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Der treue Zionswächter · 1845-10-21 · 17 (21.10.1845) · page 7

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Journal
Der treue Zionswächter
Volume
1 (1845)
Issue
17 (21.10.1845)
Date
1845-10-21
Page
– (sequence 7)
Language
German
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139 Es hat der Unterzeichnte in der Frankfurter Nabbinerversamlung (?) nie erttart, daß seine Gemeinde gesonnen sei, jede beliebkeReform in der Synagoge und in den sonstigen Religiösen (?.') Verhältnissen anzunehmen; wohl aber, daß er, was auch seiner Zeit, der Wahrheit gemäß die öffentlichen Blätter berichteten, von den sämtlichen (?) Vorständen seines Bezirks zur Theilnahme an der Versammluug aufgeforderc worden. Ebenso ist es völlige Unwahrheit, daß ich jetzt bereits einen neugeformten Gottesdienst habe in der Synagoge einsühren wollen, obgleich ich die moralische Verpflichtung keineswegs aus den Augen verlor, die Beschlüsse, zu welchen ich einstimmre, insofern die Umstände und Verhältnisse es gestatten, zu verwirklichen. Lüge ist daher gewiß, daß die Gemeinde auch nur Anlaß gefunden hätte, hiegegen Prorest einzulegen, noch viel weniger der Unterzeichnete, sich dagegen an die Behörde zu wenden, umsomehr dann niedrige Lüge und Verleumdung, daß von Letzterer (?!) bereits hierüber der angegebene Bescheid erfolgt sei. Dagegen darf ich in gewissenhafter Wahrheit versichern, daß wenn, was auch vielleicht in nicht sehr ferne Zeit der Fall sein dürfte, die Bezirkssynagoge entsprechende Reformen ins Leben zu rufen, sich entschließen würde, sie weder in der Gemeinde, noch bei den Behörden auf Hindernisse stoßen würde. Im Uebrigen sind die verkappten Verleumder, welche ehr- und gewissenlos genug sind, nunmehr auch in öffentlichen Blättern ihre offenbaren Lügen auszusireuen, wie sie dies schon längst in ihren privaccorrespondenzen (??l) treiben, hier wohlbekannt, und charakcerisiren sich hinlänglich durch den scheelsüchrigen heuchlerischen Stoßseufzer, am Ende jenes berüchtigten LügenartikelS von selbst. , M. Reifs, Bezirksrabbiner. Hamburg. Die vorzugsweise 2'brii) genannten Tage sind vorüber und gehören der Vergangenheit an, sind somit der Geschichte, der Kritik anheim gefallen. Das ist eine unübertreffliche Zeit für dre jüdische Journalistik. Da regnete es Berichte über feierlichen Gottesdienst; neue Synagogen-Gesänge mit oder ohne Orgelbegleitung; über modernisirre Gebete, über abgekürzte Zeit, verlängerte Pausen, und wie derogleichen Ingredienzen, die in der modernen Reform - Küche rchcht fehlen dürfen, sonst noch heißen. Wir armen Finsterlinge feiern unfern .-.'l und 2"' noch, wie unsere Voreltern seit ewigen Zeiten eS gekhan, und wollen doch berichten? Allerdings. Berichten wollen wir nicht nur, daß unsere Synagogen, trotz der circa 90 O'^2, so überfüllt waren, daß im strengsten Sinne des Wortes, für Geld und gute Worte kein Platz mehr zu erhalten war; daS wären Aenßerlichkeiten. Aber, daß trotzdem wir des Gesammr-Neform-Apparater entbehren, dennoch musterhafte Ordnung, und so weit eS sich beurcheilen läßt, wahre, tiefe Andacht in den Synagogen herrschte, daß mir einer Inbrunst gebetet wurde, wie nur wahrhaft religiöses Gefühl deren fähig, das berichten wir gerne, indem wir darin eine sichere Bürgschaft erkennen, daß es zur Erweckung heiliger Andacht, nicht sowol äußerer Anregungsmittel, als ganz vorzüglich inneren, frommen Sinnes, ächten jüdischen Gefühls bedürfe. Auch im benachbarten Altona war die große Synagoge mehr als überfüllt, und obschon auch dort nach uralter Värer-Sicre die Feier der heiligen Tage begangen wurde, war auch dort feierliche Ruhe und tiefe Andacht so vorherrschend, daß heiße Thränen des Hochgefühls und der Rührung solchen Augen entquollen, denen die Synagoge während deö ganzen Jahres schwerlich eine entlocken möchte. Solche Thatsachen beweisen es hinlänglich, der Ausdruck wahren Frömmigkeit entstehe aus dem eigenen Innern, könne nicht gegeben werden. M. I. Altona. Indem wir beifolgendes hieselbst erschienene Circulär der Oeffenrlichkeit übergeben, liefert dasselbe abermals den Beweis, wie trotz der so oft verpönten Orthodoxie im Schooße unserer Gemeinde, Humanitäts-Zwecke selten wol einen ergiebigeren Boden finden, als eben hier. Die gewiß so zweckmäßige, wie humane Tendenz ist von jeglicher rel. Nüancirung ausgegangen; die reichlich gezeichneten Beiträge, die das Unternehmen so gut, wie gesichert, sind Spenden sowol orthodoxer als neologer Mitglieder unserer Gemeinde; unser würdiger Oberrabbiner fördert das Unternehmen mit allen zu Gebote stehenden Kräften. WaS indeß wichtiger, als, wer zuerst diese Idee angeregt, ist, daß dieselbe überall den verdienten Anklang finden möge. Hier ein Wort der Nützlichkeit, der Empfehlung hinzusetzen wollen, hieße den'praktischen, wie den längst bewährten Wohlthätigkeirssinn Unserer Gemeinde gänzlich verkennen, die Sache spricht durch sich selbst zu sehr.

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