Der treue Zionswächter
- Journal
- Der treue Zionswächter
- Volume
- 1 (1845)
- Issue
- 24 (9.12.1845)
- Date
- 1845-12-09
- Page
- – (sequence 1)
- Language
- German
- Belongs to
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1 Jahrgang. DL. Der Organ zur Wahrung -er Interessen Redakteur: , vr. En och, Herold'sche Buchhandlung des ortho-oren Iudenthums Bon diesem Blatte erscheint wöchentlich einmal. Dienstags, ein Bogen. Das Abonnement auf ein Jahr ist 5 F Ct. (2 Thlr. pr., 3Fl. 30Xr.) Man abonnirt Hamburg, den 9. December 1815. Lntzalt. stein, Bczirksrabbiner- Der Jesuitismus im Jndenthume. von H. (Beschluß.) Geographische Skizzen, vom Donanstrande. (Fortsetzung.) Zeitungsnachrichten aus: Berlin, Mainz, Kurheffen, Papa. Vermischtes. Briefwechsel. — Berichtigung. An die Aefornrations-Stürmer Ln Israel. Von I. Löwenskein, Bezirksrabbiner. -p '»-»2 «Wie lange hinket Ihr auf Dop» pelsinn?» (I. Kön. t8, 2t.) ''2P2 «Zweideutigkeit Haffe ich- (Ps. 119, 113.) Waffenstillstand, meine Herren, Waffenstillstand! — Um der großen Sache willen, die wir verfechten, bitte ich Euch um Waffenstillstand. Nicht etwa um zu kapituliren; bewahre! Die Sache, die ich und meine 115 Amtsbrüder vertheidigen, steht nicht so schlimm, daß hiervon die Rede sein könnte. Ueberhaupt kann zwischen uns von keinem Vergleiche die Rede sein. Obgleich Herr vr. Philippson (in No. 35 n. p. seines unpartei sch sein sollenden Organs für alles jüdische Interesse) als Ziel der Rabbinerversammlungcn anfstellt: «alle Meinungen, alle Parteien zu vereinigen, um eine Vermittelung, eine Ausgleichung anzustreben", so kann ich mich doch auf diesen vermeintlichen Höhepunktrabbinischer Bestrebungen nicht versetzen. Die Versammlungen Ln Brannschweig und Frankfurt a. M. wollten und konnten ja keine gelehrte Disputationen liefern. Sie wollten es nicht; denn davon schweigt der K 1 ihrer Statuten; selbst der Antrag, Glaubenslehren festzustellen, wurde ja zurückgewiesen. Sie konnten es nicht; weil sich wissenschaftliche Untersuchungen nicht in einigen Sitzungen abmachen, oder in die engen Schranken einer parlamentarischen Form einzwängen lassen. Der Zweck der Versammlung war kein anderer, als ein rein praktischer. Was jedes Mitglied derselben als wahr und recht bereits erkannt hatte, das brachte es mit in den Sitzungssaal, und sollte von da aus nach Stimmenmehrheit in das Leben übergehen. Die religiöse Ueberzeugung eines Jeden war also nicht Gegenstand der Bcrathung, sondern die Mittel waren es, durch welche diese Ueberzeugung Geltung erlangen könne und solle. Wenn nun die Erkenntnisse, die Überzeugungen der Versammlungsglieder so sehr weit von einander divergiren, wie es sich bei uns immer mehr und mehr herausstellt, wie könnte da eine Vereinigung, eine Vermittelung, eine Ausgleichung Start finden? Da, wo die Ueberzeugung spricht — wäre sie auch nur eine subjektive — müssen alle Nebenrücksichten schweigen; da muß mit Entschiedenheit ausgetreten werden; da ist die Tugend der