Der treue Zionswächter
- Journal
- Der treue Zionswächter
- Volume
- 1 (1845)
- Issue
- 18 (28.10.1845)
- Date
- 1845-10-28
- Page
- – (sequence 1)
- Language
- German
- Belongs to
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1 Jahrgang. Der 18. Organ zur Wahrung der Interessen ASikäSS, vr. En och, Herold'sche Buchhandlung des orthodoxen Iudenthums ein Bogen. Das Abonnement auf ein Ial,r ist ö K Ct. (2 Thlr. pr., 3Fl. 30Xr.) Man abonnirt belasten lobt. Postämtern, soliden Hamburg, den 28. Ocrober 184o. Lnhalt. Der Iesuitismus im Jndenihume, von H. (Fortsetzung.) Ein Märtyrer neuerer Zeit, Novelle von I. Gettig. (Forts.) Jüdisch-Antiquarisches. (Fortsetzung). Schulwesen. (Forsctzung). Der Iesuitismus Lm Jrrdenthirme. Von H.) (Fortsetzung.) Sechster Brief. Verhältnis d.Talmudisrnus zum Jesuitismus. L. Das Privatleben. Diesem Verhältnisse müssen wir um so mehr nnscr Augenmerk zurrenden, je mehr dasselbe von Dir im Bunde mit der neueren Zeit zurückgedrangt wird» Ihr glaubt der religiösen Pflicht zu genügen, wenn Ihr zu gewissen Zeiten und an gewissen Orten Euch zu religiösen Zwecken versammelt; in der übrigen Zeit jedoch, wo man sich und seiner Familie allein lebt, könne man etwas freier über die religiöse Pflicht denken. Ein recht feierlicher Gottesdienst und ein recht unfeierliches Leben gehören jetzt zur Tagesordnung. Dies ist aber ächr unjüdisch. Das Zudenthum soll und muß ganz durchdringenmuß uns immer durchdringen, muß in jedem Augenblicke für Uns maßgebend sein. Es giebt in der Thar keinen größeren Z-suitismus, als jene spitzfindige Trennung des öffentlichen und Privatlebens; dieser aber ist ein Feind der Orthodoxie, und nicht eher ist in denn Wirren unserer Zeit einige Hoffnung möglich, bis man von dieser subtilen Doppelnacur zurückgekommen ist. Man kann aber nur dann davon zurückkommen, wenn man die Orthodoxie kennt. Wir wollen daher aus den in der Mischnoh und Gmoro zerstreuten historischen Angaben einige hierauf Bezügliche anführen. Ich muß Dich daher bitten, mir nvchdie bereits zwei Mal erörterten Punkte auch an dieser Stelle durchzuqehen. Undankbar deshalb, weil wir am Ende nur zu Resultaten kommen, die zu den einfachsten unserer Religion gehören. Allein, da es Mode geworden ist, die Orthodoxen, die das Ueberlieferre qewir, da der Tadel norhwendig die Orthodoxie selbst treffen müsse, letzterer stufenweise folgen. Auch im Privatleben gibt es nur zwei Ge.'vre: Neligiösiräc und Aufrichtigkeit, welche allerdings wiederum in das Eine: Neligiösitär, zusammenfallen, und nur hier von uns getrennt werden sollen. Die Religion war das Schema zur Einrichtung des Privatlebens unserer Ahnen, sie war das System des Lebens, das Unendliche nnd Ewige, welches allein das wahrhaft Endliche und Zeitliche erzeugt. So haben unsere Vorfahren vor 2000 Jahren die Frage über Leben und Lehre beantwortet; sie haben sich kein System gemacht, sondern durch Deutung des Ueberlieferren, dasselbe construirr, daher auch die Ausnahme nach gewissenhaftem Ermessen von selbst sich heraussteür. Man vergleiche die schöne Geschichte von Schimaun den Gerechten ('2 '2 2'ilO. ES galt hier im Privatleben die Norm, '.1 152 .12V 1'XI 72121 j'Xl 1221 t'X und 2^ 1122 s's^ll s'tt 2IV1 ^'1 Olj)22, also: „Religion über Alles"; womit das Prinzip der Superioritäc ganz gebrochen wurde. (Verql. '2 2"' 11212, 2"2 '2 L'dr-2 O"221' 'X 1''; ebenso vergk. über das Verhältniß der Religion zu sittlichen Privalver-