Der treue Zionswächter
- Journal
- Der treue Zionswächter
- Volume
- 1 (1845)
- Issue
- 6 (5.8.1845)
- Date
- 1845-08-05
- Page
- – (sequence 1)
- Language
- German
- Belongs to
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1 Jahrgang, Der «. 2ss<tts 8Z<SAL » WZsihLs». Organ zur Wahrung der Interessen °LrQ^?L'v7' ortho-oren IuÄenthmns Herold'sche Buchhandlung Von diesem Blatte erscheint wöchentlich einmal, DienStagS, ein Bogen. Das Abonnement ans ein Jahr ists Ct. (2 Thlr. pr., 3Fl. 30Xr.) Man abonnirt der allen löbl. Postämtern, soliden Hamburg, den 5. August 18L5. L n h s l t. Stabilität und Fortschritt, von I—l B—k. Über Tradition, von L. A. Zeitungsnachrichten aus: dem Großherzogthum Hessen. Frankfurt a. M.. vom Neckar, Cassel, Mecklenburg-Schwerin, London. Klänge der Zeit. Stabilität und Fortschritt. Fortschritt ist das Fetdgeschrei der jüdischen Gegner des Judenthums, Fortschritt! wahrlich, eine großartig bestehende Devise. Welcher Mensch, der über die Bestimmung der Menschheit und seiner eigenen nur etwas nachgedacht hat, huldiget nicht dem Fortschritte? Wie stünde es um Civilisation, Industrie, Humanität und Wissenschaft, wenn die Menschheit nicht immerwährend fortgeschritten, und bis auf unsere Zeit in dem Zustande, wie sie auS dem rohen Heidenthume hervorgetreten, stabil geblieben wäre. Die allerhöchste Weisheit hat schon ursprünglich in den Menschen den Trieb gepflanzt, unaufhörlich fortschreiten zu wollen, und wenn alles Wissen unstreitig von der Erfahrung seinen Anfang nimmt, so muß auch alles Wissen bei zunehmender Erfahrung fortschreiten. Selbst die spekulative Philosophie, die ihre Grundsätze s priori aufstellt, muß sich doch durch Benutzung der Ergebnisse der Forschung vorangegaugener Denker immer mehr erweitern und berichtigen, und kann daher nie stillstehend bleiben. Kein vernünftiger Mensch wird es demnach in Abrede stellen, daß der Fortschritt ein Hauptvorzug des Menschen vor dem Thiere sei, nur daß der Mensch sowohl individuell, als social seit der Schöpfung immerwährend fortgeschritten ist, und auch stets fortschreiten wird; eben so auch seine Schöpfungen und Einrichtungen: Künste, Wissenschaft und Civilisation. Nicht so aber die Einrichtungen und Schöpfungen des allerhöchsten Schöpfers. Die Natur, die große, erhabene, göttliche Natur, ist und bleibt stabil; die unzählbaren Sonnensysteme bewegen sich fortwährend in ihren Sphären, und haben seit der Schöpfung nicht den geringsten Fortschritt gemacht, .O-rpM M' x'^L/ sON Pili Eben so ist das ewige Vernunftgesetz, oer kategorrsche Imperativ, stabil geblieben. Die Moralsysteme haben gewechselt, die Ausbreitung des Moralprinzips unter den Menschen ist fortgeschritten, und wiro immer fortschreiten, das Prinzip selbst aber, das göttliche, in der unverdorbenen Menschenseele gepflanzte Prinzip, ist und bleibt immer dasselbe: X> Somit haben wir nnn eine Demarkationslinie zwischen Stabilität und Fortschritt; alles Menschliche muß und soll fortschreiten, alleS Göttliche hingegen stabil bleiben. Aus diesem Grunde halten wir die Religion, da sie göttlich ist, ebenfalls für stabil. Die Reformisten, denen Religion eine historische Erscheinung,