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Der treue Zionswächter · 1854-10-06 · 20 (6.10.1854) · page 1

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Journal
Der treue Zionswächter
Volume
10 (1854)
Issue
20 (6.10.1854)
Date
1854-10-06
Page
– (sequence 1)
Language
German
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Dss LMM WÄ«S» WZMLM-. D g K n M Wahrung -er Interessen -es ortho-oren 2u-rnthums. 10. ILhrgÄNg. 6. Oktober 1854. > Altona. > V!2^>n ^>2 20. Die Belehrung am Schluffe des Erlaßjahres. Rede, (Beschluß.) 11. Aber der Mensch ist Kind der Zeit, ist manchem unbesiegbaren Lebcnsverhältniß untergeordnet. Entnervende Arbeit lähmt den Geist und hindert seinen Aufschwung. Trübsal und Sorgen umwölken die Seele und schließen sie gegen höhere Einflüsse ab. Darum hat die Allweisheit des Himmelsvaterö fürsorglich nach sechs Arbeitstagen einen Ruhetag, nach sechs Arbeitsjahren ein Ruhejahr in ihrer Gesetzgebung angeordnet und" geheiligt, um für heilige Forschung Kraft, Ruhe und Muße dem Israeliten zu schaffen; darum hat die Allgüle des Herrn ein Ernte-, ein Erstlings- und ein Einsammlungsfest für Israel geboten, um in freudiger Stimmung des Herrn Größe zu preisen und für seine Liebesgaben ihm zu danken. Am Schluffe der ewoc, wenn durch die heilige Ruh^der Geist geweiht worden und am Freudenfeste, sollte daher diese Vorlesung der Lehre, diese Belehrung im großen Maaßstabe vor sich gehen, damit innig und freudig sie von Israel empfangen werde, und tief in seiner Seele Wurzel schlage. Das Ruhejahr, nur Bedeutung habend in der Zeit wo Israel im eignen Staate vorzüglich dem Feldbau sich gewidmet, hat zwar unter den jetzt gestalteten Verhältnissen seinen Einfluß auf Leben und Lehre verloren. Desto siegender aber könnte dafür der Einfluß des wöchentlichen Ruhetags sein, wenn nicht frevlende Hand an dieses göttliche Heiligthum gelegt würde. O Ihr! die Ihr Gotteshäuser bauet und ausschmückt angeblich zur Ehre Gottes, warum reißt Ihr den Tempel seiner Heiligkeit in Eurem Leben nieder? Soll Hotz und Stein, Silber und Gold ihn ehren,. und nicht vielmehr Euer Sinn, den Ihr seinem Willen unterordnet? Während Ihr sein heiliges nc-Gesetz, von seinem Finger mit Flammenschrift eingegraben in die Tafeln des Bundes, während Ihr das Gebot, welches er sein heiliges Bundeszeichen genannt zwischen sich und Israel, öffentlich mit Füßen tretet, wollt Ihr von Verehrung Gottes sprechen,8 will Euer Mund prahlerisch von Verherrlichung des Gottesdienstes überströmen? Während Ihr weder durch Sitte, noch durch Lebensweise, Euch fastmehr vom NickMraeliten unterscheidet^ lästert Ihr Eure Mitbrüder, deren ganzes Leben der Gottesvcrehrung geweiht ist, und wollt ihnen als Muster und Vorbild ächter Israeliten gelten? ^Während. Eure Jahre eine Kette von Festfreuden" bilden, und jeder Abend Euren übersättigten Gaumen mit neuen Genüssen kitzeln muß, mißgönnt Ihr Eurem Bruder die wenigen Festtage des Jahressoll denen er sich in heiliger Ruhe, die seine Seelenstimmung adelt, gütlich thut, und sinnt^ frevelnd auf ihte Verminderung? O der Verblendung, die sich nicht entblödet vor dem Gott der Wahrheit, so zu sprechen, so zu handeln; wen wollt Ihr täuschen? Sollte er, der dem Himmelsgestirn Licht giebt, nicht das Dunkel eures Herzens durch, schauennicht die Sichel legen an des Truges Frucht? 111. Wer mehr jedoch, als Ihk, falsche Lehrer! trägt die Schuld am Verfall Israels der Jetztzeit? Die Person des Lehrers, m. F.! war die dritte Rücksicht, auf welche ich unter den Vorschriften unseres Tertes Ihre Aufmerksamkeit gelenkt. Die Lehre, welche vorgetragen ward, war keine aus dem gläubigen Sinne des Lehrenden geschöpfte, sie war vielmehr die in den Worten der Schrift vorgezeichnele. Und doch mußte sie, zu deren Vortrag auch der Geringste befähigt gewesen, von dem Angesehensten in Israel, von dem Könige vorgetragen werden; von dem heilig Gekrönten, dessen ganzes Leben eine höhere Weihe nach der Vorschrift des Gesetzes'haben mußte, weil Ansehen und Weihe des Lehrers unerläßlich für den zu machenden Eindruck seiner Lehre sind. Makellos muß.«der Wandel des Lehrers sein, wenn er einflußreich zum Volke sprechen, wenn er nicht in den Augen Gutdenkender als Heuchler erscheinen will. Und nun Ihr, die Ihr Euch Lehrer Israels nennend, ohne inneren Beruf dazu aufwerft und

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