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Der treue Zionswächter · 1845-10-14 · 16 (14.10.1845) · page 7

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Journal
Der treue Zionswächter
Volume
1 (1845)
Issue
16 (14.10.1845)
Date
1845-10-14
Page
– (sequence 7)
Language
German
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131 ii Ein und zwanzig Jahre sind seit dem Tode des alten Bayle verflossen. Die Judcngasse sieht noch eben so aus wie früher, aber 'die Zeiten haben sich gewaltig verändert. Wir sehen den krummen Meier-mit einem schönen Jünglinge die Straße hinaufkommen. «Habt Jhr's schon gehört, das neue Edikt, das so eben auf dem Stadthause verlesenächzte der Krumme. -Ich hab's gehört.» sprach finster der Jüngling. »Ein schön Edikt das — hebt alle Weitläufigkeiten auf, und man braucht keine Synagogengelder mehr zu bezahlen. Schöner Mann» der Chaumette, hi, hi, hi — nur ein bischen zn plattnasig.» — »Hebe Dich hinweg von mir. Elender»—rief ent- Chaumetie, Deinem Hebert-. — vergifte mir nicht länger die Luft mit Deinen Reden!« Vergebens suchte Meier sich seinem Begleiter wieder anzuschmiegen; dieser schüttelte ihn unsanft sie zuerst bekömmt,» brummte der Andere und schlich seitwärts davon. - Moses setzte seinen Weg fort, in düstern Betrachtungen versunken. Seine Lippen bewegten sich wie zum Gebete — Gesetz würde schleunig seinen Ucbertreter mit des Schwertes Schärfe treffen. — Dumpfe Stille erfüllte den Saal, als er so gesprochen, und mit verstörtem Antlitz eilten die unglücklichen des Elends zu hinterbringen. Wir saben Moses und den krummen Meier auf derselben Rückkehr, wie die andern begriffen, und hatten Gelegenheit, in Meiers Worten seinen Geist zu erbarmungslose Fremde, harte er nie die Worte der Liebe und deS Trostes gehört, und sein Her; mußte in eisigem Haffe gegen Alle erstarren. Eine Calamität, die Alle traf, war ein (Fortsetzung folgt.) Zeitungsnachrichten. Dom Neckar. Ehester Tage findet in Karlsruhe die Wahl zweier yeuer Mitglieder des Sberrachs Starr, an der Stelle des verstorbenen H. Zimmern, so wie des ausgetretenen H. Ladenberg. Bei der Wichtigkeit und dem Einfluß, den der Oberralh auf die religiösen Gesammr-Zustänbe des Großherzogrhums ausübt, versteht eö sich von selbst, daß auch die Gemeinden hinsichtlich der Besetzung dieser Stellen nicht gleichgültig bleiben. In diesem Sinne sind der auch von den bedeutendsten und ehrwürdigsten Mitgliedern mancher Gemeinden, vorzüglich von der der Residenz-Stadt selbst, Bittschriften beim Großherzog». Ministerium eingereicht worden, jene Stellen nur durch solche Männer zu besetzen, deren Religiosität anerkannt, deren Lebensweise Bürgschaft dafür leiste, daß sie die Interessen des wahrhaften Judenchums thalsächlich vertreten würden. Wir haben allen Grund zu erwarten, daß dieser gerechten Bitte von geeigneter Steile gewillfahrt werden werde. Auch die Besetzung der Ober-Landes-Rabbiner- Stelle ist vom Neuen angeregt worden, und zwar ist dem Synagogen-Rarh von der hohen Landesbehörde aufgegeben worden, in ehester Bälde einen geeigneten Landidaten zum Vorschlag zu bringen. Daß die Wahl, entsprechend den religiösen Ansichten der überwiegend größten Majorität der israel. Bewohner des Großherzogthums, auf einen durch jüdisches Wissen und ächte, wahrhafte Frömmigkeit ausgezeichneten Candidaren, fallen werde, bezweifeln wir keinen Augenblick; und kann von einem Neologen oder Refermer um so weniger die Rede sein, als jeder Tag den Beweis liefert, wie eS alsbald um Frieden und Eintracht geschehen sei, sobald

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