Der treue Zionswächter
- Journal
- Der treue Zionswächter
- Volume
- 1 (1845)
- Issue
- 7 (12.8.1845)
- Date
- 1845-08-12
- Page
- – (sequence 1)
- Language
- German
- Belongs to
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1. Jahrgang Der WÄsAäLU Organ zur Wahrung -er Interessen vr. En o ch, orthodoxen Iudenthums. Verlagshandlung: Herold'sche Buchhandlung Von diesem Blatte erscheint wöchentlich einmal, Dienstags, ein Bogen. Das Abonnement auf ein Jahr ist 5 F Ct. (2 Thlr. pr., 3 Fl. 30 Xr.) Man abonnirt Hamburg, den 12. August 1815. L n v » l t. Die Neuerer und ihre Lehren, von-I. H. Der Verfall Israels zur Zeit der Tcmpelzerstörung rc., vom Oberrabbiner Ettlinger. Königsbergs Elsaß. Klänge der Zeit. Briefwechsel. Die Neuerer und ihre Lehren. Von I. H. Es ist ein Vorwurf, der denen, die am alten Judenthume hängen, es bewahren und vertheidigen wollen, oft gemacht und mitunter auch geglaubt wird: „Ihr seid Dunkelmänner, Ihr haßt das Licht." Dem ist nicht also. Wir hassen nicht, wir scheuen nicht das Licht, aber wohlverstanden, daS Licht, das die Dinge nach ihrem wahren Wesen beleuchtet, die wahre Aufklärung; aber was uns kränkt, kümmert, und was wir Haffen, das ist das falsche Licht, in das man unsre Sache stellen will, die Aufklärung, die nur blenden Und verblenden will. — Und noch ein anderer Vorwurf, dem vorigen gleich: „Ihr haßt den Fortschritt." Und wieder sagen wir, dem ist nicht also; wir lieben ihn, wir freuen uns des Fortschrittes, aber stets mit genauer Erwägung dessen, worin wir sortschreiten können und wollen. — Da ruft man uns zu: „Ihr habt Eure Kinderschuhe noch nicht vertreten, könnt oder wollt Euch nicht erheben zum Hochgefühl der Gegenwart." Und so schilt man uns abwechselnd Heuchler oder Thoren. Darum ist an der Zeit, ein Wort der Entgegnung, der Erwiederung, um derer willen, die vom Glauben beseelt, wohl fühlen, daß sie das Wahre ergriffen und erfaßt haben, aber nicht im Stande sind, sich im Wortkampf mit den Gegnern zu messen, und die ob solcher Dertheidigungslosigkeit Unmuth und Unbehaglichkeit beschleicht. Wiederholen wir daher und sagen es klar heraus: Wir sind allerdings für den Fortschritt, wenn es sich handelt um das, was menschliche Sinnes- und Thatkraft wirkt und schafft. Auf diesem Gebiete kann kein Stillstand stattfinden; in trüben, finsteren, unruhigen Zeiten mag der Fortschritt gehemmt, gefesselt, auch wohl auf Augenblicke zurückgedrängt werden, aber mit wiederkehrender Ruhe gewinnt er wieder um so mehr an Kraft und Schnelle. Und wenn er so vor unsrer Zeit, inmitten von Kämpfen und Kriegen, nur langsam sich bewegen konnte, in unser» Tagen nimmt er Riesenschritte, und was den Früheren kaum denkbar erschien, das ist uns alltäglich geworden, oder doch sehen wir es bewundernd vor unser» Augen. Und in diesem rasch vorwärts schreitenden Leben, mitten Ln dieser Bewegung, stehen wir da stille? Keineswegs, wir können und wollen es nicht. Wir nehmen Theil am