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Der treue Zionswächter · 1854-09-22 · 19 (22.9.1854) · page 1

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Journal
Der treue Zionswächter
Volume
10 (1854)
Issue
19 (22.9.1854)
Date
1854-09-22
Page
– (sequence 1)
Language
German
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Dss äMMWÄW» MZsWss^ Dvgsn?ur Wahrung der Interessen des orthodoxen Iudenthums. 10. Ishrgsng. 22. September 1854. > Altona. 1 lL'D Die Belehrung am Schluffe des Erlaßjahres. Rede, vom Oberrabbiner Etttinger in Altona. Wer bei gänzlicher Windstille am Meeresufer stehend, den glatten Fluthenspiegel überschauet, und p weit daS Auge reicht eine gleiche Ebne ohne Abwechslung vor sich sieht, in der der klare Himmel sich spiegelt, wer würde da vermuthen können, wenn er es uicht wüßte, welche Unebenheiten und Abwechslungen dieser Spiegel in seinen Tiefen bergt? Hohe Felsenberge und unergründliche Tiefen; Pflanzen- und Thier-Reste, und auch Menschengebeine und edles Metall, sind auf seinem Grunde befindlich, von seiner glatten Oberfläche bedeckt, und können höchstens bei tief wühlenden Stürmen für Augenblicke zum Theil sichtbar werden. Sv, m. Th..' auch liegen Hohes und Tiefes, Vergehendes und Bleibendes, Verächtliches und Kostbares in den Tiefen der Vergangenheit begraben, und werden vom Fluthenspiegel der Zeit bedeckt. Nur in sturmbewegten Augenblicken, wenn die ruhige Gegenwart sich getrübt, Sorgenwolken des Lebens Horizont überziehen und loöbrechende Stürme die Tiefen des Gemüths aufwühlen, da werden die Zustände der Vergangenheit zuweilen auf wenige Augenblicke der Vergessenheit entzogen, theils, um an sie Trost und Hoffnung zu knüpfen, theils, zur Einprägung der Lehre, daß alles Irdische vergänglich sei. Zwei geschaffne Dinge jedoch sind es, die im Verlaufe der Weltgeschichte keine Veränderung erlitten und erleiden, die Gestalt und Form nicht wechseln — sie beißen Himmel und Lehre. Der Himmel der zuerst über die noch «»geformte Erde sich gewölbt, der Himmel unter dem die Sündfluth fluthete, und der heiligen Stammväter Leben duftete, der Himmel der über Sinai ausgespan^.war, als der Herr darauf sich geoffenbart, der Himmel unter dem die Tempel glänzten und in Rauch aufgingen, es ist derselbe uralte Himmel noch der heute sich über uns wölbt, und wir schauen ihn grade so, wie w ,v7b?cn ,v^2b ihn geschaltet. — Aber auch von der Lehre des Herrn heißt es: v-pn 222 7)2? 7 vbivL, ewig, o Herr! ist dein Wort am Himmel fest gestellt. Reiche sind geworden und untergegangen, Geschlechter haben gewechselt, Völker waren und sind nicht mehr, seitdem der Allgütige mit dem Kleinod seiner Lehre das Menschengeschlecht beglückt, seine Lehre aber besteht für und für, sie hat ihre Gestalt nicht verändert, Inhalt und Form nicht gewechselt, und ist somit das Bild des Hiiymels auf Erden. Die Ursache dieser Unveränderlichkeit der heiligen Lehre finden wir nicht nur darin, weil sie als Ausfluß der Allweisheit des Ewigdauernden unzerstörbaren Inhalts ist, sondern auch noch darin, weil durch die Gesetzgebung selbst der Herr dafür gesorgt, seine rnm in ihrer ewigen Frische und Jugendblüthe zu erhalten. Unter den mehreren dahin zielenden Vorschriften, soll uns heute die in unserer dno gelesene zum Gegenstände unserer Betrachtungen dienen, welche lautet: 202 02c 7v'v2 v'rc 22c siw 7vbb vmb-pev '2'0,2^7. „r,cp gab folgenden Befehl, am Ende von sieben Jahren zur Zeit des Erlaßjahres am Hüttenfest, wenn ganz Israel kommt vor dem Ewigen deinem Götte an den Ort, den er erwählen wird zu er« scheinen, sollst du diese Lehre Ln Beisein von ganz Israel laut vorlesen. Das ganze Volk mußt du daselbst zusammen kommen lassen- Männer, Weiber und Kinder nebst dem Fremdling der sich in deinen Thoren aufhalt, damit sie hören und lernen vor dem Ewigen eurem Gotte Ehrfurcht haben und alle Worte dieser Lehre auf das Genaueste beobachten." ("ft^V'727). So lautet die Vorschrift, welche die Tradition noch dahin ergänzt, daß der, an welchen der Befehl zum Vorlesen der Lehre gerichtet worden, was in der Schrift unausgedrückt geblieben, der König war, welcher im heiligen Tempel, pomphaft in der Versammlung von ganz Israel, die Lehre des Herrn vorzurragen hatte. Dieses Gesetz offenbar darauf berechnet, die heilige Lehre stets lebendig und frisch in Israels Mitte zu erhalten, will diesen Zweck durch vier verschiedene Rücksichten fördern, nämlich: 1) durch die Versammlung der zu Belehrenden; 2) durch deren Seelenstimmung;

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