Der treue Zionswächter
- Journal
- Der treue Zionswächter
- Volume
- 10 (1854)
- Issue
- 25 (15.12.1854)
- Date
- 1854-12-15
- Page
- – (sequence 1)
- Language
- German
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DrgKN?ur Wahrung -er Interessen des orthodoxen Iudenthums. I« Jahrgang. 15. Deccmbcr 1851. j Slltona. > 712^1 Iv02 12 LS. Einige Gebote der heil. Schrift und ihre Erklärung. (Fortsetzung.) 2. Jakobs Leben war ein solches Kampftsleben. Zuerst gegen Esaw, der in das irdische Thun t?cv) sich vergrub und um sinnlichen Genuß das Erstgeburtsrecht, das ist die Pflege des abrahamitischen Berufes, aufgab; dann gegen Laban, der sich aus der zeitlichen, sichtbaren Welt nicht hinauszog und selbst darin seinen Gott fand. Nach dieser Seite hin hat Israel stets den Kampf in der Menschenwelt zu führen gehabt und wird ihn zu führen haben, bis der abrahamitische Beruf einen festen Boden in der Menschheit sich errungen und Gott in seiner Ueber- und Außerweltlichkeit als reinster Geist erkannt werden wird. 3. Aber Jsraelitenleben ist noch ein anderer Kampf, nicht bloS gegen die Erden- und Menschenwelt, sondern auch im Kampfe gegen Gott. „Du hast gerungen mit Gott und mit Menschen und hast gesiegt," ruft der Engel unserm Stammvater zu. Denn nicht leicht wird sie errungen die Krone des Jsraelitenthums, die hohen Güter, die das Judenthum für seine Bekenner aufbewahrt, sie fallen nicht, ohne unser Thun, wie der Regen und Thau, in das Erdenleben hinein; mühsam nur ersteigst du die Staffeln zur Gotteshöhe und je höher du aufsteigst, desto größer wird die Anstrengung, der Kampf. Wer Gott am nächsten ist, sagen die Weisen, der hat auch die größte Verantwortlichkeit für sein Wirken; in mächtiger Hand halt Gott die Palme des Sieges, du mußt sie dir erringen, streiten mußt du unermüdlich bis die Gottgcborne Religion in die Tiefen deines Gemüthes eingedrungen ist, bis du sie mit allen Fasern deines Lebens erfaßt hast. 4. Dann aber wenn dieser Sieg dir ist geworden, dann hat die Erde keine Macht mehr über dich, dann ist gelahmt die Sinnlichkeit und nicht mehr Jakob wirst du genannt, denn nicht blos im Staube wurzelt dein Wandeln hinieden, sondern Israel, Gottessieger ist dein Name, du hast dir erstritten das Göttliche und lebst nur wahrhaft in deinem Berufe. 5- Zur Veranschaulichung dieses Berufes darf Israel den rwn n nicht essen. Israel soll dadurch erinnert werden an Jakobs Kampf und Sieg, und wie Jakob den Sieg gerade dadurch aus diesem Kampfe trug, daß ihm die Hüfte verrenkt ward, so soll Israel erst dann völlig Sieger sich nennen dürfen, wenn seine Sinnlichkeit gebrochen*) und ein Leben nur in Gott führen kann. — Nur am Säugethier ist der 'no'b anwendbar, weil dies bleibend an den irdischen Boden gefesselt ist, beim Vogel nur dann, wenn der Hüftballen eine runde Wölbung hat, was aber nicht gesucht zu werden braucht. Sonst findet kein Unterschied zwischen rechten oder linken Hüftballen in Bezug auf^a vv ä Statt. (Siehe übrigens Joreh Deah 65.) (Fortsetzung folgt.) Rückblick ans die seitherigen Bestrebungen und Leistungen der modernen Geistlichen. In jüngster Zeit habe» wir über die Besetzung mehrerer erledigten Rabbinate berichtet, die unser Gefühl, das für die heilige Sache unserer Religion immer wach ist, auf's Angenehmste berührt. In ihr erkennen wir ein Wiedererstarken des religiösen Volkssinnes, und versprechen uns daraus eine bessere Wendung der jüdischen Verhältnisse. Es gehört aber auch die Wahl eines Rabbinen zu den ernstesten und wichtigsten Angelegenheiten, auf welche die Gemeinden und ihre Vertreter scharfen Blickes und sorgsamen Herzens achten sollten. Wir sind durch die Erfahrung auf die betrübendste Weise zür Ueberzeugung geführt worden, welches Unheil von einem unwürdig zum Rabbineramte gelangten Can-