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Der treue Zionswächter · 1845-11-18 · 21 (18.11.1845) · page 8

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Journal
Der treue Zionswächter
Volume
1 (1845)
Issue
21 (18.11.1845)
Date
1845-11-18
Page
– (sequence 8)
Language
German
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173 H o l st e i n. DkcndSburg, 12. Novbr. Am heutigen Tage fand hieselbst die Einweihung her neuen Synagoge statt, die ihr Erstehen zunächst den» frommen/Vermächtnisse des scl. Zsaac Härnvig zu verdanken, für deren vollkommene, ja theilweise prächtige Zn-Stand-Setzung indeß die hiesige Gemeinde Wenfalls nicht geringe Opfer dargebracht hat. Damit, wie das neue Gotteshaus, einfach, doch Hetzer, ebenso die Einweihungs. feier begangen werde, waren schon seit mehreren Monaten alle vorhandenen Kräfte in Anspruch genommen und vorbereitet worden. Und Dank dem rastlosen Eifer, den unausgesetzten Bemühungen der beiden Hrn. Vorsteher, des Hm. Rheindorff rmd Simon haben wir eine Feier erlebt, die den unauslöschlichsten Eindruck auf alle Anwesenden — und deren Zahl, besonders der fremden Gäste aus Hamburg, Altona, Kiel, Elmöhvrn, Friedrichstadt u. a. m.. war nicht geringe — hervorgebracht, einen wahrhaft religiösen Hochgenuß bewirkt, eine Feier, die keiner ähnlichen in irgend Etwas nachgestanden. Ein auSgegebenes Fest-Programm enthielt die Details der Feierlichkeit. Hier erblicken wir verschiedene Fest-Gesänge, den Psalmen entnommen, einen in der Ausführung besonders ge« lungencn Männergesang, geleitet von dem seiner Aufgabe vor. zu glich gewachsenen sm, und in Begleitung einer feierlichen Instrumentalmusik. Die überaus gediegene Einweihungsrede, von Sr. Hochw.Hrn.Oberrabb. Ettlingcr abgchalten, übte auf jüdische und christliche Zuhörer einen unverkennbar tiefen Eindruck aus, der sich alsbald auch dadurch äußerte, daß von allen Seiten in den Redner gedrungen wurde, diese gediegene Predigt durch den Druck zu veröffentlichen. Wir schweigen hier von der musterhaften Ordnung, von der augenscheinlichen Lheilnahme der christl. Bevölkerung, während der Zug von der alten Spnagoge bis zur neuen hin sich bewegte, schweigen von dem erhebenden Momente sder Eröffnung des neuen Gottes. Hauses, von dem überraschenden Eindruck beim ersten Eintritt, dieses Alles würde Tendenz und Raum dieser Blätter weit überschreiten. Nur kurz erwähnen wollen wir es, daß der Zug durch ein Sängerchor, begleitet von Instrumentalmusik eröffnet, daß bann durch einen ehrwürdigen Greis auf rothsammtenem daß dann"mitten im Zuge die drei höchsten Autoritäten der Stadt u. der Festung-: der Stadtpräsident, der allvcrehrte, humane Probst Callisen, so wie der Hr. Festungscommandant, gefolgt von dem Gesammt-Magistrate, der sämmtlichen Geist, l chen. der hohen Generalität und dem Ofsiciercorps der Festung, worunter auch zwei jüdische Militair-Ärzte. alle in Galla-Uni« form sich freiwillig dem Zuge anschlossen, und während der ganzen Dauer der fast dreistündigen Feierlichkeit anwesend blieben. Als ein ferneres Zeichen der Achtung und Thcilnahme -von Seiten-ünserer'christl. Mitbürger, verdient es erwähnt zu werden, daß am Abend die ganze Straße, in der das neue Gotteshaus steht, sonder Ausnahme u. ohne vorherige Verab» fedung bist Bewohner auf das Glänzendste erleuchtet, und von Theilnchmenden aller Stände besucht wurde. Schließen können »vir unfern Bericht nicht, ohne zu erwähnen, wie bei dieser ganzen, erhe« benden Feier, die bei^üdischen. wie christlichen Zuhörern den unver« nur jüdische Gebete und Gesänge vorgetragen wurden, der sicherste Beweis, daß den heiligen Klängen der -eiligen Sprache nach wie vor eine Pacht inne wohnt, geeignet, jegliches fühlende Herz für Lgt wahrhafte Hohe und Edle zu erheben und -u begdisterr»: Vermischtes. Berichte aus Jamaica ia Englischen Blättern heben es besonders hervor, . daß bei der am 8. Elul stattgehabten W-Hl der neuen Gemeinde-Vorsteher, die Majorität derselben der entschieden orthodoxen Richtung zugethen sei, wähhend pon den abgegangenen nur die Hälfte ungefähr sich zu solchen Grundsätzen bekannte. Dir Toleranz der modernen Rabbinen ist bereits sprüchwörtlich geworden. Ein neuer Beleg hiefür bildet, daß es Hr. Rabbiner Ti kt in zuBreslau auf desfallsige Klage des Vorstandes bei LO Thlr. Strafe während der jüngsten v'' zu predigen, verboten worden war- Allein der schmählichen De- Fuße. Denn schon am hielt Hr. Rabb. Tiktin in der bis zum Erdrücken angefüllten Synagoge einen äußerst beredten wart eines Polizeibeamten, der sich unter den Zuhörem befand. Mode und Dankbarkeit. Unter der Masse der reformationssüchtigen Rabbinen. ja gleichsam als der Nestor der« selben, hätte seiner Zeit keiner mehr vop sich reden gemacht, als vr. Löwi in Fürth. Wer gedenkt desselben jetzt noch ferner? Selbst von seinen eigenen Anhängern steht derselbe jetzt so verlassen da, daß er im ganzen Jahre kaum zwei Predigten in der Synagoge halten kann, so wenig Interesse und Notiz wird von ihm genommen. Er ist gänzlich aus der Mode gekommen, alt und langweilig geworden. Briefwechsel. R. L. in G. Ihren Aussatz werden wir geben, die Beurn eilung soll erfolgen; Ihren werthen Berichten sehen wir gerne entgegen. — vr. H. in W. Wir haben Ihre Einsendungen erhalten, und sollen selbige veröffentlicht werden; doch bitten wir sehr, solche bedeutend hohe Porto uns künftig zu ersparen. — Lin E. Wir fürchten nicht, können aber Anzeige, viw Verwahrung nicht geben, als das Werk ünserm streng orthodoxen Standpunkte ebenfalls nicht entspricht. Dasselbe zur Nachricht nir die P.'schc Buchhandlung. — B. in B. Ihre Mittbeilungen find erwünscht.__,

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