Der treue Zionswächter
- Journal
- Der treue Zionswächter
- Volume
- 1 (1845)
- Issue
- 11 (9.9.1845)
- Date
- 1845-09-09
- Page
- – (sequence 8)
- Language
- German
- Belongs to
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Doch eine treue Schaar ist noch geblieben. ' Die schmiegt fich fest dem Väterglauben an. Die haschet nicht, von eitlem Wahn getrieben, Vach eitlem Glück, die sichlet, was sie kann. Für solche ist mein einfach Lied geschrieben, , Die höret fromm die lieblich stille Sage Vom Glanze längst vergangner, schöner Tage. Wohlan mein Lied, dring in die stille Hütte, Wo man voll Lieb' auf deine Klänge lauscht. Wo in des kleinen Kreises froher Mitte Man alte Mährlcin freundlich kosend tauscht. Zu euch, ihr Lieben, lenk' ich meine Schritte, Wenn meine Hand das Saitenspicl durchrauscht, Ihr neigt Euch meinen schlichten treuen Worten, So öffnet euch, bemooste, heil'ge Pforten! r Die Todten von WormS. Zn der alten Synagoge glänzt der Kerzen Heller Schein, Wirft fein Licht, das glanzerfüllte, auf der Beter ernste Neihn; Weiß die Farbe der Versöhnung, weiß die Farbe des Gewandes, Allo schwingt sich ihre Seele indas Reich des Gotteslandes. Tiefe Stille, leises Schluchzen bietet der Vcrsöhnungstag, Und in manch verstocktem Herzen wird die bittre Reue wach; Vicht bloß von der Kerzen Scheine sieht man jedes Aug' entflammt. Nein', die Nähe ist's des Gottes, der versöhnet und verdammt! Und es tönt im Liede also: Herr, du mögest dich erbarmen, Mögest froh und frei vermehren deines Volkes heil gen Samen. Und so sprechet darauf Alle ein vernehmbar lautes: Amen! Amen, tönts! — doch welch ein Summen, welch ein wunderlich Gebranse, Immer enger wird'S den Betern, immer wächset das Gedränge, Und es staunet Jeder zagend ob des Gotteshauses Enge, Und es tönt im Liede weiter: Herr vom Leben und vom Sterben, Laß am Tage des Gerichtes uns der Väter Tugend erben! Blick herab mit deiner Gnade auf das Herz. daS schuldbefleckte. Das von eitlem Wahn befangen, sich mit Schmach der Sünd' bedeckte, Allerbarmer! Allerhalter! laß für nns're schweren Sünden, Uns, dein Volk, das lang geliebte, endlich doch Versöhnung finden. Da noch einmal tönt e.S Amen! — aber welch ein Donnerrufen, Gleich dem Lied der Engelsschaarcn an des Gottesthrones Stufen, Gleich dem schweren Ruf an jene, die das Urgesetz gebrochen. Also ward das Amen, Amen, von der Menge jetzt gesprochen. Sieh! es fallen hier die Hüllen — und ein Schädel taucht empor. Hier ein andrer — und cs klappert der Gerippe grauscr Chor! Ja! aus ihren Gräbern stiegen sie, die lange schon verweset. Deren Geist seit langen Zeiten schon vom Fleische ward erlöset. Allen graust eS, doch der Rabbi, er der fromme Knecht des Herrn, Bleibet ruhig — seiner Seele ist die Furcht vor Geistern fern. Und er ruft mit lauter Stimme: »Seid ihr von dem Herrn entboten?» »Ja wir sind eS». tönet dumpf es indem weiten Reich der Todten. »Nun so geht in Gottes Namen--! — Welch Gcschwirre, welch Gebrau se. Bald ist wieder lust'ge Weite in dem alten Gotteshanse, Denn der Abgeschiedenen Körper sind zur selben Zeit verschwunden Und sie haben ihre Ruhe in des Grabes Schooß gefunden. Also hat eS sich begeben einst zu WormS, dem alten, freien. Also haben sich vereinet die zwei feindlichen Parteien, Todten haben mit Lebend'gcn dort gefleht zum Himmelsheeve. AuS dem Grabe drang ein Rufen: »Gebet Gott allein die Ehre!» Briefwechsel. An das zu T. Ihren eingesandten Protest, so wie die. angeführten Beweise billigen wir natürlich, und Hab« solkbe uns sehr erfreut. Da indcß erstens die Protokolle der zweiten R. V. »cch nicht erschienen sind, zweitens wenn es überhaupt abermals zu protcstircn nöthig ist. dies natürlich von einer Gesammt-Antorität, wie in vorigen Jahre auSgehen müßte, so werden wir einstweilen ihre Protestation bis zur geeigneten Stunde bewahren.