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Der treue Zionswächter · 1854-12-15 · 25 (15.12.1854) · page 3

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Journal
Der treue Zionswächter
Volume
10 (1854)
Issue
25 (15.12.1854)
Date
1854-12-15
Page
– (sequence 3)
Language
German
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99 Jedoch nicht den öb-rc« l-c ^2 trifft unser Vorwurf, I und wir bedauern nur diejenigen 212::, w 2-22,2, welche j ohne ihr eigenes Verschulden auf Irrwege gerietheu. O, wir glauben eS gern. Viele wurden das Herligthum unserer Religion nicht so gleichgültig verscherzt, verachtet und verworfen haben, — Viele würden gern noch mit uns gemeinsam und frommen Gemüthes beten, ohne nach äußerm Prunk zu verlangen. Viele von ihnen würden bereitwillig auf pekuniären Vorthcil, auf Bequemlichkeit und Vergnügen verzichten, um mit uns v'nzu feiern, vom Verbotenen fern zu bleiben, ,2/12,0 zu ehren und zu lehren; — würde ihnen nicht gerade durch ihre Lehrer und Prediger das Alle als veraltet, das Ehrwürdige alS verehrungswürdig dargestellt und ihnen ein Zeitgeist im Fortschritt, eine Entwicklung als nothwcndig vorgemalt und aufgedrängt werden, die die Gottesfurcht bis auf den letzten Funken verlöscht. Das ist die Folge aller jener Reformen, dazu kömmt es durch jene neuen Institutionen, die dem Wesen und der Lehre deS Indenthums völlig fremd sind, und das ist die Wirkung der zur Beschönigung und Ausschmückung des Irrthumö und der Sünde mißbrauchten Beredtsamkeit, welche dem Wahne, dem Eitlen und Verwerflichen durch eine gefällig schimmernde Einkleidung ein den befangenen Hörer blendendes Ansehen verleiht. Wenn demnach diese Kunstfertigkeiten weder bei der Charakteristrnng eines Rabbinen, noch weniger für Lessen Wahl maaßgebend sein können, so bleibt uns noch die Frage zu erledigen, worauf anders das Augenmerk zn richten sei, um für die Bekleidung eines Nabbinats einen Mann zu gewinnen, welcher der Fertigkeit seines Berufes und deren Anforderungen zu entsprechen verstände. Die einzig richtige Antwort erschließt sich uns aus der Betrachtung der Pflichten, welche der Rabbiner für den ihm angewiesenen Wirkungskreis übernimmt. Auf ihn müssen wir uns stützen, daß unsere L'p7'2iin Betracht ihres Wissens und ihrer Gewissenhafligkeitihrer wichtigen Function gewachsen sind; er ist verantwortlich, daß uns fromme und wohlunterrichte c-'iL'v sowol ,121/,-220 als r'b-2n und wmn liefern, durch die wir unserer heiligen religiösen Obliegenheit ohne Bedenklichkeit wegen enn und a'tn ö'n täglich genügen; — er hat dafür zu sorgen, daß unsere /"b'pv ganz 22222 gebaut und erhalten werden; — ihm überlassen wir die Gültigkeit der db-Lw die Enthüllung jedes Zweifels und die Entscheidung jeder kasuistischen Frage, so wichtig, so umfassend, so tief eingreifend und so heilig sie auch sein mag; — seiner Obhut, Auf-' mcrksamkeit und Gewissenhaftigkeit vertrauen wir unser Leben und unsere Seligkeit an, denn durch ihn können wir vor?"2v, 222 -2,-21 'crw bewahrt, aber auch ,"n durch seine Unkunde und Gewissenlosigkeit in diese fürchterlichen Strafen verwickelt. durch ihn zum wahren Dienste deS Herrn angehalten, aber auch davon abgehalten, gebessert aber auch verschlimmert werden; — er vorzüglich ist berufen, ^22-2 22m 5-220 zu sein, durch seinen Einfluß und unter seiner Leitung soll unsere Schuljugend gründlich unterrichtet und fromm erzogen, nach leinem Vorbilde endlich soll die Gemeinde zu einem tugendhaften uud goltesfürchtigeu Leben angewiesen, und dadurch zu pflichtbeflissenen, treuen und gehorsamen Bürgern des Staates und des Himmels herangebildet werden. — Wem kann es sofort mehr räthselhaft bleiben, welche Vorzüge den Rabbiner auszeichnen müssen, um das zu sein, was seine Bestimmung von ihm fordert? Ungeheuchelte Frömmigkeit und tiefe umfassende talmudische Gelehrsamkeit, diese beiden Bedingungen sind unerläßlich, und auf diese ausschließlich muß die Gemeinde Bedacht nehmen, wenn sie glücklich wählen, vielmehr wenn sic vor dem Richter der Welt gerechtfertigt erscheinen will. An solchen Männern freilich, die in beiden Conditionen nach ihrem ganzen Umfange den Rabbinen früherer Zeitalter gleichen, leidet unser Occidcnt in diesen Perioden fühlbaren Mangel. Gar selten findet sich unter den Bewerbern um die erledigten Nabbinate je Einer, der alle diese edlen Eigenschaften uud Tugenden, diese ernste, nie verletzte Frömmigkeit, diesen erhabenen, lichtvollen Geist, diese Fülle, Tiefe und Klarheit des Wissens in sich vereinigte, welches sich alles im Leben und Wirken der früheren Gottesgelehrten kundgab, sogar auf jedem Schritte und in jedem Gesichtszuge unverkennbar und würdevoll ausprägte (1-22 2H1/7 /wrn). Zeitungsnachrichten. Oesterreich.

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