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Der treue Zionswächter · 1845-09-03 · 10 (3.9.1845) · page 1

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Journal
Der treue Zionswächter
Volume
1 (1845)
Issue
10 (3.9.1845)
Date
1845-09-03
Page
– (sequence 1)
Language
German
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1 Jahrgang. Der 1«. Organ zur Wahrung der Interessen vr. Enoch, ortho-oren IuÄenthnms Herold'sche Buchhandlung Von diesem Blatte erscheint wöchentlich einmal, Dienstags» auf ein Jahr ist 5 A Ct. (2 Thlr. Pr., 3 Fl. 30 Tr.) Man abonnirt bei allen löbl. Postämtern, soliden Hamburg, den 3. September 1815. L n tz a l t. Statistisches. Dre LLG und die Rabbiner- Versammlung, oder: Kan» und darf die Orthodoxie den Neologen auS dem Talmud das Falsche und Verwerfliche ihrer Aussprüche beweisen? Von Or. I. Jetzt, nachdem sie abgeschlossen und enthüllt vor uns liegen, die Verhandlungen und Beschlüsse der zweiten sogenannten Rabbiner-Versammlung, wird von Mancher Seite die Frage angeregt: Was wird die Orthodorie thun? Wird sie schweigen, sich begnügend des einmal ausgesprochenen Veto's, oder wird sie vom Neuen protestiren, abermals den treuen Gemeinden Israels es laut verkündend, wie man sich nicht geirrt, als man bereits im vorigen Jahre erklärte, „daß die Arbeiten, welche für eine künftige Versammlung vorbereitet, dieselbe verwerfliche Tendenz haben", daß in der Thar falsche, verwerfliche, ja antijüdische und gottesläugnerische Lehren diesenigenausgesprochen, welche unter dem Namen der Fortbildung, die Zerstörung des Judenthums bezwecken? Abgesehen indeß davon,, daß diese Fragen jetzt, wo noch nicht einmal die beglaubigten Protokolle jener Versammlung erschienen, zu verfrühet sein möchten, will eS uns bedünken, als ob der wahre Standpunkt dieser Frage überhaupt noch nicht aufgefaßt worden sei. War die diesjährige Versammlung etwas anderes, als die Fortsetzung der vorjährigen? Gewiß nicht. Lassen wir uns nicht täuschen durch jenen süßlichen, beschwichtigenden und versöhnlichen Ton, den die Leiter jener Versammlung diesmal anzunehmen, für gut fanden, oder dazu geuöthigt waren. Allen denen, die treu anhangen dem göttlichen Väter- Glauben, Allen, denen Religion höher steht, als die vergänglichen Interessen und Anforderungen des Lebens, war es klar und deutlich, was damals, wollte man auch jetzt: Untergrabung der Fundamente des Judenthums, statt einer göttlichen Religion, Gebilde menschlicher Schwäche und Eitelkeit. Wie bereits erwähnt, nur Politik und bittere Notwendigkeit war es, scheinbar, — aber nur scheinbar— diesmal gelindere Saiten aufzuziehen. Was man kühn heranstürmend nicht erlangen konnte, wollte man desto sicherer schlau und behutsam schleifend und untergrabend, über den Haufen werfen. Läßt sich der gesunde Sinn des Volkes und seiner treuen Führer durch solch Gaukelspiel blenden und täuschen? Mit Nichten. Erkannte man aber das diesjährige Streben in seiner wahren Gestalt, als Fortsetzung des vorjährigen, dann bedurfte es allerdings nicht noch einmal der verneinenden Erklärung von Seiten der Orthodorie. Durste man etwa befürchten, daß

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