Der treue Zionswächter
- Journal
- Der treue Zionswächter
- Volume
- 1 (1845)
- Issue
- 14 (30.9.1845)
- Date
- 1845-09-30
- Page
- – (sequence 1)
- Language
- German
- Belongs to
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1 Zahrgnag. Dev 14. Organ zur Wahrung -er Interessen Di. En och, -rths-oren Iudenlhnms Verlagshandlung: Herold'sche Buchhandlung Von diesem Blatte erscheint wöchentlich einmal, Dienstags, auf em Jahr ist 5 - (!t. "(2?hlr! pr., 3Fl. 30 Xr.) Man adonnirt bei allen löbl. Postämrern, soliven Hamburg, den 3l). September 1815. Ln-alt. Der JefrrrtLsrnus im Judenthume. Von H.*) Erster Brief. Jmonuel an Scheor-Joschuw. Lieber Freund! Monde sind bereits vergangen, seitdem wir zum letzten Male in traulichen Gesprächen die schöne Mußezeir unserer talmudischen und wissenschaftlichen Studien verplauderten. Du hast von mir oft in überschwänglicher zusammenhängenden Merkchen angehören sollten, in ihrer jetzigen Gestalt indeß gewiß nichtminder verfehlen werden, das Interesse des Publikums auf längere Zeit dauernd zu fesseln. Nach dem Grundsätze tt.-Ikl 87 hat der Verfasser sich bemüht, weniger zu erzählen, als dem Publikum selbst die Data zu zeigen; ein Bestreben, das seine Wirkung durchaus nicht verfehlen wird. Die philosophische Einleitung, so wie die einleitenden Worte zu den einzelnen Partien find, selbst auf Kosten eines populären Vertrags, gewiß unumgänglich nöthig. Nichts desto weniger ist die Abwechselung in den verschiedenen Theilen so wohlthuend, werden die mannigfachsten Stoffe, die zusammen das Gebiet des religiösen Judenthums ausmachen, so klar Lust das Geständniß gehört, dessen ich mich stets mit stolzer Selbstzufriedenheit erinnern werde, daß diese Stunden zu den glücklichsten meines Lebens gehören würden. Jetzt ist nur davon nichts als die Erinnerung geblieben: sie wird mich aber desto mehr beschäftigen, je mehr ich jetzt ganz mir selbst überlassen bin, je weniger Aussicht ich habe, in dieser meiner Zurückgezogenheit einen Freund zu finden, und je weniger ich hoffen darf, einen Freund, wie Du. zu finden. Za, mein lieber, guter Freund! erst jetzt sehe ich ein, wie glücklich ich damals war, eine Seele ganz mein nennen zu dürfen, einen Bruder zu haben, der mich ganz verstand. Zetzt achte ich auf Individuen, die ihrer Ebenbildlichkett Gottes sich entweder nicht bewußt sind, oder nicht sein wollen. Du wirst dich derselben erinnern, und mich der Beschreibung überheben, die mich ohnedies anekelr. Mir desto bangerer Erwartung sah ich Deinem Schreiben entgegen, das mich, wie ich bestimme erwartete, wieder erwärmen würde, in meiner eisigen Umgebung. Wie schrecklich bin ich aber enttäu>cht worden! Wäre es möglich, daß die Macht eines dreimonatlichen Umgangs die Früchte eines zwanzigjährigen Lebens total vernichten kann. Sei fest versichert, hätten nicht Deine rheuren Schriftzüge die gedacht, so tief verarbeitet, ist nicht nur ein Fond jüdischen Wissens ^beurkundet, sondern ^ch^Lie^ Beziehungen der Zeit, Da schließlich die Sprache ein/leicht faßliche, ja gediegene, da die einzelnen 12Briefe, als selbstständige Tableaur eben sowol gedacht werden könnm, glauben wir gewiß durch die Veröffentlichung dieser größeren Arbeit unfern Lesern, unserer heiligen Sache einen Dienst erwiesen zu haben. DieRedaction.