Der treue Zionswächter
- Journal
- Der treue Zionswächter
- Volume
- 10 (1854)
- Issue
- 26 (29.12.1854)
- Date
- 1854-12-29
- Page
- – (sequence 3)
- Language
- German
- Belongs to
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103 Es stellte sich zwar bald heraus, daß nicht nur die Orthodoxen, sondern auch der eine Orthodoxe, der den Hrn. Dr. in eine Art von Beserkerwuth versetzt hatte, unschuldig wie ein Kind gewesen. Aber wenn auch wirklich ein Orthodoxe mit Herrn PH. einen verwerflichen Spaß erlaubt hatte,* der um so verwerflicher gewesen wäre, als er eine Lüge enthalten hätte, wäre dies auch der Fall gewesen, wiederholen wir, hätte Herr PH. darum die ganze Parthei verantwortlich machen dürfen? Wir fragen ihn, ob er die Privathandlungcn aller Reformer justifiziren, oder ob er deren Verantwortlichkeit übernehmen will, übernehmen kann? Wir wollen unter den Vielen dieser Parthei, für welche Herr PH. gewiß nicht einstehen wird — und um keinen Lebendigen zu nennen — nur einen Verstorbenen benamsen, und zwar den Verfasser des rw-nk', welches Licht (?) aber bald nachdem cs aufgcsteckt worden, durch das Taufwasser wieder verlöscht worden ist. Will Herr PH. ihn vertheidigen? Also der kurze Sinn dieser langen Rede sei, daß wir wünschen, die deutsche, französische und englische orthodoxe Presse möge immer sehr gemäßigt sein, daß sie sich aber wohl hüte, diese Mäßigung von Herrn vr. PH., der die Orthodoxie mit Haß behandelt und auch bald mit Herrn Oe. Fränkel, bald mit Hrn. Albert Cohn und bald mit einem Journalisten in Amerika anbindet, zu erlernen; daß sic vielmehr die Lehre beherzige: V'2'LP 0O210 O'VP'L ,v'3^w coco was sie um so mehr thun kann als sie, diese vom Schulchan Aruch ebenfalls advptirte Lehre, darum nicht zurückweiset, weil er sie angenommen. Was ist cs aber, daß den Herrn Rabbiner zu Magdeburg, der doch hoffentlich (wenngleich wir die desfallsigen preußischen Gesetze nicht kennen) die Trauungen nach israel. Vorschriften vorzunchmcn hat, nnd nicht nach solchen, die er aus dem Stegreifen zusammen würfelt, so sehr gegen uns in den Harnisch treibt? — Es ist eine Verordnung der großk. Schwerin'schen Negierung, in Betreff der isr. Trauungen. Wir sind weit entfernt ein Urtheil über diese Verordnung auszusprechen, wenn wir gleich nicht leugnen wollen, daß jede Anordnung einer Regierung in israel. Religionsangelegenheiten, sei diese Verordnung im konservativen oder im reformistischen Sinne, wehe thut. — Die„A. Z. d. I." aber hat früher bei manchen Anordnungen dieser Regierung wenn sie im reformistischen Sinne waren, als z. B. die Orthodoxen als Dissidenten erklärt wurden, ihre Freude darüber nicht verheimlicht — und daß wir cs lieber gesehen hätten, wenn ein Rabbiner auf eigene Verantwortlichkeit hin, eine Trauung verweigert, wenn von den Betreffenden dem o-7N'?>7 nicht entsprochen wird, selbst dann verweigert, wenn die Regierung ihn zur Vollziehung veranlassen will, in welchem Falle er sein Amr lieber niederlegen müßte. Aber das können wir doch nicht begreifenwie Herr vr. PH. eben diese Verordnung so anfeindet, und um sie recht verhaßt zu machen, den giftigen Ausdruck wählt: „In Euer heiligstes Familienleben will sie — die Schulchan Aruch Parthei — sich mischen. (Fortsetzung folgt.) Zeitungsnachrichten. Königreich Baicrn.