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Der treue Zionswächter · 1845-10-14 · 16 (14.10.1845) · page 1

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Journal
Der treue Zionswächter
Volume
1 (1845)
Issue
16 (14.10.1845)
Date
1845-10-14
Page
– (sequence 1)
Language
German
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L. Jahrgang. D 0 v IG. Drgan zur Wahrung -er Interessen Ol-. En och. Unter Verantwortlichkeit der Herold'sche Buchhandlung des orthodoxen Iudenthums ans ein Jahr ist ö Cr. (2 Thlr. pr., 3^l. 3l»Ir.) Man abonnirt Hamburg, Den 11. Ocrober 1812. Lnhalt. Die Natur ein Herold des göttlichen Glaubens. Predigt-Skizze des Oberrabbinen Ettlinger zu Altona. (Beschluß.) Der Zcsuitismus im Iudenthume. von H. (Fortsetzung.) Ein Märtyrer neuerer Zeit, Novelle von Z. Gettig. Das Schulwesen in Ungarn, von L- Sin P —. (Beschluß.) Zeitungsnachrichten vom Neckar, von der Leine, Berlin. Die RstAN ein Herold des göttlichen Glaubens, (Beschluß). Als menschliche Schwäche, welche der Liebe zur Religion, und dem Wohlgefallen an ihren Vorschriften Abbruch thut, ist ferner das Streben nach Veränderung zu bezeichnen. Das sich Jagen der Erscheinungen im menschlichen Dasein, wo eine Begebenheit die andre, ein Zustand den andern verdrängt, hat einen gewissen unruhigen Trieb in das Gemüth des Sterblichen gepflanzt, stets nach Neuem, nach Verändertem zu verlangen, und das Gewohnte zu mißachten. Neue Genüsse sollen stets das Dasein würzen, neue Erscheinungen das Auge ergötzen, neue Zustände die Aufmerksamkeit fesseln; so will es ein innerer Drang der Menschennatur, und durfte minder schädlich, ja unter gewissen Bedingungen zuweilen sogar wohlthuend und Gutes fördernd sein, wenn dieser Neueruugstrieb sich nicht auch auf das Gebiet der Religion verirrte. Was im gemeinen Leben nach Modesinn als anziehend, alS schön, als vortheilhaft gilt, soll es auch dem Glauben gelten; Begriffe und Formen aber, die im gewöhnlichen Leben als veraltet der Mißachtung verfallen, sollen auch als Neligionspflichten mißachtet werden. Wie der Geschmack an Speise wechselt, soll auch des Glaubens Scelenspeise dem Urrheile des Tagesgeschmacks unterworfen sein. Was die Gesellschaft als dem feinen Ton zuwiderlaufend erkennt, soll auch im Pflichtensysteme der Religion schwinden, oder wenigstens eine Veränderung erleiden, und moderne Zustutznng erhalten. O thörichte Neuerungsjäger! Wie? Das Vergängliche, das Hinschwindende sollte dem Ewigen zum Muster und Vorbilde dienen? Warum richtet nach schwächlichen Menschenschöpfungen ihr euern Blick, und nicht nach den unvergänglichen des ewigen Schöpfers? Blickt nach dem Himmelsgewölbe, wie es seit mehr als sechshalb Jahrtausenden über Vergangenheit und Gegenwart, über geschwundene und lebende Geschlechter sich ausdehnt, ohne in diesem langen Zeiträume auch nur die geringste Veränderung erlitten zu haben. Richtet eure Blicke, nach den stehenden Himmelskörpern, wie sie seit mehr als sechshalb Jahrtausenden ihren Standpunkt im unermeßlichen Aethermeere inne haben, ohne ihn auch nur einen Augenblick zu wechseln; richtet eure Blicke nach dem Laufe der Planeten, wie sie ihre ewige Bahnen einhalten, ohne zu ändern, ohne zu wanken. Und das geistige ewige Gesetz sollte vcr-

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