. Jahrgang. D 0 k AH. Organ zue Wahrung der Interessen orthodoren Menthnms, Hcrold'sche Buchhandlung Bon diesem Blatte erscheint wöchentlich einmal. Dienstags, ein Bogen. Das Abonnement auf er» Fahr ist ö Hl Ct. (2 Thlr. pr.. 3Fl. 3(»Zer.) Man abonnirt der allen löbl. Postämtern, soliden Hamburg, den 23. December 1815. Lntzslt. religiösen Lebens, von l)r. I. An die Ncformations - Stürmer in Israel. Von I. Löwenstein. Bc;irksrabbincr. (.Beschluß) Geographische Skizzen, vom Donaustrande. (Fortsetzung.) Zeitungsnachrichten aus: Berlin. Hildesheim, Altona, vom Oberrbein« Die Anregung des Volks-Sinnes für ernstes Bibel- und Talmud-Studium, die sicherste Bürgschaft für Kräftigung jüdisch religiösen Lebens. ' Von vr. I. Monde sind bereit« darüber hingegangen, seitdem die Orthodoxie, abweichend von einer langjährigen, fast zum Gesetze gewordenen Praxis, auf ein neues Feld den Kampf wider die Verflachung«- und Auflösung«- Bestrebungen der Gegner übertragen, seitdem sie ihn nicht mehr stillschweigend hinnahm, den Verrath, der überall gegen Gotte« heilige« Gesetz angesponnen, seitdem dem Worte das Wort sie entgegensetzte. Wenn es nun auch keineswegs in Abrede gestellt werden kann, wenn der Unbefangenen Unheil wenigstens dahin sich aussprechen muß, daß diese neue Verfahrungs-Weise durch die Zeir-Ve'hältnisse dringend geboten wa., daß überall nach den mannigfachsten Beziehungen hm der Nutzen und die Zweckmäßigkeit dcS offenen, entschiedenen und kräftigen Enlgegenrrerens sich bewährt, so möchte doch die Frage so entschuldbar, wie gerecht erscheinen, und nahe liegen: Sind diese Mittel allen» hinreichend unter so ernsten, gefährlichen Ze,rumständen? Sind sie sich selbst Zweck und letzter Ausgangspunkt, oder vielmehr, nichts mehr und nicht« weniger, als eben nur Mittel? Und glaubt die Orthodoxie wirklich, sie habe ihre Gegner überwunden, aller Kampf sei geendet, das Zudenrhum sei gerettet, nachdem es ihr gelungen , im Wortkampfe ihrer Gegnerin in Nichts nachzustehen? Und zumal, welcher Art deS Worrkampfes? Ist es wirklich nölhig, durch die Interessen der heiligen Religion geboren, daß der Kampf sich stets in diesen persönlichen Kreisen bewege, kann dem Judenthum nur dadurch Heil erwachsen, ist eS aller andern, innern VerrheidigungS-Mirrel so sehr entblößt, daß es nur durch die Erniederung seiner Gegner steigen, daß es nur durch den moralischen Tod Jener das eigene Leben fristen kann? Jnhalrreiche, bedeutsame Fragen das deren Lösung wahrhafte Lebens-Momenre de« Gesammt-Judenkhums in sich tragen. Beginnen wir mit der zuletzt genannten dieser Fragen zuerst, und betrachten einen Augenblick das Verfahren naher, das von Seiten der Orthodoxie gegen ihre Gegner inne gehalten wird. Traurig, traurig, ja verzweifelnd wäre es, wenn es in der Thar mir unserer heiligen Gottes Religion dahin gekommen wäre, daß statt der Lehren die Personen Derer, die gegen ihre Autorität sich ausiehnen, sie zu bekämpfen sich genörhigk sähe.